Als Helmut Schmuck “reif für die Insel” war

Text: Olaf Brockmann. Ein Beitrag aus der Reihe: “Was geschah am …?”

Datum: Dezember 1994 und 1995

Gerade wo Sarah Lagger heuer auf la Réunion gestartet und großartige Dritte geworden ist, hat einen wieder das Fernweh gepackt. Wie gerne wäre man wieder einmal in dem 220 km südwestlich von Mauritius gelegenen Insel-Paradies dabei! Aber unsereiner hockt daheim im tristen Lockdown, kann aber wenigstens in Erinnerungen von vor einem Vierteljahrhundert schwelgen. 1994 und 1995 war ich mit Österreichs Bergläufern bei dem berühmten „Trans-Dimitile“ im Dezember auf La Réunion dabei. Da erlebte ich vom Helikopter aus die beiden glanzvollen Siege von Helmut Schmuck. Der Salzburger, damals im Start- und Zielort Entre Deux wie ein Volksheld gefeiert, hatte sich bei den Rennen über 35 Kilometer mit einer Höhendifferenz von 1640 Metern zweimal als überlegener Sieger durchgesetzt.

Der junge Helmut Schmuck.

Während Sarah Lagger gleich einen Tag nach ihrem Wettkampf hatte zurückfliegen müssen und nur wenig von der Insel Hatye sehen können, hätten wir damals jeweils knapp eine Woche Zeit, die Insel, ein französisches Übersee-Department und damit zur EU zählend, zu erkunden. Wir waren zu einem günstigen Zeitpunkt dort. In Entre Deux feierte man im Dezember gerade das Früchtefest. Mangos, Pfirsiche, Ananas und Litschi wurden geerntet, das ganze Dorf war auf den Beinen. Auf dem Hauptplatz tobten Kinder, junge Mädchen tanzten, die Schönheiten der Insel zeigten sich. Und Helmut Schmuck wurde auch von der jungen, scheuen Miss Entre Deux geehrt.

Nach seinen Siegen, bei denen Österreichs Ausnahmeläufer bei extremer Luftfeuchtigkeit einen Aufstieg mit Steigungen bis zu 40 Prozent bewältigen musste und an Orchideen, Farnen, Fröschen, Dechsen, Flugheuschrecken und winzigen, schönsten Vögeln vorbeihuschte, konnte er sich unten am Meer wenigstens am Strand ausruhen, die Märkte besuchen. Mit einem Helikopter flogen wir schließlich auch tief ins Innere der wild zerklüfteten Insel. Atemberaubende Blicke in die steil abfallenden Täler und auf die Kraterlandschaften der Vulkane.

Traumhaft!

Einen meiner Berichte titelte ich damals mit der klassischen Plattitüde: „Reif für die Insel!“ Das trifft heute – während der Covid-19-Epidemie – mehr zu denn je. Aber wenigstens bleiben die schönen Erinnerungen. „Wir hatte damals auf La Réunion eine Gaudi“, hatte mich Helmut Schmuck diese Woche erinnert. Grund genug, ein paar der schon etwas vergilbten Bilder hervorzukramen.

“1994 und 1995 im Dezember auf der tropischen Insel zu Laufen, war ziemlich anstrengend! Dafür waren die Tage nach dem Rennen äußerst angenehm, baden im Indischen Ozean und Exkursionen mit den Einheimischen, extrem schön war es”, erinnert sich Helmut Schmuck gerne zurück.

Helmut Schmuck (57)
Ein Artikel von damals.

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