Isaac Kosgei über einen Titel, den er eigentlich gar nicht wollte 

Völlig überraschend konnte sich Isaac Kosgei am Sonntag in Wien den Marathon-Staatsmeistertitel holen. Für den Titel reichte eine Zeit von 02:26:35 Stunden. “Als ich in der letzten Runde bemerkt habe, dass weder Timon Theuer noch Valentin Pfeil vor mir waren, war ich sehr traurig”, sagt Kosgei und fügt hinzu: “Die Jungs haben ja schon in Valencia bittere Erfahrungen machen müssen, in Wien hat es leider wieder nicht für das angepeilte Olympia-Limit gereicht.” Der 39-jährige Kenianer selbst, hatte eine Zeit um die 02:25 Stunden angepeilt. Laufen sei aber nicht mehr das Wichtigste in seinem Leben, so der in Linz lebende Kosgei. “Eigentlich wäre ich vor einigen Wochen als Pacemaker für Eva Wutti geplant gewesen, der damals geplante Marathon wurde allerdings abgesagt. Eva wollte im Oktober bei diesem Marathon das Olympia-Limit laufen, daher war es mir eigentlich nur bis zu diesem Zeitpunkt wichtig, ihre gewünschte Pace von 03:30 Minuten pro Kilometer laufen zu können. Ich habe mich dieses Jahr selbst auf keinen Marathon vorbereitet”, so der Athlet der TGW Zehnkampf-Union. Für Eva Wutti, die auch in Wien am Start war, reichte es dort am Ende für einen neuen österreichischen Rekord. Wutti lief exakt dieselbe Zeit, wie die “alte” Rekordhalterin Andrea Mayr. “Das freut mich für Eva, aber es ist natürlich auch schade, dass sie nur knapp das geforderte Limit verpasste”, sagt Kosgei. 

Foto: ©ÖLV/A.Nevsimal

Mit wenig Trainingskilometern zum Titel 

Trainiert hat Kosgei, der in Wien seinen zweiten Titel auf der Marathon-Distanz feiern konnte, nicht wirklich viel. Der längste Trainingslauf des Jahres war ein 28-Kilometer-Lauf im April. In den letzten Wochen hat er nur ganz wenig trainiert (siehe Video unten). “Ich arbeite seit Sommer 40 Stunden pro Woche in einer Wäscherei und ehrenamtlich bin ich noch beim Samariterbund tätig, 50-Stunden-Wochen sind also normal. Ich laufe nur noch, weil es mir Spaß macht und ich gesund bleiben will. So bin ich auch in Wien an den Start gegangen. Der Titel kam für mich überraschend, aber ich freue mich natürlich”, sagt der Mann, der eine Marathonbestzeit von 02:20 Stunden zu Buche stehen hat. Aber das sei lange her und somit Geschichte, so Kosgei. 

Video mit Trainingsaufzeichnung der letzten Wochen:

Ergebnisse

Link zur Bronzemedaillengewinnerin Julia Mayer

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