Teil 101 (KW 21/2020): Katharina Steinruck

©Robert Steinruck

Die 30-jährige Katharina Steinruck hat eine Marathonbestzeit von 02:27:26 Stunden. Die deutsche Spitzenläuferin spricht im Helden-Interview #101 über ihre ebenfalls erfolgreiche Mutter, Tokio 2021 und NETFLIX.

Helden des Laufsports: Deine Mutter Katrin Dörre-Heinig ist eine ehemalige Weltklasse-Marathonläuferin. Dein Vater Wolfgang ist ein erfahrener Trainer – waren deine Eltern Vorbild für dich und bist du schon immer sportlich gewesen?

Katharina: Ich bin mit dem Sport groß geworden und habe von klein auf die Disziplin und Zielstrebigkeit für eine Sache vorgelebt bekommen. In dieser Sache sind meine Eltern auf jeden Fall Vorbilder. Dass ich am Ende bei der gleichen Disziplin wie meine Mama gelandet bin, war eher Zufall. Ein Vorbild ist sie hier, wie auch in anderen Dingen, ebenso für mich. Ob ich als Kind bereits sportlich war? Naja, ich bin auf dem Land groß geworden, habe den ganzen Tag draußen gespielt, bin auf Bäume geklettert und vor Kühen weggerannt. War im Ballett und Trachtentanz. Nennt man das sportlich?

Hdl: Deine Mutter ist auch deine Trainerin. Wie ist es, wenn man von der eigenen Mutter trainiert wird?

Katharina: Da ich die meiste Zeit meiner Leichtathletik-Karriere von meinen Eltern trainiert worden bin, kenne ich es nicht anders. Natürlich gibt es Vor-und Nachteile. Aber die Vorteile und die gute Zusammenarbeit überwiegen, sonst wären wir kein erfolgreiches Gespann 😉

Hdl: Seit wann bist du Leistungssportlerin?

Katharina: Ich würde sagen, seitdem ich mich entschlossen habe, auf die Karte Sport zu setzen. Und dies begann im Alter von 16 Jahren, als ich für den Sport aufs Internat gegangen bin und die Schule gewechselt habe.

Hdl: 2019 bist du beim Frankfurt Marathon 02:27:26 Stunden gelaufen und hast die Nominierungsrichtlinien für Tokio 2020 erfüllt. Im Januar bist du in OSAKA gelaufen, 02:28:48 Stunden – nochmal unter der für Tokio geforderten Norm von 02:29:30 Stunden. Bist du in der Form deines Lebens?

Katharina: Ich bin in einer sehr guten Form, aber habe noch ein paar Jahre vor mir und hoffe, dass ich noch schneller laufen kann.

Hdl: Welcher Marathon war dein bisher schönster, oder anders gesagt, dein emotionalster?

Katharina: Am emotionalsten war 2016 der Berlin Marathon mit meinem Durchbruch. Vor dem Rennen hieß es Hop oder Flop.

Hdl: Welche waren, abgesehen von der Olympia-Qualifikation, deine bisher größten sportlichen Erfolge?

Katharina: Der DM Titel beim Frankfurt Marathon 2017 gegen Fate Tola. Und der Sieg beim Jubiläumslauf in Trier 2019.

Hdl: Laufen kann auch richtig harte Arbeit sein. Ganz ehrlich, kommt es oft vor, dass du keine Lust aufs Training hast?

Katharina: Es kommt schon vor, dass ich keine Lust auf Training habe, wie manch anderer keine Lust auf seinen Job. Dann muss man den inneren Schweinehund bezwingen und wenn man es dann geschafft hat, ist man glücklich und stolz auf sich selber. Es ist mein Job, dass was ich tue und da muss man eben ab und zu durch. 😉

Hdl: Was machst du in deiner Freizeit?

Katharina: Ich lese sehr gerne und in unserem Freundeskreis gibt es oft Brettspielabende. Aber genieße auch mal das Nichtstun mit Netflix. 😉

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