Das Coronavirus Teil II – bitte bleibt daheim

Liebe Leser!

Vielleicht geht es euch so wie mir, und ihr habt erst kürzlich realisiert, was mit der SARS-CoV-2 Pandemie tatsächlich auf uns zukommt. Als Sportlerin/Hobbyläuferin und Ärztin darf ich hier meinen “Senf” wieder mal dazu geben. Schließlich beginnt die Pandemie gerade erst, und derzeit steigt die Zahl der Neuerkrankungen in Österreich sehr, sehr rasch. Auf der Klinik wo ich arbeite (LKH Univ. Klinikum Graz), wurden bereits einige Patienten mit CoV-2 Infektion stationär aufgenommen.

Wenn man einen Blick Richtung Italien wirft, dann kann man ungefähr erahnen, wie sich die Situation innerhalb der nächsten Wochen in Österreich entwickeln wird.

Die statistischen Zahlen aus Italien scheinen sehr verlässlich zu sein – und als Lektüre empfehle ich euch hierzu folgenden Wikipedia-Artikel über die Coronavirus-Epidemie in Italien.

Hier möchte ich erst mal kurz zusammen fassen, was die wichtigsten Punkte sind, welche man sich in Zusammenhang mit CoV-2 merken soll: 

1) Die Infektion ist sehr ansteckend, vor allem durch Menschen, die infiziert sind und eine ausgeprägte Hustensymptomatik haben. Die Viren können auf Oberflächen (Kleidung, den eigenen Händen, etc. mehrere Stunden lang überleben). Daher ist häufiges Händewaschen, ggf. auch das Desinfizieren der Hände wichtig, sowie das Abstandhalten von anderen Menschen, z.B. auf der Straße, im Supermarkt, oder beim Spazierengehen. Das Sicherste ist, viel daheim zu bleiben, und sich nach Möglichkeit immer mit denselben Menschen zu umgeben.

2) Es geht also darum, sich möglichst wenig unter andere Menschen zu begeben. Man geht davon aus, dass zum Zeitpunkt X die meisten Menschen in Österreich nicht infiziert sind, und damit das auch möglichst so bleibt (was sich natürlich nicht zu 100% umsetzen lässt, aber eben so gut als möglich), sollen die Gesunden stets unter sich bleiben.

3) Wo das Virus sich verbreitet hat, oder der Verdacht darauf besteht, gibt es – wenn keine stationäre Aufnahme erforderliche ist – die Heimquarantäne.

Hier gilt quasi, dass Infizierte/Kranke ebenfalls unter sich bleiben. Die Erkrankung ist selbstlimitierend, d.h. im besten Fall muss man daheim 2-3 Wochen warten, bis die Infektion vorüber ist und man somit auch selbst keine Ansteckungsgefahr für andere mehr darstellt. 

4) Bei den allermeisten Personen, v.a. bei jungen Leuten, äußert sich die Infektion wie ein gewöhnlicher respiratorischer Infekt mit Fieber und Husten. Bei manchen Menschen treten jedoch sehr schwere Verläufe auf! Ja, in manchen Fällen sind auch junge Leute von einem schwereren Verlauf betroffen.

Jetzt häufen sich leider auch Verschwörungstheorien um die ganze Angelegenheit. Selbsternannte Experten behaupten, das sei alles eine politische Verschwörung, und so gefährlich wäre das Virus doch gar nicht.

Ich bin keine Expertin, aber ich kann 1+1 zusammenzählen.

An der saisonalen Grippe (“spanische” oder “echte” Grippe) sind letztes Jahr in Österreich circa 1400 Personen verstorben.

In Italien sind, wenn man den Daten glaubt, in wenigen Wochen über 2500 Personen an diesem neuartigen Cov-2 Virus verstorben. Und die Fallzahl steigt exponentiell, die Ansteckungsrate scheint also deutlich höher zu sein als bei der Grippe.

Nun mein Appell an euch: Bitte haltet euch an die Vorschriften der Regierung.

Diese Maßnahmen dienen dazu, dass die ganze Geschichte halbwegs glimpflich verläuft und vor allem, so kurz als möglich dauert. Wir wollen doch alle so rasch als möglich wieder auf Normalbetrieb schalten!

Wer jetzt denkt, ach, so arg ist das doch nicht, und gegen die Regeln verstößt, z.B. indem extra eine kleine Hausparty gefeiert wird, oder man mit einer größeren Gruppe zusammen unterwegs ist “aus Protest”, der irrt. Jeder neue registrierte Fall führt nicht nur dazu, das Risiko für einen weiteren Todesfall zu erhöhen. Sondern das könnte auch dazu führen, dass noch strengere Maßnahmen seitens der Regierung gesetzt werden. Will heißen: eine tatsächliche Ausgangssperre.

Das will doch niemand, oder?

Stellt euch einmal vor, dass die Polizei auf der Straße jeden aufhält, und einfach wieder nach Hause schickt. Dass man nicht mehr spazierengehen oder draußen laufen darf.

Für viele von uns, mich eingeschlossen, würde das eine sehr starke Einschränkung der Lebensqualität bedeuten, wobei die derzeitige Situation ja noch vergleichsweise entspannt ist.

Bitte macht alle mit und verhindert die Ausbreitung des Virus!

Eure Liesl