Jürgen Aigner: “EM-Bronze? Es ist nach wie vor unfassbar”

November 2021: „Die Laufpause hat mir scheinbar nicht geschadet“, sagt Jürgen Aigner von der LAG Ried. Der Polizist, der eine 5000-m-Bestzeit von 14:56 Minuten vorweisen kann, hat sich dieses Jahr in Senftenbach im Innviertel mit seiner Freundin den Traum vom Eigenheim erfüllt. Dadurch fehlte dem 31-Jährigen viel Zeit zum Trainieren. Geschadet hat das wohl kaum, bei der Polizei-Crosslauf-EM in Dänemark lief er im Einzel auf den zehnten Platz. Im Teambewerb durfte Aigner sogar über Bronze jubeln.

Aigner (2. von links) / Foto: ©Stumptner

Platz zehn in der Einzelwertung und Bronze im Team. Ist das der bisher größte Erfolg deiner Karriere?

Jürgen Aigner: International war es auf alle Fälle mein größter Erfolg. Ich bin mit meiner Einzelleistung unter diesen ganzen schwierigen Umständen in diesem Jahr extrem happy und zufrieden. Dass es im Team wirklich für eine Medaille gereicht hat, lässt mich auch heute noch lächeln – absolut genial und geil!

Was bedeutet dir dieser Erfolg?

Die Teammedaille zeigt den genialen Teamspirit unseres Laufkaders. Gerade mit Mario Bauernfeind und Markus Hartinger hat sich mittlerweile eine jahrelange und sehr enge Freundschaft entwickelt. Das wir jetzt gemeinsam unser großes Ziel erreicht haben, ist einfach lässig.

“Mein Plan ging voll auf”

Jürgen Aigner über sein Rennen in Dänemark”

Wie hast du das Rennen in Aarhus erlebt?

Ich war von der schweren Strecke, welche extrem selektiv, unrhythmisch und „gatschig“ war, echt angetan und begeistert. Mein Plan, mich rund um Platz 20 vom Start an einzureihen und mich dann vorzuarbeiten, ging vollends auf. Mit einem langgezogenen Zielsprint im letzten langen Anstieg konnte ich noch einige starke Läufer überholen. Das am Ende sogar ein Top-10-Platz zu Buche stand, war crazy.

Aigner (knieend unten links) / Foto: ©Stumptner

Nur neun Athleten schafften es in den Leistungskader der Polizei. Hast du deinen Beruf eigentlich bewusst so gewählt, um deinen Sport so professionell ausüben zu können?

Eigentlich nicht. Ich war von 2010 bis 2011 ein Jahr Profi-Sportler beim österreichischen Bundesheer. Nachdem mein Vertrag damals nicht verlängert wurde und ich mich zuvor schon für die Polizei beworben hatte, klappte die Aufnahme dann im Jänner 2011. Während der Polizeischule erfuhr ich dann, dass es einen Laufkader gibt und so bin ich seit Juni 2013 im Kader.

Du bist jetzt 31 Jahre! Wie lange glaubst du, dass du noch auf so hohem Niveau laufen kannst?

Auf den kürzeren Strecken merkt man doch schon das „Alter“ (lacht). Ich laufe seit mittlerweile 2003 für die LAG Ried – vorwiegend Distanzen zwischen 800 und 5000 Meter. Auf den längeren Strecken ab zehn Kilometer aufwärts bis zum Marathon bin ich schon überzeugt, dass dort noch einiges möglich ist.

Zahlen und Fakten:

Distanz und Zeit in Dänemark: 13 Kilometer mit 225 Höhenmeter in 45:36 Minuten

Bestzeiten: 3000 Meter in: 8:32,09 Minuten – 5000 Meter in: 14:56,90 Minuten – 10 Kilometer in: 31:56 Minuten – 3000-Meter-Hindernis in: 09:05,15 Minuten – Halbmarathon in: 72:22 Minuten – Marathon: 2:41:09 Stunden

Jürgen Aigner (Nr. 221) / Foto: ©AFC Frauenstein