Dick im Geschäft – Ein Portrait über einen „verrückten“ Typen

„Als ich einmal aufgrund einer Verletzung nicht laufen durfte, habe ich mich aufs Laufband gestellt und bin bei 15 Prozent Steigung acht Stunden ohne Pause „bergauf” gegangen“, das sagt der laufverrückte Linzer Demeter Dick. Der 45-jährige ist kein Profisportler, lebt und trainiert aber wie einer. Taucht mit uns ein, in die Welt eines positiv verrückten Mannes, der sich vor nichts fürchtet – außer vor Wildschweinen.

Am Jakobsweg hat alles begonnen

Marathon, Triathlon oder auch Ultra-Trails. Demeter Dick macht eigentlich alles, und alles mit Leidenschaft. Wer sich mit dem Linzer etwas näher beschäftigt bemerkt schnell, dass man es hier nicht mit einem 08/15 Sportler zu tun hat. Begonnen hat alles im Jahr 2003: „Nach einem „Urlaub“ am Jakobsweg hatte ich bemerkt, dass ich offensichtlich über eine ganz gute Grundausdauer verfüge. Kurz darauf habe ich dann mit dem Joggen begonnen. Das wurde dann noch mal durch die Geburt meiner ersten Tochter unterbrochen, ehe ich 2006 in Linz zum ersten Mal bei einem Wettkampf teilgenommen habe“, sagt Dick.

Photo Copyright by Philipp Carl Schuster
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Unglaublich anpassungsfähig – Erfolge in allen Disziplinen

Seitdem hat sich viel, ja sogar sehr viel getan. Der Social-Media-Manager hat eine Marathonbestzeit von 02:34 Stunden stehen und ist zweifacher Vize-Staatsmeister (Altersklasse) über die legendären 42,195 Kilometer. 2019 hat es in Linz auch endlich mit dem Staatsmeistertitel (Altersklasse M45) geklappt. 2015 gelang ihm der Sieg beim Hochkönigman (88 Kilometer und 5300 Höhenmeter). Diese Ergebnisse zeigen, dass Dick in fast allen Laufdisziplinen sehr stark ist. Aber auch beim Triathlon lässt er nichts anbrennen! 2015 sicherte er sich Platz fünf bei der „Iron Man“ Staatsmeisterschaft in Podersdorf. Bitter wurde es im Jahr 2016: „Da habe ich den österreichischen Rekord auf der 50-Kilometer-Distanz um nur sechs (!) Sekunden verpasst. Das macht mich immer noch fertig“, sagt der „Triathlon Dog“, so wie Dick in der Szene liebevoll genannt wird.

„Wenn ich mich bewege, fühle ich mich wohl“

So viel Erfolg benötigt natürlich sehr viel Training. Grundsätzlich bedeutet Sport für Dick einfach nur Glück! „Wenn ich mich bewege, fühle ich mich wohl.“ Wenn der zweifache Familienvater nicht gerade Zeit mit seiner Familie verbringt, dann liest er ganz gerne ein Buch, oder – wie er ehrlicherweise zugibt – vergeudet unnötige Zeit vor seinem iPhone. Anderen Sportarten gegenüber ist er offen, mit Sport im Fernsehen hingegen hat er wenig am Hut, da er beim Zusehen nur ein schlechtes Gewissen bekommt weil er selber gerade keinen Sport macht. Schlechtes Gewissen muss Dick bei seinem Trainingspensum aber nicht wirklich haben. „Ich versuche täglich in der Früh und am Abend, zumindest eine Einheit zu absolvieren. In der Hochsaison kommt dann, meistens in der Mittagspause, noch ein Lauf hinzu.“ Wie sieht ein heftiger Tag aus, wollen wir wissen? „Um fünf Uhr morgens eine Stunde laufen, dann weiter zum Schwimmtraining. Mittag ein längerer, flotter Lauf und am Abend noch aufs Rad bzw. Spinning-Bike. Danach „ist Flasche leer“, so Dick. In der Wettkampfphase kommen so schon mal 150 Kilometer pro Woche zusammen. Der Linzer liebt die Abwechslung, daher ist im Training alles dabei. „Es gibt sogar Tage, an denen ich gerne am Laufband trainiere. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann ist es doch das Laufen in der Natur.“

Doch „Crazy Frog“ anstatt Triathlon Dog?

Normal ist bei Demeter Dick eigentlich nichts: „Als ich einmal aufgrund einer Verletzung nicht laufen durfte, habe ich mich aufs Laufband gestellt und bin bei 15 Prozent Steigung acht Stunden ohne Pause „bergauf“ gegangen.“ Es gab auch schon Tage, an denen sich Dick Zeitausgleich genommen hat, um unter der Woche auf dem Laufband einen Marathon unter drei Stunden zu laufen. Seine Hausstrecke – die Linzer Gis – läuft er im Jahr 50 bis 60 Mal. „Hin und zurück sind es dann, ausgehend von meiner Haustür, 26 Kilometer mit 1.000 Höhenmeter“, so der Ultraläufer. Die Anweisungen eines Trainingsplans befolgt er nur im Winter, in der Phase, wo an der Grundausdauer gearbeitet wird. Wettkämpfe wie der „UTMB“, bei dem 170 Kilometer und 10.000 Höhenmeter rund um den Mont Blanc absolviert werden müssen, gehören für den 45-Jährigen zum Alltag. Demeter Dick ist weiterhin schwer motiviert und hat vor fast nichts Angst: „Bei einem Lauf um 04:00 Uhr morgens, ist mir und Trainingskollegen Benjamin Klingler im Kürnbergwald ein Wildschwein begegnet. Es ist knurrend vor uns gestanden als wolle es uns jede Sekunde töten. Wir haben uns monatelang nicht mehr in den Wald getraut”, sagt Dick.

Für die Damen: Was für`s Auge

Was kommt noch?

„Ich war 2014 beim IRONMAN Hawaii, habe 2017 den „UTMB“ bestanden und bin dieses Jahr Meister im Marathon geworden. Um 100 Prozent zu geben, brauche ich immer ein Ziel. Die großen Träume habe ich bereits alle verwirklicht.“ Der Spaß am Sport wird für Dick immer mehr wichtiger als das Podest. Wird der wilde „Dog“ etwa leiser und müder? Von wegen! „2020 beim „IRONMAN Austria“ und bei diversen „Ultra-Trails“ will ich wieder voll angreifen.“ Wir von „Helden des Laufsports“ haben keinen Zweifel daran, dass das Demeter Dick gelingen wird.

Hier noch ein „Fun Fact“ zu Demeter Dick:

Dick ist ein humorvoller Mensch, der auch für die „heute-show online“ im ZDF Gags schreibt, lächelt aber auf Sportfotos nie. Der Grund? „Mir ist bei einem Zahn mehrmals was rausgebrochen. Da ich doch etwas eitel bin, möchte ich nicht, dass man das sieht.“