Teil 88 (KW 09/2020): Günter Dieplinger

©Günter Dieplinger

Der Münzkirchner Günter Dieplinger läuft viel und sehr erfolgreich. Der 49-jährige ÖBB-Mitarbeiter ist Ultraläufer – das heißt, Dieplinger absolviert Läufe die weit über die Marathon-Distanz hinausgehen. Aber nicht nur der Leistungsgedanke, sondern auch das Thema Charity hat beim Innviertler, der für den CLR Sauwald startet, einen hohen Stellenwert.

Hdl: Was ist deine Motivation, 12 oder 24 Stunden am Stück zu laufen?

Günter: Es macht mir einfach Spaß, in der Natur unterwegs zu sein. Laufen ist für mich ein Ausgleich zu meiner Büroarbeit bei den ÖBB. Sehr viele Ultraläufe stehen im Zeichen des guten Zweckes. So kann man sich bewegen und gleichzeitig etwas Gutes tun – das ist schon Motivation genug.

Hdl: Wie hat bei dir alles begonnen?

Günter: Vor einigen Jahren habe ich mit dem CLR Sauwald an einer 24h-Staffel in Wörschach teilgenommen. Da kam ich auf den Geschmack das Ganze mal alleine zu versuchen. Gesagt, getan. Heute bin ich noch immer voller Leidenschaft dabei.

Hdl: Wie oft denkt man bei so einem Lauf ans Aufhören und wie entscheidend ist beim Ultralaufsport der Kopf?

Günter: Der Kopf spielt beim Ultralaufsport eine sehr große Rolle. Es ist wichtig, dass man über mentale Stärke verfügt, denn die Beine laufen irgendwann sowieso von alleine. Es kommen bei so langen Läufen immer wieder Phasen wo man sich denkt: Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich versuche mich mit positiven Gedanken aus so einem Tief zu ziehen. Nach jedem Tief kommt ein Hoch und beim Zieleinlauf wird man dafür mit unglaublichen Glücksgefühlen belohnt.

Hdl: Was war bisher dein größter sportlicher Erfolg?

Günter: Sportlich war die Qualifikation für die 24-Stunden-WM 2019 in Albi (FRA) der absolute Höhepunkt, obwohl es dort für mich nicht wirklich nach Wunsch verlief und ich nach 100 Kilometern abbrechen musste. Das Nationaltrikot tragen zu dürfen ist schon eine ganz besondere Ehre. Für die Qualifikation benötigte ich eine Leistung von über 200 Kilometer in 24 Stunden, und eine Bestätigung mit 123 Kilometer in 12 Stunden. Weitere Erfolge waren der Lauf um den Neusiedler See über 110 Kilometer, aber auch unsere Charity-Projekte zählen hier dazu. Zb. der Luxembourg Marathon, wo ich im Anzug 42 Kilometer einen Bürostuhl vor mich her schob, und dabei 1.000 Euro für Ärzte ohne Grenzen sammeln konnte. Eine Ehre war es für mich auch, den ersten Deutschen mit Down Syndrom, der einen Marathon finishen konnte, zu begleiten. Jetzt alle Projekte zu erwähnen würde den Rahmen sprengen.

Hdl: Wie viel Zeit pro Woche investierst du in dein Training?

Günter: In einer intensiven Trainingsphase kommt es schon vor, dass ich in der Woche über 200 Kilometer zurücklege. Im Jahr komme ich auf rund 5.000 Lauf-Kilometer. Da geht schon einiges an Zeit drauf, aber man macht es ja gerne.

Hdl: Gemeinsam mit deinem Vereinskollegen vom CLR Sauwald, Thomas Schererbauer, motivierst und begeisterst du, verkleidet als Teddybär und Clown, bei Charity-Events Kinder. Wann und wie ist diese Idee entstanden?

Günter: Ich war vorher schon bei verschieden Veranstaltungen als Clown verkleidet unterwegs. Da ich mit Thomas schon einige Charity-Projekte gemacht habe, haben wir einmal beschlossen, dass wir beim Herzlauf in Traun als Clown und Herzbär die Kinderläufe begleiten. Es ist immer wieder schön, wenn man bei den Events wo wir vor Ort sind, die strahlenden Kinder sieht.

Hdl: Welche Charity-Projekte sind für 2020 geplant?

Günter: Zurzeit steht die „Innchallenge“ im Vordergrund, darum haben wir für 2020 noch nichts geplant. Thomas wird mich ein Stück entlang des Inns begleiten. Wir sind ja auch beim „6erTragerl Lauf“ und „Renn mit und hüf“ beteiligt, aber für 2021 wird uns sicher wieder etwas einfallen. Beim Herzkinderlauf in Traun sind wir auch wieder am Start.

Hdl: Wie erwähnt, dein nächstes Projekt wird die „Innchallenge 2020“ sein. Was erwartet dich dabei?

Günter: Hier wird die Strecke vom Ursprung des Inns, vom Malojapass, bis zur Mündung in Passau bewältigt. Es werden vier Kajakfahrer, drei Radfahrer und ich als Läufer bei diesem Charity-Projekt aktiv sein. Ich versuche die 530 Kilometer in sieben Tagen laufend zu bewältigen – also fast zwei Marathons am Tag.

Hdl: Bleibt neben Beruf und dem Laufsport noch Zeit für andere Hobbys?

Günter: Nicht wirklich. Ich fahre gelegentlich mit dem Rad und genieße am Abend einfach mal die Zeit mit meiner Partnerin.

1 Kommentar zu „Teil 88 (KW 09/2020): Günter Dieplinger“

  1. Wolfgang Müllner

    Hi Günter,
    Deine Einstellung zum Laufen ist vorbildhaft und zielgerichtet – Chapeau
    Für mich bist du auch ein ausgezeichneter Pacemaker. Wenn es sich Mal ergibt, dassi h sich bei einem Charity begleiten kann, würde ich mich sehr freuen.
    Vieles läuft besser, wenn man läuft.
    Servus Wolfgang

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