Anja Kobs: „Alles mitnehmen was geht“

Mitten unter der deutschen Elite konnte Anja Kobs beim Mitsommerlauf in Regensburg ihre persönliche Bestzeit über 10.000 Meter verbessern. Nach 38:28 Minuten erreichte die Athletin vom TSV Alling das Ziel und platzierte sich auf den tollen 17. Rang. Im Interview spricht die 43-Jährige über dieses Rennen und ihre nächsten Ziele.

Foto: ©Anja Kobs

Helden des Laufsports: Wie war es für dich, endlich mal wieder bei einem Rennen am Start zu sein?

Anja Kobs: Unglaublich. Ich bin ja dieses Jahr schon drei inoffizielle Rennen gelaufen, meine eigenen Wettkämpfe, wo ich jeweils Bestzeit erlaufen konnte, aber mit Konkurrenz und Startschuss ist das doch nochmal etwas ganz anderes! Bekannte Gesichter sehen, das ganze Drumherum, es war einfach schön.

Wie zufrieden bist du mit deinem Rennen?

Sehr! Erneute Bestzeit über 10.000 Meter. Im März – bei einem Trainingswettkampf über zehn Kilometer auf der Straße – konnte ich meine bisherige Bestzeit aus dem Jahr 2015 schon von 39:48 Minuten auf 38:51 Minuten pulverisieren und jetzt noch eines oben draufsetzen. Echt genial. Vor allem weil ich noch zwei Wochen zuvor einen Halbmarathon – ebenfalls im Training – in 01:25:44 Stunden und noch vor einer Woche eine Radtour entlang der Alpenstraße mit 428 Kilometern und 5700 Höhenmetern absolviert hatte. Das war das Tüpfelchen auf dem I nach einer intensiven Belastungsperiode.

Wie viel hast du während der Corona-Pause trainiert? Hattest du auch mal Motivationsprobleme?

Ich habe eigentlich am Training nichts geändert. Mein Coach und ich habe mögliche Hauptwettkämpfe festgelegt und danach trainiert, als ob diese stattfinden würden, weil ja auch bislang immer noch keiner weiß, ob und wann und wie. Motivationsprobleme hatte ich nie. Ich bin so gerne draußen an der frischen Luft – mir macht das Training so unheimlich viel Spaß. Ich habe einfach meine privaten Wettkämpfe eingebaut. 😊

Gibt es schon konkrete Pläne für die nächsten Wettkämpfe?

Jaaaa! Am Samstag, 01.08.2020, laufe ich die 5.000 Meter in München. Vor kurzem habe ich mich für den Gebirgsmarathon im Allgäu angemeldet: 30 Kilometer und 3000 Höhenmeter! Eine Woche später findet das 6 Summits Sky Race in Saalfeld statt (26km/2600Hm). Das sind natürlich enorme Belastungen, aber dieses Jahr muss man einfach alles mitnehmen was geht und auf gute und vernünftige Vorbereitung und ausreichend Regeneration dazwischen achten. Abgesehen davon, wurden auch schon als „100% sicher“ eingestufte Rennen, urplötzlich wieder ohne mir erfindliche Gründe abgesagt. Daher glaube ich es immer erst, wenn ich wirklich an der Startlinie stehe.

Noch ein kurzer Rückblick auf deine bisherige Laufbahn: Was waren deine bisher größten Erfolge?

Hach, das ist schwierig. Ich mache das in semi-professioneller Form seit acht Jahren und stand bei 100 Rennen 84-mal auf dem AK-Podium, feierte 54 AK-Siege und davon 27 Gesamtsiege. Daher bin auf die durchgängige Konstanz sehr stolz. Jedes Jahr war in seiner Art erfolgreich. Die größten Erfolge waren mit Sicherheit der Deutsche Duathlon-Meistertitel (Kurzdistanz) 2018, der Vize-WM-Titel Duathlon (Langdistanz) 2017 oder dieses Jahr mein privater Solo-Marathon in 02:58:40 Stunden. Damit habe ich mir einen – nach vielen Rückschlägen – jahrelangen Traum erfüllt. Weil ich nicht aufgehört habe, an mich zu glauben! Und die Jüngste bin ich ja auch nicht mehr. 😉

Foto: ©Anja Kobs

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