Der Trainingsverlauf und das Rennen

“Your next goal”-Gewinner Mario Plursch berichtete uns wöchentlich von seinen Trainingserlebnissen (Start am 05.08.2019). Der Oberösterreicher wollte am 13. Oktober 2019 beim Graz Marathon seine Bestzeit von 03:12 unterbieten. „Helden des Laufsports“ und „besserlaufen.at“ begleiteten den 39-Jährigen dabei.

Graz Marathon 2019: Solorennen in der Steiermark

Nach zehn harten aber sinnvollen Trainingswochen war es am 13. Oktober endlich so weit. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von ca. 15 Grad startete ich das Projekt neue persönliche Bestzeit (bis dato: 03:12:28 Stunden). Die Form stimmte, nur das warme Wetter bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Mir war im Vorfeld schon bewusst, dass die mit meinem “Trainer” Sepp angepeilte Pace von 04:30min/km schwer durchzuziehen sein wird. Dennoch startete ich um 10:00 Uhr voll motiviert mit einigen Mitläufern, die ebenfalls 03:10 Stunden laufen wollten, los. Die Zehn-Kilometer-Durchgangszeit von 44:42 Minuten war genau nach Plan. Meinen Mitläufern vom Start, war dies allerdings zu langsam. Das bedeutete ab jetzt ein Rennen als “Einzelkämpfer”. Die Halbmarathonmarke näherte sich und wurde nach 01:35:28 Stunden durchquert. Eine schnellere zweite Hälfte war, wegen immer heisser werdenden Wetterbedingungen, wohl kaum realisierbar.

Familie als Fanclub

Bis Kilometer 25 konnte ich mein Tempo halten, aber dann kam der Einbruch! Es folgten Kilometerzeiten von 04.45 bis 5:00min/km. Die Viertel- und Halbmarathonläufer hatten sich “verabschiedet” und somit wurden die Zuschauermassen auch weniger. Gedanken ans aufgeben und Zweifel machten sich breit. Die 30 Kilometer-Marke wurde überschritten, noch knapp zehn Kilometer bis ins Ziel! Ich war doch nicht so weit gefahren und habe zehn Wochen hart trainiert, um jetzt aufzugeben! Ich überholte die ersten 03:10 Stunden “Tempomacher” vom Start. Die Erkenntnis, dass es den anderen noch schlechter ging als mir, gab mir Auftrieb. Ich “sammelte ” immer mehr Läufer ein. Die Bestzeit war mir jetzt schon egal. Ich wollte nur noch ins Ziel! Kilometer 40: Jetzt konnte nicht mehr viel passieren. Kilometer 40 bis 42 konnte ich noch annähernd das Anfangstempo laufen. Das Ziel vor Augen und die Tatsache, dass meine Familie mich anfeuerte, gab mir noch einmal so richtig power.

Mario Plursch

Glücklich ins Ziel

Überglücklich überquerte ich nach 3 Stunden 17 Minuten und 24 Sekunden die Ziellinie. Gesamt gesehen, macht mich diese Zeit richtig stolz. Mit der Erkenntnis, dass die Wetterbedingungen nicht mehr zu liesen und der Marathon seine eigenen Gesetze hat, machte ich mich auf den dreistündigen Heimweg. Zum Abschluss möchte ich mich noch bei meiner Familie, welche mich bei jedem Marathon begleitet, bei meinem “Trainer” Sepp Hartl und bei “Helden des Laufsports” bedanken.

Liebe Grüße Mario

Rückblick auf die Trainingswochen:

Trainingswoche 8 und 9/10: Training beendet!

Trainingswoche neun und somit auch Taperingwoche eins beendet! Die drei Einheiten mit insgesamt 50 Kilometern verliefen planmäßig. Ein letzter langer Lauf mit 25 Kilometern am Freitag und eine Intervalleinheit am Sonntag waren ein toller Abschluss dieser Woche. Die vergangenen neun Wochen stimmen mich positiv und ich geh voll motiviert in das Marathonwochenende. Körperlich und psychisch bin ich sehr oft an die Grenzen gegangen, die Tatsache, dass ich das Training trotzdem durchgezogen habe macht mich doch etwas stolz.

Trainingswoche acht: Mit 80 Kilometern und leichten Schmerzen in der linken Wade, war diese Trainingswoche eher mühsam. Das Positive: Dank Strom- und Ultraschallbehandlung sind die Schmerzen auch schon wieder weg. Die schnelle Intervalleinheit am Dienstag ersetzte ich durch eine langsame Laufeinheit. Am Mittwoch war ich ebenfalls nur kurz joggen. Die Laufeinheit im Marathontempo, welche am Donnerstag am Plan stand, konnte ich problemlos absolvieren. Bevor am Sonntag noch der lange langsame Lauf am Programm stand, war ich am Samstag noch langsame zehn Kilometer unterwegs. Der erwähnte langsame lange Lauf, war von Gefühl her die anstrengendste Einheit.

Trainingswoche 7/10: Eine Zwischenbilanz von Mario:

Diese Woche liegen 60 Laufkilometer hinter mir. Ein leichtes Ziehen im linken Wadenbereich hat mich diese Woche begleitet. Die anstrengenden letzten Wochen, bei heißen Temperaturen, machen sich jetzt doch etwas bemerkbar. Training und zwei Kinder (sieben und zehn) unter einem Hut zu bekommen ist ebenfalls eine große Herausforderung. Meine Frau geht 25 Stunden pro Woche zur Arbeit und ich arbeite „3er“ Schicht, also man sieht ein gutes Zeitmanagement ist hier Gold wert. Der innere Schweinehund meldete sich vor allem dann, wenn Trainingseinheiten vor der Arbeit (Nachmittags- oder Nachtdienst) anstanden. Die angestrebte neue Bestzeit (03:12:28 Stunden) für Graz wird schwierig, aber nicht unrealistisch zu erreichen sein. Allerdings wäre ich auch durchaus mit 03:20 Stunden zufrieden.

Trainingswoche 6/10 aus der Sicht von Mario:

Mit 80 Kilometer liegt eine sehr umfangreiche Trainingswoche hinter mir. Tempoeinheiten im Marathontraining, sowie Intervalleinheiten fühlen sich gegenüber dem Trainingsstart schon sehr viel besser an. Der sonntägige “35er”, mit fünf Kilometer Endbeschleunigung, war diese Woche sehr anspruchsvoll.

Trainingswoche 5/10 aus der Sicht von Mario:

Halbzeit! Mit nur drei Trainingseinheiten und 50 Laufkilometern war es eine sehr entspannte Woche. Nach vier Wochen Training konnte ich die 12 Kilometer im Marathontempo sehr locker absolvieren, was ich auf den sehr durchdachten Plan zurückführen kann. Auch die 20 Kilometer mit Endbeschleunigung fühlten sich sehr locker an. Diese Woche lief gut und das stimmt mich sehr positiv für die zweite Hälfte meines Trainings.

Trainingswoche 4/10 aus der Sicht von Mario:

Diese Trainingswoche begann am Dienstag mit einem lockeren 15-Kilometerlauf. Am Mittwoch stand bei warmen Temperaturen ein Lauf im Marathontempo am Programm. Aufgrund eines leichten Infekts, konnte ich am Freitag mein geplantes Intervalltraining (“1000er”) nicht durchziehen. Diesen Ausfall kompensierte ich mit einem lockeren Dauerlauf. Den sonntägigen langen Lauf – mit fünf Kilometer Endbeschleunigung – konnte ich dann wieder „normal“ absolvieren, was mir am Ende dieser Woche wieder sehr viel Selbstvertrauen gab.

Trainingswoche 3/10 aus der Sicht von Mario:

Da ich diese Woche im Urlaub in der Steiermark war, musste ich den langsamen Lauf am Dienstag ausfallen lassen. Die restlichen drei Einheiten wurden nach Plan absolviert. Eine absolut tolle Einheit war der 12-Kilometer-Lauf im Marathontempo (zehn Minuten ein- und auslaufen). Eher mühsam war der lange Lauf am Sonntag. Diesen “30er” bin ich bei sonnigen 26 Grad gelaufen.

Trainingswoche 2/10 aus der Sicht von Mario:

Auch die zweite Trainingswoche verlief ganz nach Plan. Wie bereits in der Vorwoche, war der lange Lauf meine Lieblingseinheit. Nicht nur wegen den 60 Wochenkilometern, sondern auch wegen dem guten Laufwetter war diese Trainingswoche sehr angenehm. In Summe war ich diese Woche viermal auf der Straße.

Trainingswoche 1/10 aus der Sicht von Mario:

Die Dienstagseinheit (8 x 1.000 Meter in 04:15min/km) musste ich auf Montagabend vorverlegen. Am Mittwoch war ich dann bei ca. 30 Grad zehn Kilometer mit einer Pace von 05:00min/km unterwegs. Am Freitag stand ein 12-Kilometer-Lauf am Programm, diesen lief ich am Abend bei 28 Grad in einer Pace von 04:35min/km. Meine absolute Lieblingseinheit diese Woche war der sonntägige 25-Kilometer-Lauf bei gemäßigten Temperaturen. Bei den Zeitvorgaben musste ich geringe Abstriche machen, um bei diesen Wetterbedingungen mit den optimalen Pulswerten trainieren zu können.