Teil 76 (KW 48/2019): Chris Maierhofer

Christian Maierhofer ist 51 Jahre jung und lebt mit seiner Frau in Wildenau/Oberösterreich. Der Maurer hat sich auf Ultraläufe spezialisiert und Läufer-Freundschaften sind ihm persönlich sehr wichtig. Im Helden-Interview #76 spricht er auch darüber, warum er mit dem Laufen begonnen hat.

Helden des Laufsports: Hallo Christian. Wann hast du mit dem Laufen begonnen?

Christian: Gelaufen bin ich immer schon, anfangs nur Volksläufe. Zwischen 30 und 40 Jahren hat mich die Arbeit und die Familie etwas mehr gefordert. In diesen zehn Jahren ist das Laufen fast eingeschlafen. Bandscheibenprobleme haben sich von Zeit zu Zeit eingestellt. Bei einem Fahrradausflug habe ich einen gleichaltrigen Bekannten getroffen, der hatte gerade seinen 40. Geburtstag gefeiert und ist durch eine „Eingebung“ zum Läufer geworden. Ich bin ein kurzes Stück neben ihm hergefahren und beim Plaudern habe ich ihm erzählt, dass ich schon nach wenigen Kilometern laufen, Probleme mit der Bandscheibe bekomme. „Musst du halt weiter laufen, dann wird es wieder gut“, hat er mir geantwortet! Im darauffolgenden Jahr bin ich in Biel (Schweiz) die 100 Kilometer gelaufen. Mein Bekannter hatte zu dieser Zeit schon wieder aufgehört zu laufen. Von meinem Bandscheibenleiden hat er mich allerdings geheilt (danke Walter). Seit zehn Jahren hat sich diese Leidenschaft eher noch intensiviert.

Hdl: Wie lautet deine Marathonbestzeit und wie verlief dieses Rennen aus deiner Sicht?

Christian: 03:23 Stunden in Berlin. Die vielen Zuschauer, Bands und der Zieleinlauf durch das Brandenburger Tor lassen jeden Läufer das Gefühl eines Siegers empfinden.

Hdl: Waren kürzere Läufe, zwischen fünf und zehn Kilometer, für dich nie ein großes Thema?

Christian: Nein. Wenn die Anreise zum Lauf länger dauert als der Lauf selbst, ist es für mich ökologisch nicht vertretbar. Diese Antwort bekommt jeder, der von mir etwas über kurze Läufe wissen will. Die Wahrheit wird leicht missverstanden, ich behalte sie für mich!

Hdl: Deine Leidenschaft sind Ultraläufe. Was waren hier deine persönlichen Highlights?

Christian: Der Deutschlandlauf 2017 (Etappenlauf in 19 Tagen von Sylt auf die Zugspitze), Mauerweglauf 2018 (100 Meilen von Berlin, zu Ehren der Menschen, die an der Innerdeutschen Grenze ihr Leben verloren haben) und der Rheinsteiglauf 2019 (Nonstoplauf von Wiesbaden nach Bonn). Eigentlich ist jeder Ultralauf der mich landschaftlich inspiriert, ich Gleichgesinnte oder gar außergewöhnliche Menschen treffe, ein persönliches Highlight.

Hdl: Wie viel Zeit investierst du pro Woche in Training?

Christian: Fünf bis zehn Stunden

Hdl: Du lebst in Wildenau/Oberösterreich, wie sind dort deine Trainingsmöglichkeiten?

Christian: Ideal! In die eine Richtung geht es flach, in die andere hügelig. Für Abwechslung ist immer ein Spielraum. Einen Bach und einen See habe ich auch vor der Haustüre, eine willkommene Erfrischung nach einem schweißtreibenden Lauf – einfach ideal.

Hdl: Du bist Mitglied bei den „Lauffreunden Höhnhart“. Trainiert ihr des Öfteren gemeinsam bzw. gibt es sonst noch regelmäßige gemeinsame Aktivitäten?

Christian: Im Zuge des Laufens haben sich gute Freundschaften entwickelt. Es wäre doch dumm diese nicht aufrecht zu erhalten. Wie sollte es besser gehen als beim Laufen selbst.

Hdl: Welche großen Ziele hast du noch für die Zukunft?

Christian: Noch einige! Wenn die Ideen und die Zeit reif sind, kann man sich darüber unterhalten. Durch meinen Kopf geistert vieles, was ich noch umsetzten möchte.

Hdl: Du bist Maurer, somit auch körperlich sehr gefordert – kostet es dich viel Überwindung nach der Arbeit noch Sport zu machen?

Christian: Keinesfalls! Wenn ich den Entschluss gefasst habe, kann mich nicht leicht etwas davon abbringen. Ein langer Arbeitstag oder schlechtes Wetter bilden hier keine Ausnahme.

Hdl: Welche Hobbys, außer dem Sport, hast du noch?

Christian: Eigentlich sind meine Hobbys alle mit Bewegung verbunden. Zwei Leidenschaften habe ich dennoch: Das Lesen und meine Tiere.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch