Teil 67 (KW 39/2019): Alexander Krippner

Alexander Krippner hat in seiner noch jungen Sportlerkarriere schon viel erlebt. Der 17-jährige Reichersberger kollabierte im April d. J. beim Wien Marathon FÜNF METER (!) vor der Ziellinie und brach sich nur drei Monate später im Juli beim Triathlon in Wels das Schlüsselbein. Alex ist aber nicht nur im Ausdauersport ein großes Talent, vor kurzem holte er sich sogar mit dem UTC Reichersberg den Tennis-Meistertitel. Mehr dazu im Helden-Interview #67

Helden des Laufsports: Hallo Alex! Im April hast du in Wien dein Marathondebüt gefeiert. Du warst auf einem guten Weg deinen ersten Marathon unter drei Stunden zu laufen. Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Alexander: Anfangs war es gar nicht der Plan, in unter drei Stunden zu finishen. Ich wusste aber, dass ich knapp über drei Stunden laufen kann und dann wollte ich es zumindest probieren. Es war ein unglaubliches Rennen. Nach den ersten Kilometern wusste ich, dass das Training sehr gut angeschlagen hat. Es verlief bis Kilometer 30 alles nach Plan. Ab da wurde es dann hart, aber welcher Marathon verläuft beim ersten Mal schon perfekt?

Hdl: Was ist dann, fünf Meter vor dem Ziel, passiert?

Alexander: Kurz vor dem Ziel haben meine Beine aufgehört zu arbeiten und ich stürzte. Ich habe versucht wieder aufzustehen, aber es ging nichts mehr. Noch bevor mich zwei Läufer übers Ziel tragen konnten, kamen die Rettungskräfte, mit denen ich anschließend meinen ersten Marathon zu Ende brachte.

Hdl: Mit 17 Jahren einen Marathon zu laufen – und dann auch noch in einem Schnitt von 04:15min/km, ist ziemlich mutig! Kam der Marathon für dich zu früh und wann hast du dich wieder erholt?

Alexander: Der Marathon kam auf keinen Fall zu früh. Ich würde es wieder so machen. Vielleicht mit einer Umstellung der Wettkampfernährung, aber das sind Sachen, die lernt man einfach mit der Zeit. Ich habe im Marathon, aber besonders in der Vorbereitung sehr viel übers Laufen und über mich gelernt. Das sind Erfahrungen die kann einem keiner mehr wegnehmen. Nach zehn Tagen durfte ich wieder mit leichtem Training beginnen, aber völlig erholt war ich dann ca. ein Monat später.

Hdl: Wie intensiv hast du dich auf Wien vorbereitet?

Alexander: Trainiert habe ich nach dem FIRST-Trainingsprinzip. Jede Woche gab es für mich ein Intervalltraining, einen Tempolauf, einen langen Lauf und zusätzlich noch Alternativtrainings. Der Umfang war deshalb nicht so hoch, dafür aber die Intensität der einzelnen Trainings umso höher.

Hdl: Ebenfalls dieses Jahr, hast du zum ersten Mal bei einem Triathlon teilgenommen. Auch hier gab es ein kleines „Malheur“. Was ist passiert?

Alexander: Nach einem für mich sehr gutem Schwimmen ging ich völlig übermotiviert auf die anspruchsvolle Radstrecke. Am Ende der ersten Radrunde stürzte ich auf die linke Schulter und brach mir dabei das Schlüsselbein. Ich konnte den Wettkampf zwar noch finishen, doch es ging wieder mal ins Krankenhaus. Trotzdem hat der Wettkampf total Spaß gemacht!

Hdl: Jetzt aber zu etwas Erfreulicherem. Wie man beim Marathon gesehen hat, läufst du für dein Alter schon sensationell tolle Zeiten. Deine 10-Kilometer-Bestzeit liegt bei 37:32 Minuten. Was waren deine positiven Highlights in dieser kurzen Zeit?

Alexander: Highlights habe ich mittlerweile schon einige erlebt. Der erste Halbmarathon unter 01:30 Stunden in der Wachau letztes Jahr, die Wahnsinns Stimmung beim Silvesterlauf in Peuerbach, mein erstes Gesamtpodest in Ried beim Messelauf und natürlich der Marathon in Wien, auch wenn das Ende nicht so verlief, wie ich es mir vorstellte. Aber all diese Erlebnisse sind nur halb so viel wert, wenn man sie alleine erlebt. Aus diesem Grund bin ich froh, Mitglied beim CLR-Sauwald zu sein, die mich bei meinen Vorhaben unterstützen.

Hdl: Welche großen läuferischen Ziele hast du für die Zukunft?

Alexander: Über das mach ich mir jetzt eigentlich noch keine großen Gedanken. Natürlich habe ich wie fast jeder Läufer meine Zeiten im Kopf, aber auf das kommt es nicht drauf an. Ich will Leistungen bringen, auf die ich einmal stolz zurückblicken kann, wenn es mal mit dem Laufen vorbei ist. Mit solchen Zielen muss man also anpassungsfähig sein.

Hdl: Nicht nur beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen bist du schon ganz ordentlich unterwegs. Dieses Jahr konntest du auch schon eine Tennis-Meisterschaft gewinnen. Wie passt das Lauftraining zum Tennistraining?

Alexander: Da kann ich wirklich froh sein, dass ich so einen spitzen Tennisverein hinter mir habe, der es toleriert, wenn es mal Zeiten gibt, an denen man mich nicht so oft am Tennisplatz sieht, sondern eher in den Laufschuhen oder am Rad. Deshalb haben der Tennisverein und der Mannschaftsmeistertitel bei mir einen großen Stellenwert. Ansonsten lässt sich das Tennisspielen sehr gut ins Laufen integrieren. Kurze Sprints und Bewegungen im Oberkörper, bringen Kraft und beugen Verletzungen vor.

Hdl: Du bist Schüler. Welche Schule besuchst du und hast du schon konkrete Pläne für die Zukunft?

Alexander: Aktuell besuche ich die 4. Klasse der HTL Ried für Maschinenbau und Leichtbau. In dem Bereich möchte ich auch später mal arbeiten. Mal sehen was die Zukunft bringt!

Hdl: Am Ende vollende bitte noch folgenden Satz: Sport bedeutet für mich…

Alexander: …Abstand zum normalen Alltag zu bekommen und mit seinem Körper einmal aus der Komfortzone heraus zu kommen.

Hdl: Danke für das Gespräch, alles Gute und keine weiteren „Stürze“ wünschen wir dir!

Alexander: Danke fürs Interview!