Teil 34 (KW 06/2019): Antje Tomfohrde

Antje Tomfohrde ist 50 Jahre und aus Nordrhein-Westfalen. Ihr größter sportlicher Erfolg war jener als sie begonnen hat zu laufen. Mit ihrer ebenfalls sportlichen Familie ist die begeisterte Bloggerin viel unterwegs. Dies und mehr erzählt sie uns im Helden-Interview #34.

Helden des Laufsports: Von fünf Kilometer-Wettkämpfe bis zum Marathon läufst du alles. Welche ist deine Lieblingsdistanz und warum?

Antje: Gute Frage! Jede Distanz hat natürlich etwas Besonderes. Da ich aber relativ lange brauche, um „auf Temperatur“ zu kommen, finde ich alles ab zehn Kilometer interessant. Die ersten drei Kilometer sind zum Warmlaufen, egal ob ich mich vorher schon warm gemacht habe oder nicht. Wenn es gut läuft, kann ich dann die Betriebsgeschwindigkeit relativ gut halten und das macht dann einfach Spaß. Es ist ein gutes Gefühl, so die anvisierte Zeit mit einem Lächeln zu erreichen.

Hdl: Wie wichtig sind für dich Zeiten und was motiviert dich zum Laufen?

Antje: Wenn man als Außenstehender meine Zeiten sieht, könnte man vermuten, dass mir Zeiten nicht so wichtig sind. Allerdings hat auch so eine „langsame“ Läuferin ihre Ziele. Am Anfang stand natürlich das Ziel überhaupt anzukommen bzw. eine bestimmte Distanz am Stück zu laufen, wobei mir die Distanz am Anfang wichtiger war als jetzt. Jetzt habe ich schon einen gewissen Ehrgeiz und möchte noch ein paar Zeiten knacken bzw. bestimmte Distanzen besser schaffen. Am Anfang ging es also wirklich erst einmal nur um die Distanz und die Ausdauer. Mittlerweile mache ich auch Hügelläufe und ich wurde auch tatsächlich schon ein paar Mal im Stadion gesichtet, wo ich mich am Intervalltraining versucht habe. Ich mag es, mich beim Training ein bisschen zu quälen, von daher weiß ich gar nicht so recht, wie ich die Frage nach der Motivation beantworten soll. Ich bewege mich einfach gerne und mag das Gefühl, nach dem Sport so richtig ausgepowert zu sein. Manchmal gibt es dann die ganz entspannten Läufe mit meinem Mann oder einigen laufbegeisterten Freundinnen und ganz selten mal mit meinen Töchtern. Hier wird viel gequatscht und gelacht. Auch schnellere Trainingspartner fehlen bei mir nicht. Die Motivation ist also da.

Hdl: Hast du eine Bestzeit auf die du besonders stolz bist und welche soll in der Zukunft noch fallen?

Antje: So richtig stolz bin ich noch auf keine Bestzeit, aber ich bin jedes Mal stolz wenn ich schneller als beim letzten Mal bin. Ich würde gerne die zehn Kilometer unter einer Stunde laufen und dann auch die Halbmarathon-Zeit verbessern und natürlich beim nächsten Marathon erst einmal unter fünf Stunden bleiben.

Hdl: Wann hast du mit dem Laufen begonnen? Warst du schon immer sportlich?

Antje: 2008 habe ich mir die ersten Laufschuhe gekauft, aber ernsthafter habe ich erst im Jahr 2013  damit begonnen. Ich wollte in mein Hochzeitskleid passen und einen zehn Kilometer Lauf absolvieren. So ging es dann los. Danach kam dann der Wunsch nach dem ersten Halbmarathon und später dann der Plan einen Marathon zu laufen usw. Als Kind war ich jahrelang im Schwimmverein und habe dann als Jugendliche Volleyball gespielt. Skifahren, Tennis und Fitness waren auch noch im Rennen und irgendwann kam das Laufen dazu.

Hdl: Wie oft gehst du in der Woche laufen? Wie sieht dein Alltag neben Familie und Beruf aus?

Antje: Im Trainingsplan steht viermal, was ich aber im Augenblick höchst selten schaffe. Ich versuche aber so oft wie möglich meine Runden zu drehen. Dreimal schaffe ich es meistens und dann eben auch noch etwas Stabi. Wenn ich nicht gerade meine Kinder zum Training bringe, selber Sport mache oder mich umso langweilige Dinge wie Haushalt kümmere, versuche ich mich mit Freunden zu treffen oder zu fotografieren. Ab Februar ist noch eine Fortbildung im Bereich „social media“ geplant, ich bin gespannt.

Hdl: Machst du auch andere alternative Sportarten?

Antje: Ja, ich versuche als Alternative zum Laufen zweimal die Woche zu schwimmen, das ist für mich eine tolle Möglichkeit abzuschalten und mich auszupowern. Das geht auch gut, da meine Kinder sehr häufig im Schwimmbad sind und ich somit die Wartezeit verkürzen kann. Ab und an machen wir mit der Familie auch Radtouren und manchmal gehe ich auch in Fitnesskurse, je nachdem wie es zeitlich passt.

Hdl: Du bist verheiratet und hast zwei Kinder. Wie sportlich ist deine Familie?

Antje: Mein Mann läuft auch, allerdings ohne jeglichen Ehrgeiz, bringt allerdings physisch hervorragende Voraussetzungen mit. Er ist sehr schlank hat lange Muskeln und eine gute Ausdauer. Er ist früher viel Rad gefahren und hat in diesem Jahr wieder verstärkt damit begonnen. Ansonsten geht er mehr oder weniger regelmäßig ins Fitnessstudio, um dem Verfall vorzubeugen. Meine beiden Töchter (12 und 9 Jahre) machen beide sehr viel Sport. Die Große geht vier- bis fünfmal pro Woche zum Schwimmtraining, die Kleine dreimal pro Woche und macht auch Ballett. Beide laufen ab und an, die Große, weil es zum Training gehört und die Kleine macht es einfach gerne.

Hdl: Du schreibst auch gerne über dein Hobby. Wie kam es dazu?

Antje: Das hat sich so ergeben. Zum einen bin ich beruflich natürlich ein wenig vorbelastet, da ich ab und an Texte verfasse, was aber im Vergleich zum Laufen eher trockenes Zeug ist. Nachdem ich mich bei Twitter angemeldet habe, habe ich ja diesen fantastischen #Twitterlauftreff gefunden und dachte mir, dass so ein Laufblog doch auch etwas für mich wäre. So kam das. Ich hoffe, dass es für einige interessant ist, das Laufen auch einmal aus Sicht einer „Langsamläuferin“ zu lesen. Nicht nur das Schreiben, sondern auch das Lesen andere Blogs macht sehr viel Spaß.

Hdl: Du kommst aus Hohenlimburg (gehört zu Hagen) in Nordrhein-Westfalen. Wie sind dort deine Trainingsmöglichkeiten?

Antje: Hohenlimburg gehört ja schon zum Sauerland und dadurch gibt es hier auch ein paar Hügel, was auf jeden Fall für Abwechslung sorgt. Es gibt viele Möglichkeiten zu laufen, wir haben viel Wald in der Nähe und auch einen Fluss, die Lenne, die durch unseren Ort fließt. An ihr kann man sehr lange laufen und kommt dann zum Hengstey- und Harkortsee, dann kann man weiter durchs Ruhrgebiet laufen (ein Paradies für Ultraläufer, die „TorTour de Ruhr“ geht ja u.a. hier entlang). Es gibt noch einige Strecken, die ich hier ablaufen möchte.

Hdl: Letzte Frage. Du bist bei keinem Verein, ich gehe davon aus du läufst gerne alleine?

Antje: Ja, ich laufe gerne alleine, aber auch mit anderen zusammen. Feste Trainingszeiten einzuhalten, schaffe ich momentan einfach nicht. Ansonsten wäre ein Lauftreff oder ein festes Training schon schön. Ich habe einmal beim Triathlonverein in Hagen ein Lauftraining mitgemacht, das hat Spaß gemacht (also ich war platt wie ein Brötchen danach), ist momentan aber nicht machbar. Es macht mir aber nichts aus, alleine zu laufen oder auch alleine zu schwimmen. Ich brauche beim Laufen auch keine Musik oder Hörbücher, es ist toll, einfach nur zu laufen und die Gedanken auch laufen zu lassen.

Hdl: Danke für das Gespräch!

Antje: Vielen Dank meinerseits!

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