Helmut Schmuck und sein Team holen Bronze: “Die Leistungen waren toll”

Text: ÖLV / Interview Mario Friedl

November 2021: Am Samstag, 13. November, fand die 16. Polizei-Cross-EM im dänischen Aarhus statt. Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) gewann in der Einzelwertung der Männer hinter Florian Carvalho (FRA) und Patrick Karl (GER) die Bronzemedaille. Stark auch Markus Hartinger (LTV Köflach) als Fünfter vor Tom Gröschel (GER). Jürgen Aigner (LAG Genböck Haus Ried) lief als Zehnter ebenfalls in die Top-10. Damit legten Bauernfeind, Aigner und Hartinger auch den Grundstein für die Teammedaille. Gemeinsam mit Martin Bader (SK Rueckenwind), der 24. wurde, gewannen sie Bronze hinter Deutschland, Frankreich und vor Spanien sowie Großbritannien. Insgesamt 14 Ländern kamen in die Teamwertung. Erfolgstrainer der flotten Polizisten ist Helmut Schmuck. Der Gruppeninspektor war einst selbst ein erfolgreicher Läufer. Im Interview spricht der 58-Jährige, der eine Marathon-Bestzeit von 2:13:17 Stunden vorzuweisen hat, über seine Karriere und über seine „Polizei-Jungs“.

Foto: ©Karoline Stumptner

Helden des Laufsports: Wie fällt dein Resümee aus?

Helmut Schmuck: Die Läufer des EM-Teams sind seit einigen Jahren im BMI-Laufkader, aber mit einer so starken Leistungssteigerung im Spätherbst war eigentlich nicht zu rechnen. Ehrlich gesagt haben mich alle überrascht, da die Saison nicht makellos verlaufen ist, sondern alle im Sommer bzw. Herbst mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatten.

Bewerten Sie kurz die Leistungen ihrer Schützlinge?

Der dritte Platz von Mario Bauernfeind und der fünfte Platz von Markus Hartinger waren ganz toll – sie liefen wirklich mit viel Risiko von Anfang an in der Spitze mit. Die Strecke war tief und rutschig, da es in der Nacht noch geregnet hatte und die 45 Höhenmeter auf jeder der fünf Runden haben ihnen alles abverlangt. Jürgen Aigner hat sich von Platz 20 kontinuierlich nach vorne gekämpft und konnte mit einem langgezogenen Zielsprint noch auf Platz zehn vorlaufen. Martin Bader lief etwas verhaltener an, hielt sich immer um Platz 22 bis 25 herum in einer Gruppe auf und es hätte um ein Haar sogar Silber im Team herauskommen können, wenn nicht der Franzose noch im Zielsprint an ihm vorbeigelaufen wäre. So fehlte genau dieser eine Punkt für Silber!

Foto: ©Karoline Stumptner

Wurde ordentlich gefeiert?

Aufgrund der tollen Erfolge hatte die Delegationsleiterin Karoline etwas Sekt für uns organisiert. Dann hatten wir einen schönen Abschlussabend mit einer super Live-Band im Polizei Hauptquartier von Aarhus und haben dort viel getanzt und auch etwas mehr getrunken als üblich – schließlich sind wir noch mit den dänischen Kollegen/-innen in einer coolen Bar auf der Partymeile von Aarhus gewesen, bevor es zurück ins Hotel ging.

“Es hat nur ein Punkt auf Silber gefehlt”

Helmut Schmuck.

Was muss man als Polizist/in für Leistung erbringen, um in den Leistungskader zu kommen? Welche Vorteile hat man dann?

Wir haben Limitzeiten für alle Strecken von 3000 m (9:12 Minuten) bis Marathon (2:45 Stunden) und nur neun Plätze für die besten Läufer/-innen in der Polizei. Wir haben drei gemeinsame Trainingskurse im Jahr (je fünf Tage) und 240 Stunden Sonderurlaub für Training und Wettkämpfe. Für Polizei-EM oder WM nochmals zwei Trainingskurse zur speziellen Vorbereitung.

Welche Tätigkeit üben sie bei der Polizei aus?

Ich (Dienstgrad Gruppeninspektor) bin derzeit im normalen Streifendienst auf der Polizeiinspektion Knittelfeld eingesetzt, habe also auch Nachtdienste und Wochenend- und Feiertagsdienste. Zudem bin ich eben auch Trainier des BMI-Laufkaders.

Kommen wir zu Ihrer Karriere. Sie waren in den 90ern einer der erfolgreichsten Athleten Österreichs! Was war Ihr absolutes Highlight?

Natürlich waren die 22 österreichischen Meistertitel auf den verschiedenen Laufstrecken eine tolle Sache – dennoch sind die Erfolge im Marathon oder internationalen Berglauf wieder ganz anders einzuordnen. Platz zwei und drei beim Wien Marathon waren sehr besonders und auch die Siege bei der Berglauf-WM (damals World Trophy) 1992 und 1994 und Berglauf-EM (European Trophy) 1995 und 1997 (Ebensee).

Und sonst?

Beim ÖLV bin ich seit einigen Jahren Berglaufreferent und mit dem Nationalteam bei Welt- und Europameisterschaften unterwegs. So habe ich eigentlich immer Kontakt zum Spitzensport und beobachte natürlich die derzeitige rasante Entwicklung (unglaubliche Rekorde, auch durch das neue Schuhmaterial ermöglicht) ganz besonders!

Schmuck in den 90er / Foto: ©Brockmann

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