Teil 28 (KW 51/2018): Christian Pflügl

Foto: Peter Sommer

Christian Pflügl ist ein ehemaliger Laufprofi und heute Lauftrainer aber auch Sportdirektor des Traunsee-Halbmarathons. Im Interview gibt uns Christian Einblicke in das Leben als Profi und dem Leben danach.

Helden des Laufsports: Du warst einer der besten Marathonläufer Österreichs. 2011 bist du in Frankfurt deine Bestzeit von 02:15:58 Stunden gelaufen. Was ist das Besondere am Mythos Marathon?

Christian:
Ich wusste als Nachwuchsläufer schon, dass ich eines Tages mal auf die Königsdisziplin des Laufsports zum Marathon wechseln werde. Als ich 2007 auf die Marathon-Distanz gewechselt bin, hatte ich schon ein gutes Gefühl dabei. In den Marathon musst du hineinwachsen und das auf viele Jahre. Mythos Marathon war und ist für mich Emotion, Leidenschaft und die Liebe sich zu überwinden und etwas geschafft zu haben. Den Körper auf den Tag X in Bestform zu bringen. Man geht durch sehr viele Gefühlsebenen in dieser Zeit in den man auf den 42 Kilometern unterwegs ist. Das schöne ist auch die Verbindung zwischen Hobbysportlern und Leistungssportlern.

Hdl: Bleiben wir noch etwas bei deiner Karriere als Profi. Deine Bestzeit über die Halbmarathon-Distanz liegt bei 01:05:32 Stunden. Dieser Lauf ist noch gar nicht solange aus. 2015 bist du diese Zeit in Holland gelaufen. Wie hast du diesen Tag in Erinnerung?

Christian: Ich kam damals von einem Höhentrainingslager aus Kenia zurück und verspürte eine Top-Form und dass ich sehr gut trainiert habe. Ja, das Wetter, die Form an diesem Tag und der unbändige Wille sowie die Entschlossenheit Kilometer für Kilometer Rekord zu laufen…unvergesslich. Ich denke immer gerne daran zurück.

Hdl: Staatsmeister, Landesmeister. Du hast national viele Titel erlaufen können. Welcher Titelgewinn bleibt dir besonders in Erinnerung?

Christian: Jeder erlaufene österreichische Meistertitel hatte etwas Spezielles. Die Vorbereitung für jeden Marathon war immer sehr lange und intensiv. Verzicht, Disziplin, Wille und auf etwas so fokussiert zu sein ist harte Arbeit. Die Pokale und Medaillen habe ich mir zur Ansicht gut aufbewahrt. Meine Kinder stehen oft davor.

Hdl: Aber auch international hast du Österreich vertreten. Was waren hier deine persönlichen Highlights?

Christian: Ich war einige Male bei internationalen Meisterschaften dabei. Bahn und Crosslauf-Bewerbe, aber die beiden Marathon EM-Teilnahmen in Barcelona 2010 und Zürich 2014 waren sicher die größten Highlights. 

Hdl: 2016 hast du deine Karriere als Profi beendet. Wie sieht dein Alltag heute aus?

Christian: Nach meiner Karriere musste ich selber meinen Weg vom Leistungssportler in das „normale“ Berufsleben finden. Ja, ich wollte meiner Leidenschaft dem Laufsport treu bleiben und jetzt bin ich selber als Lauftrainer tätig und gebe meine 23-Jährige Erfahrung im Laufsport begeisterte Hobbyläufern weiter. Auch beim Nachwuchs als Bewegungscoach in den Schulen.

Hdl: Vermisst du gelegentlich die Zeit als Leistungssportler?

Christian: Alles hat ein Anfang und ein Ende und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Die Zeit als Leistungssportler hat mich menschlich sehr geprägt und ich möchte sie nicht missen. Der Sport hat mir viel genommen aber auch sehr viel zurückgegeben. Es war für mich die beste Lebensschule, welche ich auch versuche meinen Kinder weiter zu geben.

Hdl: Du hast die Rollen gewechselt. Vom Athleten zum Trainer. Mit wie vielen Athleten arbeitest du aktuell zusammen?

Christian: Ja, ich mache meinen Trainerjob genauso mit viel Leidenschaft, Herzblut und Begeisterung wie damals als Leistungssportler. Es macht mir riesige Freude zu sehen wenn ich Menschen für den Laufsport emotional begeistern kann. Aktuell betreue ich Firmen und habe einige Hobbyläufer bis hinzu Behindertensportler. Vielleicht habe ich irgendwann mal auch die Gelegenheit mich mit einem jungen Athleten für eine internationale Meisterschaft zuqualifizieren.

Hdl: Wie oft gehst du aktuell laufen und nimmst du noch an Wettkämpfen teil?

Christian: Leider bleibt wenig Zeit um selbst noch an Wettkämpfen teilzunehmen. Aber als Sportdirektor des Traunsee Halbmarathon bin ich natürlich bei verschiedenen Laufevents dabei. Aktuell komme ich noch zwei bis dreimal pro Woche zum Laufen.

Hdl: Wie oben schon angesprochen, bist du auch Sportdirektor und Mitgründer des Traunsee Halbmarathons. Wie kam es dazu?

Christian: Im März 2017 hatten wir, bei einem Skiaufenthalt in Ischgl und einem Glas Bier mit Andi Berger, diese Idee. Hier versuche ich als Sportdirektor meine Erfahrungen die ich in den Jahren als aktiver Marathonläufer sammeln durfte, selber umzusetzen. 

Hdl: Wie verbringst du deine Freizeit? Welche Hobbys hast du?

Christian: Ich möchte die Freizeit die mir bleibt mit meinen Kindern verbringen und bin mit ihnen viel auf den Fußballplätzen und bei diversen Läufen unterwegs. Nach Beendigung meiner Laufkarriere habe ich wieder mit dem Skifahren begonnen und bleibe natürlich meiner ganz großen Leidenschaft, dem Laufsport stets treu!

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch!

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