Intervalle zum Verzweifeln: Als ich 30 Minuten vor der Tür stand

Intervalle zum Verzweifeln: Als ich 30 Minuten vor der Tür stand

Nach einer Pause wieder ins Laufen zu kommen, ist für mich nicht wirklich ein Problem. Im Gegenteil! Ich kann laufen und das ist ein Privileg. Mit Intervallen zu beginnen, also schnell laufen, ist da schon schwieriger. Natürlich laufe ich gerne, aber sich nach einem Arbeits- oder Schultag so richtig zu quälen, ist vor allem bei den ersten Intervallen nach einer Pause schon sehr zach.

Aber alles der Reihe nach: Ich selbst habe seit Dezember 2020 – aufgrund meiner Ausbildung – noch nie so wenig trainiert wie heute. In dieser Zeit bin ich im Vergleich zu den neun Jahren zuvor, auch was den Lebensstil betrifft, nicht wirklich diszipliniert gewesen. Mehr Alkohol, mehr ungesündere Ernährung usw. Die Folgen davon: Sechs Kilogramm mehr (Seit 2012 sogar zehn Kilogramm). Doch immer wieder verspürte ich die Lust, schneller zu laufen. Fand ich mal einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen, wo ich doch etwas mehr Zeit hatte, startete ich mit Intervallen.

Es geht schnell wieder bergauf

Hier waren und sind vor allem die ersten zwei, drei Intervalleinheiten zum Heulen. Der Athlet fühlt sich wie eine Schnecke und der „Frust“ über das langsame Tempo – obwohl man weiß, dass es schnell wieder bergauf geht – ist groß. Erst diese Woche startete ich wieder mit dem Intervalltraining und gehe jetzt davon aus, dass ich wieder mehr Zeit und Motivation fürs Training habe. Mit der Tatsache, dass ich nicht mehr an meine alten Bestzeiten anschließen kann, habe ich mich abgefunden. Das ist nun mit meinen 40 Jahren nicht mehr das Wichtigste, allerdings möchte ich schon noch für mich akzeptable Zeiten laufen (zb. 10-km-Bestzeit 36 Minuten, bin ich jetzt mit 38 Minuten zufrieden).

Mein erster Marathon unter drei Stunden. Damals mit 60 Kilogramm.

30 Minuten vor der Tür gestanden

Am Mittwoch bin ich also losgelaufen. Naja, ich bin fertig angezogen ungefähr 30 Minuten vor der Haustüre gestanden, habe auf mein Handy geguckt und wollte irgendwie nicht raus. Ich wusste ja, dass diese ersten „Comeback-Intervalle“ (nach ca. acht Wochen) anstrengend werden würden. Doch ich habe es durchgezogen. 4 x 1000 m. Es war wie erwartet, aber der erste Schritt ist gemacht. Und es wurde mir erneut bewusst, wie unglaublich gut das Gefühl danach ist.

Jetzt habe ich wieder Lust auf mehr! Die Ziele werden auf jeden Fall realistisch gesetzt, der Lebensstil wieder mehr angepasst (vielleicht).

Lg Mario Friedl (“Helden des Laufsports”)

Fotos: ©Pixabay und privat

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