Teil 12 (KW 38/2018): Josef Hartl

Josef „Joe“ Hartl kommt aus Mattighofen/Braunau und ist Mitglied beim TSV Mattighofen. Der 40-Jährige hat sein Hobby zum Beruf gemacht und gibt jetzt seine Erfahrungen anderen Läufern weiter.

Helden des Laufsports: Du hast sensationell gute Bestzeiten. Unter anderem im Halbmarathon, da bist du im Jahr 2005 in Wels 01:12 Stunden gelaufen! Mit welcher Intensivität hast du dich darauf vorbereitet?

Josef: Damals habe ich mich mit sehr vielen und harten Tempodauerläufen eine sehr gute Wettkampfhärte und Laktatverträglichkeit erarbeitet! Intervalltrainings mit unterschiedlichen Distanzen sowie teilweise lange Schwellenläufe standen damals im Fokus! Das Training war immer eher auf 5000 und 10000 Meterläufe ausgerichtet, durch meine damalige Tempohärte gingen sich aber daraus auch (für mich) vernünftige Halbmarathons aus!

Hdl: Du hast 20 Jahre Lauferfahrung. Wie sieht dein aktuelles Trainingspensum aus und wie viele „ernsthafte“ Wettkämpfe machst du heute noch?

Josef: Heute ist das Lauftraining schon mehr Ausgleich für mich, obwohl ich hin und wieder auch wieder den Reiz eines Wettkampfes liebe und suche! In den nächsten Jahren möchte ich mich auch an Berg und Trailläufen probieren, so wie heuer bereits am Glockner Berglauf! Meine Lieblingsdistanz bleiben aber die 10 Kilometer, da will ich wieder ein Niveau haben um an die 35 Minuten zu kommen!

Hdl: Jeder Läufer hat früher oder später mal mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Hattest du schon mal eine längere Verletzungspause und wie beugst du Verletzungen vor?

Josef: Durch mein teilweise zu intensives Lauftraining in jungen Jahren hatte ich immer wieder mit Achillessehnenentzündungen zu kämpfen, die mir auch häufig eine Zwangspause bescherten! Auch eine schlampige Lauftechnik, und das ignorieren von ersten Schmerzsignalen taten ihr Übriges! Ich konnte dann eigentlich mit Ende 20 nicht mehr die Umfänge trainieren die es gebraucht hätte! Jetzt baue ich zusätzlich zu meinem Lauftraining mehr Rumpf und Stabitraining ein, auch die BlackRoll und Stretching stehen an der Tagesordnung! Am wichtigsten ist aber auf die Alarmsignale des Körpers zu hören, dann lassen sich durch ein frühes behandeln oder einer kurzen Trainingspause viele Verletzungen vermeiden!

Hdl: Du bist seit 2014 selbständig, du hast quasi dein Hobby zum Beruf gemacht. Erzähle uns davon.

Josef: Durch meine Verletzungen in jungen Jahren habe ich irgendwann begonnen mich intensiv mit dem Thema Lauftechnik zu beschäftigen! Am Anfang für mich selber, später kamen aber dann schon die ersten Läufer die mich fragten ob ich ihnen auch helfen könnte! So entstanden dann die ersten Kurse, die ich nebenberuflich zu meinem Job im Sporthandel ausübte! Über die Jahre hat sich besserlaufen.at dann so gut entwickelt dass ich meinen Job im Handel aufgab und nur mehr für besserlaufen.at unterwegs bin! Das Angebot hat sich auch weiterentwickelt, von den Kursen zu Laufanlysen, Trainingsplanung und Leistungsdiagnostik!

Hdl: Hattest du Bedenken vor diesem Schritt und wie nehmen die Sportler dein Angebot an?

Josef: Bedenken hat man am Anfang natürlich schon! Interessiert das überhaupt wen? Hat das Zukunft? Geholfen hat mir natürlich dass ich am Anfang nur nebenberuflich unterwegs war, und die Kosten auch überschaubar waren! Durch meinen damaligen Job in der Laufsportabteilung eines Sportgeschäftes konnte ich meine Kurse auch gut und direkt bewerben. Bis jetzt ist der Zulauf ungebrochen, auch das Angebot der Firmentrainings wird gut angenommen! Ich kann mich derzeit sicher nicht beklagen!
Hdl: Welchen Gratistipp kannst du Neueinsteigern geben? wink

Josef: Kurze Schritte und ein ganz ruhiges Tempo veranschlagen! Kurze Schritte schonen die Gelenke und sind um einiges ökonomischer und kraftsparender als lange, und raumgreifende Schritte! Wenn dann auch noch auf eine aufrechte Körperhaltung mit leicht angespannter Bauchmuskulatur geachtet wird, dann ist man Lauftechnisch schon einmal auf einem guten Weg! Der häufigste Fehler ist dann aber das zu hohe Starttempo, das man dann versucht mit aller Gewalt so lange wie möglich durchzustehen! Besser wäre mal klein anzufangen, ruhig auch mit Gehpausen zwischen kurzen Laufbelastungen! Gehpausen sind auch kein Zeichen der Schwäche, sogar sportliche Läufer nützen solche Pausen! Sie nennen das dann einfach Intervalltraining! Mit der Zeit werden die Gehpausen dann von ganz alleine weniger! Und wenn sich die ersten Erfolge einstellen, macht das Training gleich noch mehr Spaß!

Hdl: Nochmal zurück zu deinen Bestzeiten (5.000m in 15:50 Minuten, 10.000m in 32:20 Minuten und HM in 1:12,20 Stunden). Greifst du diese Zeiten nochmal an?

Josef: Das wird sich wohl nicht mehr ausgehen wink! Einzig der Marathon wäre noch zu toppen, da ich bei meinem einzigen Marathon bisher fürchterlich eingegangen bin! Da ginge noch was.cheeky

Hdl: Trainierst du am liebsten in der Gruppe oder eher alleine?

Josef: Ich laufe schon sehr gerne in der Gruppe, vor allem die längeren Läufe machen dann mehr Spaß! Beim Tempotraining bin ich dann auch mal gerne allein, und konzentriere mich voll auf mich selbst!

Hdl: 20 Jahre Lauferfahrung. Welcher war dein schönster Laufmoment und welches war deine größte sportliche Niederlage?

Josef: Ein Rennen an das ich mich immer erinnern werde war meine 10000 Meter Bestzeit auf der Bahn bei den OÖ Landesmeistschaften in 32:20 Minuten! Auch von der Renneinteilung ein perfektes Rennen! Auch beim Wolfgangseelauf konnte ich einmal ein Rennen mit einer perfekten Renneinteilung durchziehen (Anm.01:43h)! Es macht dann einfach verdammt viel Spaß wenn man der ist der überholt, und nicht der ist der ständig überholt wird! Es gab natürlich auch verhaute Rennen, als große Niederlage würde ich aber keines bezeichnen!

Hdl: Welche Hobbys außer dem Sport hast du sonst noch?

Josef: Familie und unser Garten, aber der Sport nimmt schon sehr viel von meiner Freizeit ein.

Hdl: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Sport und im Job!

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