100-km-Meisterschaften: Michl und Freitag siegen

Text: ÖLV – Stimmen zum Lauf: Mario Friedl

In der Seeschlacht in Langenzersdorf (NÖ) starteten am Freitag, 23. April, um sieben Uhr morgens die österreichischen Ultraläufer/innen bei den 100-km-Staatsmeisterschaften.

Karin Freitag: Foto: ©Reinhard Uhlich

Der Schein der Sonne war trügerisch. Rein optisch betrachtet offenbarte sich den Teilnehmer/innen eine perfekte Kulisse am Rundkurs rund um den Badesee in der Seeschlacht. Doch der konstant starke Nord-West-Wind hielt nicht nur die Temperaturen auf kühlem Niveau sondern stemmte sich auch den Läufer/innen in jeder der 108 zu laufenden Runden entgegen. Für viel zermürbend, für alle somit doppelt anstrengend.

Predl raus – Michl siegt

Bei Halbzeit noch führend musste Favorit Rainer Predl (LC Strasshof) seinem hohen Tempo Tribut zollen und musste aufgeben. Mitfavorit Wolfgang Michl (Im Wald läuft`s) war Predl ständig auf den Fersen, lief stets in der selben Runde und übernahm somit die Führung. Der 24h-Meister 2020 lief anschließend ein einsames Rennen an der Spitze des Feldes und konnte sich mit 7:04:17 Stunden die Staatsmeisterschaftskrone aufsetzen. Zweiter wurde Christian Almer (OMNi-BiOTiC POWERTEAM) mit 7:58:30 Stunden vor Mario Sturmlechner (LC Mank) mit 8:07:29 Stunden. Auch ÖLV-Ultralauf-Referent Dr. Georg Mayer (PSV Leoben) kam in die Wertung und wurde mit 9:46:45 Stunden 18.

Foto: ©Mario Sturmlechner

Karin Freitag wird Favoritenrolle gerecht

Bei den Frauen waren diesmal neun Läuferinnen am Start – Karin Freitag war dabei nicht zu schlagen. Die Athletin der LG-Decker Itter setzte sich mit 8:16:17 Stunden klar vor Ulrike Striednig (AC Moosburg) mit 8:37:39 Stunden. Silvia Petritsch (Tristyle Runners) komplettierte das Podium mit 9:25:55 Stunden.

Sehr erfreulich ist auch, dass für kommendes Jahr der Status einer Staatsmeisterschaft der Damen bei Sport Austria angesucht werden kann, da der Durchschnitt der letzten drei Meisterschaften sechs Teilnehmerinnen ergibt. Somit können mit 2022 bereits die begehrten “großen” Meister-Medaillen vergeben werden.

Stimmen zum Lauf:

Wolfgang Michl: “Ich bin überwältigt”

„Hoch motiviert und mit dem Ziel meine PB auf unter 7:30 Stunden zu verbessern, startete ich hinter Rainer sehr zügig in den Wettkampf. Schnell war klar, dass ich bei der Pace alles riskiere, ich fühlte mich aber dazu bereit, denn nur wer ans Limit geht, findet heraus, wozu er im Stande ist. Nach 7:04:17 Stunden konnte die Freude nicht größer sein. Stolz und überglücklich bin ich von meiner Zeit überwältigt!“

Ulrike Striednik: “Es war eine besondere Veranstaltung”

“Endlich war es wieder einmal da, dieses spezielle Feeling, weshalb ich vor ca. 15 Jahren zum Ultrasport gewechselt bin und das in letzter Zeit manchmal etwas abhanden gekommen ist – das Gefühl der Zusammengehörigkeit, jeder vergönnt jedem alles, jeder hilft dem anderen. Da war so viel positive Energie von den Athleten, Betreuern und Anwesenden zu spüren – es war eine wunderschöne, besondere Veranstaltung.”

Karin Freitag: “Die harte Arbeit hat sich gelohnt”

“Ich habe mich nach dem Einbruch bei den ÖSTM 2020 im Dezember in Wien, mich wirklich gefreut wieder 100 Kilometer beschwerdefrei durchlaufen zu können, obwohl die letzten 20 Kilometer schon bisschen hart waren. Ich wusste, dass mein eigener österr. Rekord an diesem Tag außer Reichweite war, wegen der Verschlechterung auf den Unterdistanzen, aber ich habe sehr viel dafür trainiert und mich dann dementsprechend gut beim Rennen gefühlt. Die Veranstalter haben sich voll eingesetzt dafür diese Veranstaltung in Realität umzusetzen und die Stimmung während dem Rennen war fantastisch. Ich freue mich auch sehr über den österreichischen Meistertitel und dass sich die harte Arbeit im Winter, das viele Training in der Dunkelheit sich gelohnt hat.”

Mario Sturmlechner: “Mein bisher größter sportlicher Erfolg”

„Es war mein Ultralauf Debüt und mein Training hat gut funktioniert. Zwei Tage vor Start habe ich mir leider das Schulterblatt gezerrt. Meine Masseurin hat mich aber noch hinbekommen, beim Lauf selbst, hatte ich keine Probleme mehr. Mein Lauf war eigentlich sehr konstant und ich blieb nur einmal kurz stehen. Mental hatte ich einen sehr guten Tag, was sehr wichtig ist bei einem Ultralauf. Da ich von der Platzierung her immer weiter nach vorne gekommen bin, hat mich das sehr motiviert. Da es sehr windig war und es mein erster Lauf war bin ich mit 8:07:29 Stunden natürlich mehr als zufrieden. Mein oberstes Ziel war ins Ziel kommen. Das es Bronze geworden ist, ist natürlich gewaltig und mein bisher größter sportlicher Erfolg.“

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