Kevin Kamenschak: “Die wettkampffreie Zeit könnte sich positiv auswirken”

©Kevin Kamenschak

Der Linzer Kevin Kamenschak startete vergangenes Jahr so richtig durch. Allein im September 2019 hat der 16-jährige Schüler zwei österreichische Rekorde gebrochen. In der Hallensaison fügte er noch zwei österreichische Rekorde (1.000 Meter und 3.000 Meter) und fünf österreichische Meistertitel (3x U18, 2x U20) hinzu. Wir haben mit Kevin gesprochen und ihn gefragt, wie er mit der aktuellen Situation umgeht.

Helden des Laufsports: Liebend gerne würden wir mit dir auf aktuelle Wettkämpfe zurückblicken, aber leider gibt es die ja nicht. Fangen wir daher anders an: Wie geht es dir mit dem E-Learning? Bist du zufrieden?

Kevin: Ich finde den E-Mail-Verkehr mit den Professoren und Professorinnen oft ein wenig unübersichtlich und mühsam. In solchen Momenten wünscht man sich dann doch wieder in die Schule zurück. 😉 Aber ansonsten bin ich eigentlich recht zufrieden mit der Lage – nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig zum Lernen.

Hdl: Wie sieht zurzeit dein Alltag aus?

Kevin: Ich probiere meinen Alltag so strukturiert wie möglich zu gestalten, um nicht träge zu werden. Ich versuche Schule und Training gut über den ganzen Tag zu verteilen. Videochats mit den Freunden dürfen jedoch auch nicht zu kurz kommen.

Hdl: Als Läufer hat man ja Gott sei Dank die Möglichkeit im Freien zu trainieren, aber wie sehr fehlen dir die Laufbahn und die Trainingspartner?

Kevin: Die Laufbahn fehlt mir zurzeit natürlich schon sehr. Nachdem mein Training im Aufbau vorwiegend aus Grundlagenläufen und längeren Tempointervallen besteht, ist es aber halb so schlimm. Meine üblichen Trainingspartner fehlen mir natürlich schon sehr – sorgen sie doch für Spaß und jede Menge Abwechslung.

©Kevin Kamenschak 2019

Hdl: Fällt es dir in dieser Phase, wo man nicht weiß, wann und wo tatsächlich der nächste Wettkampf stattfinden wird schwer, dich zu motivieren?

Kevin: Eigentlich nicht wirklich. So eine wettkampffreie Zeit könnte sich vielleicht sogar positiv auswirken. Dafür freut man sich umso mehr, wenn die Wettkämpfe dann wieder vor der Tür stehen. Im Training wird es trotzdem nie fad, denn meine Trainer setzen immer wieder neue Reize, mit denen sie mich fit und motiviert halten.

Hdl: Deine Saisonziele zu definieren, fällt dir vermutlich auch schwer. Wie gehst du und dein Betreuerstab damit um?

Kevin: Ich bin jeden Tag mit meinen Trainern, Wolfgang Adler und Andreas Prem, in Kontakt, um Trainings vorab beziehungsweise nachher zu besprechen. Sie sehen die derzeitige Situation als Chance, Inhalte zu trainieren, die man im normalen Trainingsalltag oft vernachlässigt. Die Saisonziele derzeit zu definieren, ist natürlich schwer, weil niemand weiß, wann ein „normales“ Training wieder möglich sein wird und weil es zurzeit einfach noch keinen Wettkampfkalender gibt. Im Moment ist das Wichtigste für mich, gesund und verletzungsfrei zu bleiben, an meiner Grundlage zu arbeiten, um dann auf Basis einer besseren Grundlage mit spezifischem Training und konkreter Wettkampfvorbereitung beginnen zu können.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch und bleib gesund!

Kevin: Bitte gerne und bleibt ebenfalls gesund!

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