Erfahrungen mit dem Babyjogger – Teil 2

Für viele ist es eine große Herausforderung das Familienleben mit dem Laufen zu vereinbaren. Ein Babyjogger bietet hier tolle Möglichkeiten das zu schaffen. In unserer dreiteiligen Serie schauen wir uns einige Erfahrungsberichte dazu an. Heute mit Samantha Middleton (35) und Jürgen Demuth (47) aus Wien.

Phase Eins – Das Baby ist da und Mama darf wieder laufen:

Mein Partner und ich sind begeisterte Läufer und da war es für uns von Anfang an klar “Elisabeth” kommt mit. Wir laufen dabei von der Bahn, über Cross- und Berglauf, verschiedenste Distanzen auf der Strasse bis hin zum Marathon. Bei Österreichischen Meisterschaften geht sich da in der Age Group auch immer wieder eine Medaille aus, Elisabeth liebt es, auf dem „Stockerl“ zu stehen. Als aller Erstes mussten wir uns Gedanken machen, welchen Buggy/welches Laufwagerl/welchen Anhänger wir uns zulegen wollten. Wir sind vielseitig unterwegs und mussten uns einmal klar werden, für welchen Zweck wir es genau benötigen. Je mehr wir uns überlegt und recherchiert haben, desto mehr Auswahl (mit Klappsitz oder ohne, Zweisitzer für später vielleicht, mit oder ohne Motor), in unterschiedlichen Preiskategorien, stand zur Verfügung.

©Samantha Middleton

Phase Zwei – die Entscheidung:

Schlussendlich, nach mehreren Beratungs- und Erfahrungsgespräche haben wir uns für ein simples aber leichtes Einsitzer-Laufrad mit Fahrradkombination entschieden. Zusätzlich haben wir entschieden, eine kostengünstigere Version zu kaufen, da die “Vorteile” gegenüber teureren Modellen nicht signifikant waren (z.B. Material oder Sitzkomfort).

©Samantha Middleton

Phase Drei – das Ergebnis = Unsere Laufwagerl:

Unser fröhlich rotes Wagerl hat beidseitige Bremsen, Hinterachsenfederung, Sicherheitsgurte, ein integriertes Insektennetz und einen Regenschutz (siehe Bild), Vorderreifen aus Hartgummi, Hinterreifen mit Fahrradluftschlauch für zusätzliche Federung, zwei Innentaschen für Elisabeth (Getränk, kleineres Spielzeug, Kekse…), Netztasche hinten für unsere Sachen – Schlüssel, Handy, Jacke…, Faltbar/zusammenklappbar inkl. abnehmbarer Griff, damit man es auch ins Auto bekommt, Stange und Fahrradsicherung (sehr leicht Bedienung), Reflektoren und natürlich haben wir vorne und hinten Lichter angebracht. 

©Samantha Middleton

Phase Vier – Los gehts!

Los gehts – Kind rein und ab! Naja dieser Gedanke hat sich nach einigen 100 Meter nicht ganz bestätigt. Wir mussten unseren Laufstill etwas anpassen. Mit einer Hand halten oder doch mit Zwei? Neben dem Wagerl laufen oder direkt dahinter? Und ständig die Sorge: Sitz Elisabeth bequem, gefällt es ihr, braucht sie etwas, zieht es zu viel? Welcher Elternteil kennt das nicht ?. Aber mit der Erfahrung kommt bekanntlich die Weisheit und ganz bestimmt die Gelassenheit. Wir haben, jeder für sich, gelernt wie wir am besten, damit laufen können. Jürgen läuft eher seitlich und ich eher dahinter mittig, aber ins eins sind wir uns einig – einhändig. Elisabeth konnte hier bereits sitzen und so haben wir uns den zusätzlichen Einbau-Wanne erspart. Wir haben trotzdem ein paar Polstern und Decken zur Stabilität angebracht. Je größer und sicherer Elisabeth wurde desto weniger Decken wurden mitgeführt. Sie hat von Anfang an die Fahrt in ihrem Wagerl geliebt. Jürgen und ich haben unterschiedliche Trainingstempos und Einheiten und aus Erfahrung haben wir gelernt, dass wir gewisse Trainingsläufe nicht mit dem Wagerl machen können (dann ist Time-Management gefragt), gerade langsame und regenerative Einheiten eignen sich aber Bestens. Immerhin werden diese Einheiten dann nicht zu schnell angegangen J. Auch das Bahntraining ist eine tolle Alternative, hier bekommt die Kleine mit, was passiert. Das nächste Ziel sind diverse ÖM und der Vienna City Marathon in April. Gemütliche Familienläufe, ein lockerer Dauerlauf und mäßig lange Läufe sind mit Kind völlig ok und immer ein schönes Erlebnis. Tempoläufe und Intervalltrainings sind dagegen für Beide nicht passend. Hier bremst das Wagerl und die Konzentration ist nicht ausreichend. Mittlerweile ist Elisabeth fast drei Jahre alt und möchte nicht nur stillsitzen. Selbst ist das Kind. Wir drehen den Haltegriff einfach um und lassen sie schieben. Und wenn mein älteres Taufkind zu Besuch kommt, wird auch gleich um die Wette gelaufen. 

©Samantha Middleton

Laufrunden:

Lainzer Tiergarten, Wienfluß-Becken, Prater Hauptallee, Schönbrunn, praktisch überall…

Laufstill:

Familienlauf – eher langsam mit viel Gespräch und Spielereien. Hauptaugenmerk ist die Frischluft und die Aktivität und manchmal mit Elisabeths Laufrad, damit sie nebenbei mit Radeln kann. Am Wochenende und im Urlaub. Dauer 1-3 Stunden Dauerlauf oder Mittellangerlauf- als Training für mich sowie als Frischluftaktivität nach dem Kindergarten gedacht. Elisabeth fällt es immer schwerer im Kindergarten den Mittagsschlaf zu genießen und so ist ein bisschen rütteln und schütteln im Wagerl das perfekt Einschlafmittel um am Nachmittag wieder fit in den Tag starten zu können. Dauer 1,5 Stunden. Manchmal spielt sie auch oder genießt einfach nur die Aussicht. Fast immer genießt man ein Lächeln der entgegenkommenden Läufer! Und zu guter Letzt: Alle kommen meist müde, aber glücklich nach Hause und das fördert das allgemeine Wohlbefinden. 

Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck von unseren Läufen mit einem Baby bis zum Kleinkindalter vermitteln und stehe gerne für weitere Fragen oder ein Interview zur Verfügung! Falls Fotos veröffentlicht werden, bitte ich kurz um Info wo, welche und wann. Danke!

Info: Hier geht es zu Teil eins. Teil drei folgt.

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