Karin Freitag und der 100-km-Rekordlauf von Alcazers

Text: Mario Friedl. Ein Beitrag aus der Reihe: “Was geschah am …?”

27. November 2016:

Über vier Jahre ist es jetzt her, dass die Tirolerin Karin Freitag in Alcazers (Spanien) einen neuen österreichischen Rekord über die 100-Kilometer-Distanz laufen konnte.

Nach der erfolgreichen Teilnahme beim Wings for World Life Run 2016, bei dem Karin Freitag mit 60 Kilometern auf Platz zwei laufen konnte, kam der damals 36-Jährigen die Idee, einen 100-km-Lauf zu absolvieren. „Nach einem erfolgreichen Marathontraining, bei dem ich sehr flotte 40-km-Läufe gelaufen bin, habe ich gesehen, dass ich eventuell den Rekord von Sabine Hofer knacken könnte“, sagt Freitag. 07:58:33 Stunden war also die Zeit, die unterboten werden musste. Nur sechs Wochen hatte Freitag Zeit, um sich auf das Rennen vorzubereiten. Zwei Marathons am Limit, ein Bergmarathon und zwei 60-km-Trainingsläufe bildeten dabei die Kerneinheiten. Hohe Umfänge im langsamen Tempo waren eher die Ausnahme.

Karin Freitag (rechts/Archivfoto ©GEPA Pictures)

Sensationeller vierter Platz

„So bin ich im November guten Mutes nach Alcazers angereist, konnte die ersten österreichischen Ultraläufer, die exzellenten Betreuer und auch die internationale Ultralaufelite in einigen wenigen Tagen genauer kennenlernen“, sagt die heute 40-Jährige. Das Meer, die Lagune, das milde Wetter, die Eröffnungsfeier, die weltbesten Ultraläufer und die Neugierde auf diese Distanz haben die Ultraläuferin inspiriert und motiviert. Den Wettkampf absolvierte Freitag in Trance. Anfang von Platz acht gestartet und umgeben von vier Japanerinnen, konnte die Tirolerin am Ende sogar sensationell auf Platz vier laufen. „Die Tatsache, dass ich Rekord laufen kann, wurde mir erst bei Kilometer 90 bewusst. Allerdings kann man sich auf 100 Kilometer nie sicher sein, da kann einfach immer noch was passieren“, sagt Freitag und fügt hinzu: „Aber ich fühlte mich zu dieser Zeit mental sehr stark und auch der Geist spielte mit, da war die körperliche Müdigkeit, die ich aufgrund einer langen Marathon-Saison verspürte, kein Problem.“ Ein 100-km-Lauf zerrt aber natürlich, so einen zu finishen, ist eine Mammutaufgabe, daher seien lahme Beine nach dem Wettkampf eher normal, vermutet Freitag. „Da ist ein gutes Betreuerteam, das wir auch hatten, sehr viel Wert.“

Der Schmerz geht, der Rekord bleibt

Auf die gelaufene Zeit, 07:45:58 Stunden und Platz vier, damals bei dieser Weltmeisterschaft in Spanien, erfüllen Karin Freitag noch bis heute mit Stolz. „Die Ultralaufszene ist wie eine große Familie, aber einen Drang auf eine Wiederholung, also einen weiteren 100-km-Lauf, habe ich nicht“, so die zweifache Mutter.

Karin Freitag ist noch heute eine erfolgreiche Läuferin.

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