Anna Pabinger: “Es ging mir gut, warum hätte ich warten sollen?”

Anna Pabinger aus Edt bei Lambach ist elf Monate nach der Geburt ihres Sohnes Valentin zum oberösterreichischen Landesmeistertitel gelaufen. In Vöcklabruck benötigte die 31-Jährige für die 5.000 Meter 17:41 Minuten. Wann sie wieder mit dem Training begonnen hat, und ob es mit Kind schwerer ist sich zu motivieren, erfahren wir im Interview.

Foto: ©Anna Pabinger

Helden des Laufsports: Gratuliere zum Titel und dieser Zeit. Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Anna Pabinger: Ich bin von Anfang an kontrolliert das Tempo gelaufen, das ich mir vorgenommen habe. Ich habe gewusst, dass ich im Moment so eine Zeit laufen kann, wenn ich einen guten Tag habe. Und den hatte ich. Am Ende fand ich es sogar ein bisschen schade, dass wir nicht mit den schnellen Männern starten durften, denn ich hatte echt noch Energie. Wenn dann wer dagewesen wäre, den ich noch einholen hätte wollen, wäre ich sicher noch mal ins Gas gestiegen. So ging es halt mehr um den Titel, als um eine Zeit. Aber so sind halt Meisterschaften.

Selbstverständlich ist das ja nicht. Euer Sohn Valentin ist gerade mal elf Monate. Wann hast du wieder mit dem Training begonnen?

Ich habe ungefähr acht Wochen nach der Geburt wieder mit dem Laufen begonnen. Mir ging es so gut, die Geburt war komplikationslos, mein Beckenboden stabil. Für mich gab es also keinen Grund noch länger zu warten. Natürlich habe ich mit 20 Minuten im Schneckentempo begonnen und erst mal ein paar Tage abgewartet wie es sich auswirkt, aber es war glücklicherweise alles bestens. 😉

Foto: ©Anna Pabinger

Fällt es dir jetzt mit Kind schwerer, dich zu motivieren?

Nein, denn ich mache auch noch bei weitem nicht so viel Sport wie davor und auch sehr wenig intensive Einheiten. Eigentlich habe ich erst vor zwei Monaten wieder mit etwas strukturierterem Training begonnen. Ich bin ja eigentlich Triathletin, ich schwimme und radle aber momentan sehr selten. Das ist alles sehr zeitaufwendig und ich möchte lieber so viel Zeit wie möglich mit meinem kleinen Sonnenschein verbringen. Das Laufen ist so schön unkompliziert, das kann man immer und überall mal machen, auch mit Kind. Die meiste Zeit bin ich auch mit dem Kinderwagen laufen. Das ist vielleicht nicht sehr gut für meine sowieso eher miese Lauftechnik, aber so brauche ich keinen Babysitter und Valentin gefällt es auch so richtig.

Wie sah in den letzten Wochen eine intensive Trainingswoche aus?

Wie oben erwähnt, habe ich erst vor zwei Monaten beschlossen wieder etwas strukturierter zu trainieren. In dieser Zeit habe ich pro Woche zwei intensive Einheiten gemacht. Meistens ein Training mit kürzeren, sehr schnellen Intervallen, um meine langsam gewordenen alten Beine wieder etwas zu aktivieren, und ein Training an der Schwelle. Trainingspläne schreibt mir übrigens mein Mann. Der hat unglaublich viel Erfahrung und weiß auf was mein Körper besonders gut anspricht. Ansonsten stehen in so einer Woche nur mehr drei bis vier gemütliche Läufe am Plan, meist eben mit Kinderwagen.

Welche Wettkämpfe, sofern diese sattfinden sollten, hast du für dieses Jahr noch geplant?

Um ehrlich zu sein, ist gar nichts mehr geplant. Wenn nicht ein Freund von mir im Mai einen 5.000er Testlauf gemacht hätte, wo ich zum Spaß mitgelaufen bin, dann würde ich wahrscheinlich bis heute an keine Wettkämpfe denken. Ich bin bei diesem Lauf aber unerwartet schnell gewesen, was mich motiviert hat, wieder mehr zu trainieren. Vielleicht schaffe ich es noch bei den Österreichischen Meisterschaften über 5.000 Meter mitzulaufen, das wäre schon eine tolle Sache, auch wenn ich weiß, dass ich da dann ganz hinten mitlaufe. Aber reizen würde es mich schon einmal. Alles andere weiß ich noch nicht, ich lass mal lieber alles auf mich zukommen.

Auch Valentin hatte seinen Spaß. (Foto: ©Anna Pabinger)

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