Grundlagenausdauertraining – My favorite!

Liebe Leser,

Ich geb’s zu, am liebsten laufe ich langsam. Das heißt, im Grundlagenausdauerbereich. Zur Wiederholung, der GA1 Bereich liegt deutlich unterhalb der anaeroben Schwelle, es fällt dabei kaum Laktat an, bzw. kann das Laktat in diesem Trainingsbereich während der Aktivität kontinuierlich abgebaut werden. Pulsbereich: circa 60-70% der maximalen Pulsfrequenz. Der GA2 Bereich liegt ebenfalls unterhalb der anaeroben Schwelle, es fällt dabei allerdings etwas mehr Laktat an, welches aber ebenfalls kontinuierlich abgebaut werden kann. Der Pulsbereich liegt bei 70-80% des Maximalpulses, wobei man an die anaerobe Schwelle schon knapp herankommt.

Anaerobe Schwelle bedeutet, wie ihr sicher wisst, dass das anfallende Laktat nicht mehr gänzlich abgebaut werden kann. Es kumuliert also kontinuierlich, man wird „sauer“ – und daher kann eine anaerobe Belastung nur für wenige Minuten durchgehalten werden. Danach muss das Tempo gedrosselt, oder die Belastung überhaupt beendet werden.

Ich persönlich bin auf jeden Fall keine Sprinterin, keine Intervall-Freundin. Sprich, ich mag den anaeroben Bereich nicht, und mir liegen diese schnellen Einheiten auch nicht so. Entweder fehlt mit einfach die Grundschnelligkeit, weil ich die falschen Muskelfasertypen besitze, oder es mangelt an der Motivation, mich richtig „zu quälen“. Mein Zugang zum Laufen ist ja grundsätzlich ein anderer – nicht das völlige „Auspowern“, sondern das Chillen mag ich daran so gerne. Einfach locker rumlaufen, die Landschaft betrachten, ein bisschen schnaufen, ein bisschen schwitzen, aber nicht allzu sehr. GA1 also, vielleicht mal GA2 wenn ich sehr viel überschüssige Energie habe.

Gerade macht es mir wieder besonders viel Freude, langsam zu laufen. Hügel finde ich hingegen super, da jogge ich auch gern ganz gemütlich rauf, das bringt Abwechslung, und den Puls zumindest ein bisschen in die Höhe, verglichen mit dem Laufen in der Ebene.

„Wenn du immer denselben Stiefel laufst, dann wirst du nicht besser!“ – Diesen Satz habe ich schon oft gehört. Und es stimmt ja auch! Allerdings habe ich im Moment nicht das Ziel, besser zu werden. Es reicht mir schon, die Form einigermaßen zu halten und meinen Spaß dabei zu haben.

Hand auf’s Herz, wenn wir alle ständig so trainieren würden, dass wir „besser werden“, wären wir doch schon längst alle bei Olympia. Meiner Meinung nach ist es auch durchaus okay, einfach mal nach Lust und Laune Sport zu machen, und ja, es ist auch okay wenn man zwischenzeitlich ein bisschen „schlechter“ wird. Immer noch besser man trainiert irgendeinen Stiefel, als gar nicht.

Ich rede mir halt ein, dass man mit dem ständigen Grundlagentraining zumindest ein höheres Niveau halten kann, als die 0815 „on-off“ Läufer, die sich immer nur gezielt auf 1-2 Halbmarathons im Jahr vorbereiten und die Laufschuhe in der kalten Jahreszeit überhaupt nicht schnüren.

Die Kontinuität ist ja bekanntlich das Wichtigste! Und ein optimales Training zeichnet sich dadurch aus, dass es ein ganzes Leben lang dauert.

Eure Liesl

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