“Ihr versteht uns nicht” – Eine Sammlung von Aussagen von Nicht-Läufern (oder Joggern)

Liebe Leser!

Hier habe ich ein paar Aussagen von Nicht-Läufern gesammelt, die mir in Gesprächen untergekommen sind, und die ich teilweise sehr amüsant finde. Hierzu auch wieder mein “Senf”:

(Zum Verständnis, ich differenziere zwischen Läufern und Joggern. Der Übergang ist zwar fließend, aber Leute, die es nicht schaffen, zehn Kilometer unter einer Stunde zu laufen, und zudem unten genannte Aussagen tätigen, zählen für mich persönlich auf alle Fälle zu den Joggern.)

1) “Na, du trainierst in der Woche vor dem Marathon bestimmt besonders fleißig, oder?” – Hm. Kein Kommentar hierzu.

2) Ich: “Am Samstag bin ich einen Berg-/Ultramarathon gelaufen, der hat 9 Stunden gedauert. Am Montag war ich wieder in der Arbeit.” Antwort: “Da hattest du ja eh den Sonntag zum Erholen.” – Okay, stimmt irgendwie schon. Aber trotzdem, ich will einfach nur Anerkennung und Bewunderung, Leute! Habt ihr verstanden? *zwinker* Und so eine Aussage aus dem Mund eines Joggers, der 3 Kilometer mit 6 Minuten-30 Schnitt als Lauftraining verbucht und dann erstmal die geleerten Kohlenhydratspeicher mit einer Extraportion Pasta aufladen muss! Also echt! 😉

3) Gespräch über selbigen Ultramarathon mit einer Arbeitskollegin. Ich zeige ihr ein Foto, dass mein Laufpartner während der circa 9-stündigen Laufzeit von der Bergkulisse gemacht hat. Unverständnis von meiner Kollegin: “Und da habt’s ihr so viel Zeit zum Foto machen??” – Ja, kann sein dass Hardcore Ultrarunner (zu denen ich mich im Übrigen nicht zähle) da einfach durchlaufen. Aber es kommt eigentlich nicht auf ein paar Minuten Foto-Pause an, finde ich. (Für’s Protokoll: ich war trotzdem schnellste Frau bei diesem Lauf – Kreuzecktrail Extrem 2019. Trotz Foto, jawoll!)

4) Ich: “Ich laufe am Tag derzeit circa 15 Kilometer, meistens vor der Arbeit. Deshalb stehe ich auch immer recht früh auf.” – Antwort: “Aber Liesl, du könntest ja schneller laufen, dann würden sich sogar mehr Kilometer ausgehen!” – Theoretisch richtig, ja. Ansonsten kein Kommentar.

5) Mein Kollege: “Ich laufe am Wochenende meinen ersten Halbmarathon. Da werde ich beim Frühstück besonders viele Ballaststoffe essen, also Vollkornbrot und Obst, damit die Energie für den ganzen Lauf ausreicht!” – Also es mag ja Ausnahmen geben, aber ich habe gelesen, dass die meisten Profis das nicht empfehlen, und ich persönlich mit meinem empfindlichen Magen würde das niemals machen. Blähungen und Aufstoßen von Luft bis hin zu stärkeren Magenkrämpfen und Seitenstechen sind nicht lustig! (Allerdings, vielleicht spielt das bei einer Halbmarathonzeit um die 2 Std. 30 tatsächlich weniger eine Rolle…)

6) Ich: “Gestern bin ich einen Marathon gelaufen.” – Arbeitskollege: “Aja, und wie lang war das diesmal?” – Kein Kommentar 😀

7) Das Gefühl für Distanzen. Ich gehe also im Urlaub mit einem Familienmitglied joggen. Wir “laufen” mit einem 9 Minuten 30 Schnitt los, und steigern uns nach einigen Minuten auf 8 Minuten pro Kilometer. Nach 800 Metern frage ich: “Und, wie weit glaubst du sind wir bisher schon gelaufen?” – Antwort: “Zwei, drei Kilometer?”

8) Ich am Nachmittag beim Zusammensitzen mit meinen Arbeitskollegen bei einem Bier: “Heute bin ich vor der Arbeit schon 16 Kilometer gelaufen.” – Mein Kollege: “Das ist ja wenig.” – Jaaa wie man’s nimmt. Ich bin auch schon weiter gelaufen, aber dann soll er doch mal mitkommen! Und überhaupt: ich mach’ das fast jeden Tag.

9) Ich: “Das mit dem Laufen ist so eine Sucht… Echt, ich bin einfach viel besser drauf wenn ich das jeden Tag mache.” – Kollege: “Ja, ich kann das voll verstehen. Wenn ich mal Tennis spiele, dann fühle ich mich nachher auch soooo gut. Echt, voll die Sucht, sag ich dir. Nur im letzten halben Jahr hab ich leider keine Zeit mehr für Sport gehabt…”

10) Leider fällt mir keine zehnte Aussage mehr ein. Obwohl zehn ja eine coole Zahl wäre, um die Kolumne schön abzurunden. Aber vielleicht schreibt ihr mir ja mal per Mail oder auf Instagram, was ihr euch schon alles anhören musstet? 🙂

Eure Liesl

1 Kommentar zu „“Ihr versteht uns nicht” – Eine Sammlung von Aussagen von Nicht-Läufern (oder Joggern)“

  1. Ach, da kann ich auch einiges erzählen (bin mal ein bisschen fies):

    -) Ich erzähle einem Nicht-Läufer, dass ich meinen ersten Marathon laufen möchte: “Wie viel läufst du denn da?” – “42,2 km.” – “Boah, der erste Marathon und gleich so viel!”

    -) Nicht-Läufer-Freund, der weiß, dass ich regelmäßig HMs und mehr laufe. Ich: “Ich geh jetzt eine Stunde laufen.” – “Boah, soweit muss man erst Mal kommen!” -> Ja, ich laufe den HM immer in Sub 60, weil mit 59:59 ist Schluss.

    -) 2.30-HM-Läufer: “Ich nehme immer 4-5 Gels mit für den HM. Ich brauche alle 45 Minuten eines.” -> Wenn der GA1-Bereich mal so trainiert wäre wie der Magen-Darm-Trakt… 

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