Teil 33 (KW 05/2019): Katharina Zipser

Katharina Zipser ist Athletin beim SK Rueckenwind und wurde 2017 beste Österreicherin beim „Vienna City Marathon“. 2019 startet die 34-jährige Tirolerin erneut in Wien. Im Interview erfahren wir mehr über ihre Erlebnisse bei Weltmeisterschaften und was Katharina sonst noch so macht.


Helden des Laufsports: Du läufst seit 2011 Wettkämpfe. Wie hat alles begonnen?

Katharina: Begonnen hat alles im Mai 2011. Nach einer langen verletzungsintensiven Zeit, nahm ich am „Bäcker-Ruetz-Halbmarathon“ in Kematen (in der nähe meiner Heimatstadt Innsbruck) teil. Mein damaliger Freund hat mich spontan mitgenommen. Ich lief einfach drauf los und nach 01:36 Stunden war ich, vom Läufervirus infiziert, im Ziel angekommen.

Hdl: Über die Marathon-Distanz bist du 2018 in Wien mit 02:44:41 Stunden deine Bestzeit gelaufen. Ein Jahr zuvor warst du dort beste Österreicherin. Wien scheint dir zu liegen. 

Katharina: Der Vienna City Marathon wirbt mit dem Slogan Theatre of Emotions. Ein solches war es immer für mich, ganz besonders als ich dort 2017 zu den Klängen des Wiener Walzer als erste Österreicherin über die Ziellinie laufen durfte. Für mich ist der VCM – so habe ich es im Bericht zum VCM 2018 auf meiner Homepage www.nutsaboutrunning.com auch geschrieben – kleine feine Wunderwelt und ein großes Stück Heimat: Es ist der Marathon unserer Hauptstadt, eine große und nicht weniger herzliche Veranstaltung.

Hdl: Was waren deine bisherigen Highlights bei Landes- bzw. Staatsmeisterschaften?

Katharina: Für mich definiert sich ein gutes Rennen nicht über die Platzierung, sondern v.a. über ein Gefühl: Das Gefühl, ein Rennen genossen zu haben, es mir perfekt eingeteilt zu haben und mir selbst gezeigt zu haben, was in meinem Körper steckt. 2018 wurde ich Landesmeisterin im Cross, über 5000m, 10000m und über die Halbmarathondistanz. Besonders gefreut habe ich mich 2018 aber z.B. auch über den 4. Platz bei der Cross Staatsmeisterschaft, denn bei diesem Rennen habe ich wirklich mein persönliches Maximum rausgeholt und noch einen schönen Schlusssprint hinlegen können.

Hdl: International hast du Österreich beim Berglauf vertreten. Erzähle uns davon!

Katharina: Ja, ich durfte in den vergangenen Jahren einige Male bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften im Berglauf für Österreich am Start stehen: Im Mountain Running, Trail und Long-Distance-Mountain-Running. Dabei sein zu dürfen und dabei zu sein, war für mich jedes Mal verbunden mit einem ganz unbeschreiblichen Gefühl und ich habe farbenfrohe Erinnerungen an diese Rennen, die damit verbundenen Reisen, das Drumherum… Wir hatten immer tolle Teams, unter Berglaufreferent Helmut Schmuck fantastische Betreuung, waren fokussiert und haben nie aufs Lachen vergessen. Den schönsten Erfolg durfte ich 2018 mit dem Team Österreich feiern. Gemeinsam wurden wir (Sandra Koblmüller – Platz 6 Einzel, Katharina Zipser – Platz 10 Einzel, Karin Freitag – Platz 12 Einzel) in Polen TEAM WELTMEISTERINNEN im Berglauf Langdistanz.

Hdl: Du als Tirolerin musst ja zwangsläufig am Berg trainieren, oder? 😉 Wo befinden sich in deiner Heimat sonst deine favorisierten Trainingsstrecken?

Katharina: Von mir zuhause bin ich in fünf Minuten sowohl am Fuße der Nordkette als auch des Patscherkofels (südliches Mittelgebirge). Ich kann also direkt von zuhause aus – und das ist im Stadtzentrum – am Berg trainieren. Ich kann aber genauso gut entlang des Inn wunderbar flach laufen. Sehr gerne trainiere ich zwischen Hungerburg und Thaur auf wunderbar kupierten, unter der Woche wenig frequentierten, Spazierwegen im Wald oder am Sonnenplateau zwischen Lansersee, Seerosenweiher und Viller Moor. Ich liebe den Duft der Natur, den moosigen Geruch im Wald und den Duft reifender Erdbeeren am Feld. Ich mag es, immer wieder am gleichen Ort zu sein und die Veränderungen im Laufe des Jahres zu erleben.

Hdl: Du bist nicht nur läuferisch unterwegs. Im Winter bestreitest du auch Rennen im Skibergsteigen. Ist das der perfekte Ausgleich?

Katharina: Eine Zeit lang hat es mir sehr viel Spaß gemacht, an Rennen im Skibergsteigen teilzunehmen. Besonders gerne bin ich in Südtirol gestartet, oft bei Nachtrennen. Dort ist die Atmosphäre bei Rennen immer fantastisch. Die Italiener können das! Besonders empfehlen kann ich den Sellaronda Skimarathon. Das ist wirklich ein Rennen und eine Atomsphäre der Extraklasse! Rennen bestreite ich jetzt keine mehr, aber es macht mir Riesenspaß, ab und an mit meinen Schi im Schnee unterwegs zu sein.

Hdl: Wie sieht dein normaler Alltag mit Beruf und Training aus?

Katharina: Ich arbeite an der Universität Innsbruck als Linguistin und trainiere üblicherweise am Abend nach der Arbeit. Vor der Arbeit mache ich ca. zweimal in der Woche v.a. Stabi, Kraft und Lauf ABC auf der Bahn oder im Winter in der Halle mit dem für mich besten Trainer der Welt, Reinhard Kessler.

Hdl: Wie gehst du mit dem Thema Ernährung um?

Katharina: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist mir sehr wichtig. Durch den intensiven Ausdauersport habe ich meinen Körper auf jeden Fall besser kennen gelernt. Früher habe ich zu den typischen Zeiten, das was als  „gesunde Mischkost“ bezeichnet wird, gegessen. Heute höre ich auf meinen Körper. Ich esse wenn ich Hunger habe und worauf ich Hunger habe. Ich esse frisch, regional und gerne Fleisch und Fisch. Es ist wirklich ein Glück, dass ich von Herzen gerne koche.

Hdl: Welche Hobbys außer dem Sport hast du noch?

Katharina: Ich liebe es, Zeit mit Menschen zu verbringen. Was das „Was“ angeht, bin ich, glaube ich, recht flexibel: Gerne gemütlich und gerne in der Natur. Ich mag die Ruhe in den Bergen. Ich mag Yoga, koche gerne und genieße es, meine Küche in eine gemütliche Backstube zu verwandeln.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute!

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