Teil 38 (KW 10/2019): Agnieszka Glomb

Agnieszka Glomb ist 28 Jahre jung und Mitglied beim PTSV Rosenheim. 2014 hat sie in Polen den „Wings for life World Run” gewonnen. Nicht der einzige Erfolg der schnellen Physiotherapeutin.

Helden des Laufsports: Hallo Agnieszka, 2018 bist du in Graz den Marathon in einer tollen persönlichen Bestzeit von 02:54h gelaufen. Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Agnieszka: Mehrere Monate habe ich mich fokussiert auf diesen Tag vorbereitet. Die vorangegangenen Wettkämpfe zeigten, dass ich auf einem guten Weg war. Ich fühlte mich gut und fand am Renntag perfekte äußere Bedingungen vor. Von Anfang an lief ich ein mutiges Rennen. Ein glatter 4er-Schnitt war an diesem Tag geplant. Ab dem Halbmarathon (Durchgangszeit 01:25h) musste ich allerdings etwas Tempo herausnehmen. Bis dahin lag ich im Damenrennen auf Platz zwei. Überraschenderweise, stieg die bis dahin Führende Dame aus dem Rennen aus, so dass ich ab diesem Zeitpunkt die Führung übernehmen konnte. Ab Kilometer 33 musste ich, wie die meisten anderen Marathonläufer auch, schwer kämpfen. Ab hier war der Rest des Rennens eine physische und psychische Herausforderung. Letztendlich war ich im Ziel aber überglücklich.

Hdl: Gibt es weitere Bestzeiten auf diese du besonders stolz bist?

Agnieszka: Für mich persönlich sind nicht immer die ersten Plätze, Bestzeiten und Pokale maßgebend. Viel wichtiger sind mir die Erlebnisse und die schöne Erinnerungen, sowie neue Menschen kennenzulernen, alte Bekannte und Freunde zu treffen. Aber Natürlich bin ich sehr stolz auf meine Bestzeit beim Graz Marathon. 2017 bin ich in Bad Füssing die 10-Kilometer in 36:40 Minuten gelaufen, da war ich danach ebenfalls sehr glücklich.

Hdl: Wann hast du deine Leidenschaft und dein Talent für den Laufsport entdeckt?

Agnieszka: Angefangen hat es während meiner Studienzeit in Polen. Damals war ich 22 Jahre jung. Durch Freunde wurde ich zum Laufen motiviert. Mit der Zeit hat sich diese Leidenschaft weiterentwickelt und die Laufstrecken wurden immer länger. Motivation und Ehrgeiz steigerten sich. Ich hatte dadurch das Gefühl ein besserer Mensch zu werden. Nach meinem Umzug nach Deutschland trat ich in einen Verein ein, dem PTSV Rosenheim. Es macht richtig Spaß in dieser Truppe zu sein.

Hdl: Was war dein schönster sportlicher Moment bzw. Erfolg?

Agnieszka: Viel Spaß machen mir die Charity-Läufe, bei denen es nicht nur auf die Bestzeit ankommt und weniger auf die Uhr geachtet wird. Ein gutes Beispiel ist der „Wings for Life World Run“. Dort herrscht eine sehr gute Stimmung. Ein besonders schöner Moment war auch der Staffellauf im Salzbergwerk ”Bochnia” in Polen. In den historischen Ausgrabungen der Bochnia-Salzmine, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen, kreuzen die Läufer 12 Stunden lang die Strecke zwischen den Schächten Sutoris und Campi.

Hdl: Wie viel Zeit investierst du pro Woche in dein Training?

Agnieszka: Aktuell laufe ich fünf Mal in der Woche, jeweils ca. 60-70 Minuten. Außerdem betreibe ich andere Sportarten wie „Dance-Hall“ tanzen, Stabilisierungsgymnastik und Dehnen. Zurzeit sehe ich das Training etwas lockerer.

Hdl: Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?

Agnieszka: Ich möchte gerne meine Zeiten über die 3000 und 5000 Meter verbessern. Später dann meine Marathonzeit, hier habe ich sicher noch Luft nach oben. Ein großes Ziel ist auch, die Freude am Laufen zu behalten!

Hdl: Wie gesagt, du bist Mitglied beim PTSV Rosenheim. Trainiert ihr dort auch gemeinsam?

Agnieszka: Ja, ich gehöre seit April 2015 zum Verein. Das gemeinsame Training findet drei Mal wöchentlich statt. Ich nehme beruflich bedingt zwei Mal pro Woche am gemeinsamen Training teil. Davon profitiere ich persönlich sehr.

Hdl: Hast du aufgrund deines Berufes als Physiotherapeutin weniger Probleme mit Verletzungen? Du musst ja deinen Körper, berufsbedingt, sehr gut kennen.

Agnieszka: Ich habe mich bisher nur einmal verletzt (eine muskuläre Verhärtung – Hamstrigs Muskulatur). Doch ich bekam das Ganze schnell wieder in den Griff. Durch mein berufliches Wissen bzw. Können kenne ich meinen Körper sehr gut und kann mir somit selber helfen. Das Vorbeugen von Verletzungen ist das A und O für mich, das bedeutet unter anderem viel dehnen.

Hdl: Du bist gebürtige Polin, was hat dich nach Rosenheim verschlagen?

Agnieszka: Ich bin wegen der Möglichkeit in meinem Beruf  zu arbeiten, ins Ausland gegangen. Vor ca. vier oder fünf Jahren, als ich mit meinem Physiotherapie Studium fertig war, war die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Polen sehr schwierig. Ich wollte unbedingt in einem Bereich, der mir persönlich viel Spaß macht und die Verwirklichung meiner Träume bedeutet, arbeiten.

Hdl: Welche Hobbys hast du außer dem Sport noch?

Agnieszka: Ich lese gerne, tanze Dance-Hall (das ist eigentlich eine auf Reggae aufbauende Musikrichtung, die Ähnlichkeiten mit Hip-Hop hat, zu welcher getanzt wird). Außerdem treffe ich mich gerne mit meinen Freunden.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Spaß beim Laufen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.