A day in the life of a runner

Liebe Leser,

Wie unterscheidet sich eigentlich der Läufer-Alltag vom Alltag anderer Menschen (die kein intensives Hobby haben)? Es kommt sicherlich auf die Person drauf an – jeder organisiert sich das mit dem Laufen ein bisschen anders. Aber ich trau‘ mich, einmal pauschal zu sagen, dass wir Läufer / Sportler ein bisschen mehr planen, organisieren und mitdenken müssen, damit wir alles unter einen Hut kriegen. Manchmal werde ich gefragt, ob mir das nicht irgendwann zu blöd wird: immer das Training einplanen, immer überlegen, wo gibt’s Duschmöglichkeiten, immer Gewand zum Wechseln, Duschgel und Fön mit mir rumtragen. Eigentlich… nein. Es wird mir ganz und gar nicht zu blöd. Ich organisiere gern Sachen, nicht nur was das Laufen anbelangt. Für mich wird das Leben durch ein bisschen Planung und Struktur einfacher, nicht komplizierter!

Also, für alle die es interessiert: so schaut ein Tag in meinem Leben ungefähr aus:

Ich stehe in aller Herrgottsfrüh auf, also zu sehr, sehr früher Stunde. Je nachdem, wie lange ich laufen möchte, variiert das mit dem Aufstehen so +/- 30 Minuten. Geschlafen hab‘ ich meist so circa 6 Stunden. (Wir reden jetzt aber von einem Wochentag). Ich geh ins Bad und mache mich fertig. Dann kommt eigentlich gleich das Training. Mein „Standard“ bzw. mein Lieblingstraining an einem Arbeitstag wären so 15 Kilometer mit ein paar Höhenmetern im 5er Schnitt. Aber ich mach‘ auch manchmal Intervalle auf der Bahn (da muss ich aber immer über die Absperrung drüberkraxeln, weil um 5 Uhr das Universitätssportzentrum blöderweise noch nicht offen hat.) Und manchmal geh ich auch ins Fitnessstudio, das macht um 6 Uhr auf (da kann ich sogar ein bissl länger schlafen!).

Ich dusche am Arbeitsplatz, also auf der Klinik, ziehe mir die Dienstkleidung an und nehme mir 20-30 Minuten Zeit für ein Frühstück. Dann arbeite ich halt 8 Stunden (wahlweise auch 25 Stunden – die berühmten „Dienste“). Wenn ich regulär arbeite, geh ich nachher heim, und dann unterscheidet sich mein Tag eigentlich überhaupt nicht mehr vom Tagesablauf einer Couchpotato. Ich geh‘ einkaufen, mache den Haushalt (doch, mein Freund hilft eh auch ein bissl mit…). Wenn ich Zeit habe, mache ich am Nachmittag noch Forschungsarbeit, schau‘ meine Emails an, mache Besorgungen, gehe jemanden besuchen… oder auf einen Kaffee / ein Bier. Normales Leben halt. (Es hat sehr viele Vorteile, vor der Arbeit zu trainieren)! Am Abend entspanne ich dann nur noch, esse gemeinsam mit meinem Schatz zu Abend, und dann schauen wir eventuell noch einen Film an, oder ich lese etwas – es sei denn, ich falle einfach nur todmüde ins Bett. (Okay, ich gebe zu, ab 16 Uhr ist mein Tagesablauf einfach nur langweilig und gewöhnlich. Aber der Vollständigkeit halber musste ich das auch erwähnen!) Übrigens, wenn ich bis zum nächsten Tag arbeite, dann trainiere ich immer gleich nach der Schicht, und danach bin ich meist so aufgeputscht, dass ich trotz circa 3 Std. Schlaf noch bis zum Nachmittag durchhalte. Da gehen sich noch Besorgungen und Hausarbeit aus, und wenn ich müde werde, geh ich eben schlafen.

Mich würde interessieren, wie sieht es eigentlich aus, wenn man nach der Arbeit Sport macht? Ich hab echt einmal versucht, das umzustellen… Aber da hatte ich das Gefühl, dass sich nichts mehr ausgeht, und mein ganzes Leben nur aus Sport besteht. Hm. Ich bin halt keine Nachteule, sondern eine Lärche!

Schönes Wochenende und Zeit zum richtig Ausschlafen wünsche ich euch!

Eure Liesl