Teil 107 (KW 30/2020): Daniel Wöckinger

Foto: ©Daniel Wöckinger

Daniel Wöckinger hat sich auf die Laufserie “Red Bull 400” spezialisiert. Der 28-jährige Luftenberger erzählt uns im Helden-Interview #107, was das faszinierende an diesem 400er ist. Außerdem erfahren wir, was der Maschinenbautechniker noch so vor hat.

Helden des Laufsports: Wann hast du mit dem Laufen begonnen?

Daniel Wöckinger: Ich war schon immer gerne draußen in der Natur, aber so richtig begonnen hab ich 2013. Ab diesen Zeitpunkt hab ich auch an Wettkämpfen teilzunehmen.

Deine Marathonbestzeit liegt bei 02:49 Stunden, wie hast du diesen Tag damals erlebt?

Das Witzige ist eigentlich, dass dies einer meiner ersten vollen Marathons war. Ich weiß es noch ziemlich genau, das Wetter war damals optimal für einen Marathon. Es hat an diesem Tag einfach alles gepasst. Ich war schon beim Aufstehen davon überzeugt, dass ich den Marathon unter drei Stunden laufe. Die Stimmung entlang der Strecke war einfach der Wahnsinn. Es war ein perfekter Sonntag!

Eine ganz besondere Leidenschaft von dir sind die Events rund um „Red Bull“400. Wie funktioniert so ein Lauf genau?

Ja genau! „Red Bull 400“ ist eine ganz besondere Leidenschaft von mir geworden. Hier läuft man eine Skisprungschanze von unten bis zum Absprungbalken. Es sind 400 Meter mit +/- 10% Steigung und ungefähr 140 Höhenmetern. Als erstes läuft man einen Vorlauf. Es finden mehrere Vorläufe statt, bei jedem Vorlauf ungefähr 80 Athleten. Die Sieger dieser Vorläufe, plus die Zeitschnellsten, qualifizieren sich für das Finale. Im Finale starten dann wiederum rund 80 Athleten. Seit 2017 findet auch jedes Jahr eine Weltmeisterschaft statt. Mittlerweile gibt es schon 20 Events dieser Serie. Ich war auch schon bei mehr als zehn Events dieser Serie und bei zwei Weltmeisterschaften am Start.

Wie bereitet man sich darauf vor?

Die „Red Bull 400“ sind ja die härtesten 400 Meter der Welt. Ja wie bereitet man sich vor? Man sollte grundsätzlich mal eine sehr gute Ausdauer haben. Bei den Trainingseinheiten sollte man den Körper daran gewöhnen, dass der Puls Richtung 200 gehen wird. Und natürlich bin ich viel in den Bergen unterwegs. Aber auch intensive Sprinttrainings auf der Laufbahn, so wie ein Trainingslager in Kitzbühel, dürfen in so einer Vorbereitung nicht fehlen. Im Trainingslager trainiere ich auch auf der berühmten „Streif“ – inklusive der Mausefalle mit 85% Steigung!

Welche läuferischen Highlights durftest du noch erleben?

Wie schon erwähnt, natürlich meine zwei Weltmeisterschaften. Einmal in Bischofshofen in Österreich und dann noch einmal Whistler (Kanada). Den Ney York Marathon 2019 bin ich auch gelaufen – das war sensationell dort.

Du bist Mitglied beim LAC Amateure Steyr, trainiert ihr des Öfteren gemeinsam?

Ja manchmal. Aber meistens trainiere ich alleine, da ich im Schichtdienst arbeite. Und da ich für „Red Bull 400“ auch anders trainieren muss, passt das normale Training nicht immer.

Was sind deine nächsten sportlichen Ziele?

Leider wurden ja alle Laufveranstaltungen abgesagt, daher starte ich jetzt beim Race Around Austria. Dort absolviere ich die kürzeste Distanz (560 Kilometer und 6500 Höhenmeter) mit dem Rad. Gestartet wird in St. Georgen im Attergau. Das Rennen verläuft dann rund um Oberösterreich.

Hattest du in der Vergangenheit bereits mit Verletzungen zu kämpfen, und wie beugst du vor?

Anfang 2017 habe ich mir das rechte Schien- und Wadenbein gebrochen, da bin ich auf Glatteis ausgerutscht. Aber sonst hatte ich bis jetzt Glück. Ich wärme mich vor jedem Wettkampf und vor jedem Training auf – so beuge ich vor.

Welche Hobbys, außer dem Sport, hast du noch?

Ich bin auch aktives Mitglied der Feuerwehr Pürach, das macht mir sehr viel Spaß. Aber auch die Landwirtschaft ist ein Hobby von mir. Ansonsten umgebe ich mich noch gerne mit meinen Freunden und meiner Familie, dort hole ich mir die Kraft und Energy.

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