Teil 90 (KW 11/2020): Dominik Egger

©Dominik Egger

Dominik Egger ist ein 27-jähriger Maschinenbautechniker aus Gosau/Salzkammergut. Schon im Kindesalter war er viel mit seinen Eltern in den Bergen unterwegs. Domink ist auch Mitglied bei der Bergrettung in Gosau. Für das Jahr 2020 möchte er vor allem eines: Gesund bleiben!

Helden des Laufsports: Du bist begeisterter Sportler. War das schon immer so?
 
Dominik: Ja, es wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Sport war in unserer Familie immer präsent. Meine Eltern nahmen meinen Bruder und mich überall hin mit und brachten uns von klein auf den Umgang mit Berg und Natur bei. Ich bestieg im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal den Hohen Dachstein (2997m) und viele weitere tolle Berge. Mein Papa war damals auch begeisterter Mountainbiker und Ultrarennradfahrer. Bei seinen langen Trainingseinheiten und Rennen, begleiteten wir ihn immer mit unserem Campingbus. Die Begeisterung für Sport und Rennsport war schon im Kleinkindalter vorhanden und es ist kein Ende in Sicht.? Nach ein paar Erfolgen am Mountainbike und auch im Judo, fand ich dann nach und nach die Leidenschaft zum Laufsport.
 
Hdl: Welche waren bisher deine sportlich größten Erfolge?
 
Dominik: Den Salzkammergut Marathon 2018 am Wolfgangsee konnte ich nach 02:55 Stunden auf Platz drei beenden. Mit diesem Lauf und seinen 470 Höhenmetern bin ich schon sehr zufrieden gewesen. Genauso beim Torlauf Dachstein, dort konnte ich mit Streckenrekord gewinnen. Der Team-Vize-Landesmeister-Titel im Halbmarathon und diverse Siege bei Volksläufen, gehören hier natürlich auch dazu.
 
Hdl: Wie viele Kilometer läufst du in einer Spitzenwoche, und hast du da einen Trainer oder einen Plan an dem du dich orientierst?
 
Dominik: Eine Spitzenwoche im Kilometerumfang zu nennen ist immer etwas relativ. Ich laufe so zwischen 60 bis 120 Kilometer die Woche, wobei es immer darauf ankommt auf welche Wettkampfdistanz ich mich gerade vorbereite und wie Intensiv das Training ist. Für einen 5.000-Meter-Lauf steigt die Intensität im Training, dafür sinkt der Kilometerumfang. Bei einer Marathonvorbereitung ist es dann genau umgekehrt. Beides sind Spitzenwochen nur in verschiede Richtungen. ? Und ja, ich trainiere nach Plan. Seit zweieinhalb Jahren werde ich von Michael Eder (Biotraining Tamsweg) betreut und seitdem ist wirklich viel weitergegangen.
 
Hdl: Wie sieht dein Training im Winter aus?

Dominik: Im Winter bin ich irrsinnig gerne auf Tourenski unterwegs und das ist auch mein Haupttraining in der kalten Jahreszeit. Meistens locker und lange um die Grundlage für die Sommersaison aufzubauen. Auch einige Genuss-Skitouren gehören zu meinem Wintertraining. Für mich ist das ein richtig cooler Ausgleich zum vielen Lauftraining im Sommer. Hier kann ich neue Motivation zu schöpfen. Gelegentlich schwinge ich mich auch in die Langlaufskier und damit ich nicht ganz außer Form komme, kommt das Laufen natürlich auch nicht zu kurz – aber im Winter macht das nur einen kleinen Teil des Trainings aus. Dann noch ein bisschen Kraft und Stabilisationstraining in einem Fitnessstudio in Bad Ischl und dann ist der Winter schon wieder vorbei.
 
Hdl: Du fährst auch gerne in den Süden zum Trainingslager. Hast du Geheimtipps für die anderen Läufer?
 
Dominik: Ja, meistens so Ende Februar oder Anfang März. Hmm Geheimtipp? Laufen kann man ja fast überall. Ich war jetzt zwei Mal auf Mallorca und da hat mir das Klima zu dieser Jahreszeit bis jetzt am besten gefallen – nebenbei ist es auch noch eine wunderschöne Insel. Für Trailläufer z. B. wären auch die Gebirge von Gran Canaria sehr interessant, wobei man da aufs Wetter achten sollte, da es im Gebirge – auch im Süden – sehr schnell umschlägt. Für alle die nicht so weit weg möchten und etwas später fahren können, ist der Gardasee der allerbeste Tipp, dort kann man wirklich alles machen was das Sportlerherz begehrt.
 
Hdl: Aber nicht nur schnell laufen kannst du. Schon als Kind warst du, wie bereits erwähnt, viel in den Bergen unterwegs, diese Leidenschaft hast du dir bis heute erhalten. Hast du schon viele Wettkämpfe in den Bergen absolviert und wenn ja, welche Erfolge konntest du hier schon feiern?
 
Dominik: Meine größten Erfolge waren die zwei Siege – in den Jahren 2017 und 2019 – beim Torlauf Dachstein und ein zweiter Platz beim letzten Mozart 100 über die Halbmarathondistanz. Und auch noch drei bis vier „Top 10“ Plätze bei diversen anderen Rennen (Zugspitz Basetrail,…). Ich laufe Trailläufe sehr gerne, da es meistens wirklich schöne Strecken in den Bergen sind. Allerdings war ich auf flachen bis hügeligen Strecken schon immer schneller und konnte bis jetzt bei richtig schweren technischen Trails, noch nicht den Anschluss an die Spitze finden. Aber wer weiß, was die Zukunft noch so bringt.
 
Hdl: Deine Halbmarathonbestzeit liegt bei 01:15 Stunden (170 Höhenmeter). Wie war dein Laufjahr 2019 und welche Ziele hast du für die Zukunft?

Dominik: Genau ja. Mein Laufjahr war heuer sehr durchwachsen. Nach einer für mich guten Halbmarathonzeit, auf keiner leichten Strecke, hatte ich wirklich ein sehr gutes Gefühl für die heurige Saison. Später hatte ich aber mit einer Seitenband Verletzung im Knöchel zu kämpfen und ich musste eine Zeit lang pausieren. Nach dreimonatiger Verletzungspause konnte ich gleich den Torlauf Dachstein gewinnen, bei den Rennen danach sah mal allerdings den Trainingsrückstand. 2019 war rein ständiges auf und ab. In Zukunft will ich einfach meine Bestzeiten verbessern und an Meisterschaften teilnehmen. Aber vor allem wünsche ich mir, dass ich gesund bleibe.

Hdl: Achtest du auf Ernährung, oder was glaubst du, ist neben dem Training wichtig um erfolgreich zu sein?
 
Dominik: Ich achte von Jahr zu Jahr immer mehr auf die Ernährung. Manchmal halt nicht ganz zu 100%, denn hin und wieder ist ein paniertes Wiener Schnitzel auch nicht so schlecht. Aber im Großen und Ganzen schaue ich schon, dass ich das Richtige esse um das bestmögliche herauszuholen. Für mich ist ein funktionierendes Umfeld ganz wichtig – Familie, Freunde und ein Team, dass mich unterstützt. Einfach Leute, die einen guten Ausgleich schaffen um im Alltag wieder etwas runter zu kommen.

Hdl: Bist du bei einem Verein und trainierst du öfters in einer Gruppe?
 
Dominik: Ja, ich bin im letzten Winter im La Sportiva Mounatin Attack Team aufgenommen worden und das war ein toller Erfolg für mich. Ein gutes Team pusht ungemein. Ich trainiere sehr viel alleine da es zeitlich oft nicht anders geht. Aber in einer Gruppe fällt mir die Motivation fürs Training an schlechten Tagen oft leichter und ich kann mich in der Gruppe, bei schnelleren Einheiten, auch mehr anstrengen.

Hdl: Welche Hobbys außer dem Sport hast du noch?

Dominik: Neben einem 40-Stunden-Job, Familie, Alltagssachen und Sport, bleibt oft nicht viel Zeit für was Anderes. Ich bin auch aktives Mitglied der Bergrettung in Gosau, hier bin ich voller Freude dabei. Wenn es die Zeit zulässt Reise ich sehr gerne, gehe gerne in die Therme, oder einfach nur mit Freunden auf einen Kaffee. Meistens lässt sich alles gut mit Sport verbinden.

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