Teil 17 (KW 43/2018): Kathrin Bründl

Kathrin Bründl ist 35 Jahre und kaufmännische Angestellte aus Niederbayern. Die sympathische Dreifachmutter ist Mitglied bei der LG Passau und beim Triathlon ATSV Braunau. Aktuell lässt sie es mit dem Laufsport etwas ruhiger angehen, schnell ist Kathrin trotzdem noch immer.


Helden des Laufsports: Vom Jahr 2007 bis zum Jahr 2016 hast du in Bayern ordentlich abgeräumt. Von der niederbayrischen Meisterin bis zur bayrischen Vizemeisterin war alles dabei. Was war dein bisher größter bzw. dein schönster Triumph?

Kathrin: Ein wirklich schöner Erfolg war der bayerische Mannschafts-Meistertitel 2015 über 10-Kilometer mit meinen Passauer Vereinskolleginnen Susanne Schreindl und Sabrina Prager. Gemeinsam freut es sich doch nochmal ein bisschen mehr. Aber eigentlich empfand ich so was wie Triumph immer dann, wenn es einen harten fordernden Rennverlauf gab und man sein Ding bis zum Schluss durchziehen konnte – egal ob nun Meisterschaft oder Volkslauf.

Hdl: Im Jahr 2008 wurdest du, im Rahmen des Peuerbacher Silvesterlaufes, zum Lauf der Asse eingeladen. Eine große Ehre da dieser Lauf als einer der bedeutendsten Silvesterläufe weltweit gilt. Wie ging es dir bei diesem Lauf?

Kathrin: Vor allen Dingen war es ein sehr Nervenaufreibender Tag und ich war ohne Ende aufgeregt. Zum Glück startete auch die Schuster Bernadette zum ersten Mal bei den Assen, da konnten wir uns im Vorfeld des Rennens gegenseitig ein wenig moralisch die Stange halten. smiley Die Berni hat dann ganz ordentlich abgeschnitten, während ich doch recht deutlich Letzte geworden bin – war aber egal. Die Zuschauer waren total fair und haben auch für die Schlusslichter ordentlich Alarm gemacht. Generell ist die Stimmung und Atmosphäre in Peuerbach immer Gänsehaut pur. Und als kleine Zugabe am Rande ist dann der Günter Weidlinger zeitgleich mit mir ins Ziel eingelaufen (auch wenn er erheblich mehr Strecke zu bewältigen hatte…). Das hat man auch nicht alle Tage. ?

Hdl: 2017 hast du in Altötting einen Wettkampf mit viel Emotionen erlebt. Erzähle uns davon!

Kathrin: 2017 hatte, meine persönliche Heldin des Laufsports, Julia Viellehner einen schweren Trainingsunfall auf dem Rennrad bei dem sie kurze Zeit später verstarb. Über die Jahre hinweg hatte sie bei unzähligen Menschen, Vereinen oder Veranstaltungen auf sehr imponierende Art und Weise  ihren “positiven Fußabdruck” hinterlassen und auch beim Altöttinger Halbmarathon war sie eine fixe Größe. Darum hatten die Organisatoren einiges arrangiert um am Veranstaltungstag an die außergewöhnliche Sportlerin zu erinnern. Beginnend beim gemeinsamen Warmlaufen des gesamten Teilnehmerfeldes bis hin zum Gedächtnispokal für die Siegerin des 6-Kilometer-Bewerbes.
Als Vereinskollegin und einfühlsame Person, die sich immer Zeit für einen genommen hatte (und sei’s “nur” in einer ellenlangen Mail trotz viel Arbeit und Training), hab ich die Julia kennen und schätzen gelernt. So war die Teilnahme am 6km-Lauf eine kleine Möglichkeit ihr nochmal Respekt zu zollen. Vom Start weg war es dann ein Kopf an Kopf Rennen mit 2 weiteren Läuferinnen (eine davon eine sehr gute Freundin mit der gleichen Motivation ?), das mir taktisch, körperlich und vor allen Dingen mental alles abverlangt hatte. Schlussendlich hatte es aber gereicht. Die Siegerehrung wurde dann wirklich noch sehr emotional – ich durfte den erkämpften Pokal noch vor Ort und Stelle an eine ganz liebe Triathletin weitergeben, die unter Julia trainiert hatte und der der Abschied unendlich schwer fiel. So hat uns die Julia einen unvergesslichen Laufmoment geschenkt.

Hdl: Von 800 Metern (02:27 Minuten) bis 10 Kilometer (38:01 Minuten) hast du tolle Bestzeiten. Auf welche Bestzeit bist du besonders stolz?

Kathrin: Meine Bestzeiten sind keine Fabelzeiten und hauen jetzt niemanden aus den Socken, aber auf die PB’s über 1. 500m, 2. 000m und 3. 000m bin ich insofern stolz, da sie erst 2015 nach der Geburt unserer Zwillinge mit einem (vorsichtig formuliert) doch schon etwas fortgeschrittenen Alter und mit verdammt wenig Schlaf über einen langen Zeitraum hinweg aufgestellt wurden. ?

Hdl: 2014 hast du eine Babypause eingelegt da in diesem Jahr deine Zwillinge zur Welt gekommen sind. Wie schwer war für dich das Comeback um anschließend wieder Spitzenleistungen zu erbringen?

Kathrin: Eigentlich überhaupt nicht. Ich konnte zum Glück einen Großteil der Schwangerschaft quasi in Laufschuhen verbringen und eigentlich bis zum Tag X zumindest flott durch die Gegend kugeln. Das hat halbwegs fit gehalten. Nach der Geburt und zähen Verhandlungen mit meiner Hebamme ging es nach (offiziell) sechs  (inoffiziell vier) Wochen wieder los: Traben, Gehen, viel bergauf, usw.. Alles mit dem Babywagen, viel Athletik…. Auch wenn sich die ersten richtigen Laufversuche auf der Bahn noch sehr seltsam angefühlt haben und wahrscheinlich auch dementsprechend ausgesehen haben, ging’s eigentlich jede Woche ein Stückerl besser. Die Lust auf’s Laufen war  jeden Falls wieder immens da. Und drei Monate später stand ich wieder an der Startlinie.

Hdl: Wie viele Stunden oder Kilometer pro Woche hast du in deiner Blütezeit trainiert?

Kathrin: In Wettkampf-Wochen warens ca. 50 Kilometer auf fünf Einheiten verteilt, ansonsten 60-70 Kilometer (selten mal 80km) innerhalb sechs Einheiten.

Hdl: Du hast lange Zeit Probleme mit deiner Achillessehne gehabt und musstest sogar operiert werden. Wie geht es dir aktuell?

Kathrin: Soweit ganz gut. Zwei bis dreimal Laufen sind wieder möglich, der Rest der Woche wird auf dem Rennrad und im Schwimmbecken trainiert.

Hdl: Was hast du in deiner sportliche Zukunft geplant?

Kathrin: Die Achillessehnen-OP hat zwar sehr viel wieder instand setzen können, trotzdem wird’s wohl gesundheitsbedingt etwas anders weitergehen als zuvor. An ein paar Radrennen und Triathlons hab ich mich inzwischen gewagt – wollt’s ja lange nicht zugeben, aber das macht auch verdammt viel Spaß! Man muss wohl einfach das (an-)nehmen was man hat und irgendwas draus machen… Das garantiert für die nächste Zeit den ein oder anderen Wettkampf auf noch recht ungewohntem Terrain und generell jede Menge neuer Herausforderungen – ich freu mich schon drauf!

Hdl: Du bist dreifache Mama. Ist dein Nachwuchs auch schon sportlich aktiv? Vorbildfunktion dürfte genug da sein, dein Mann ist ja ebenfalls ein fleißiger Sportler.

Kathrin: Unser Ältester ist als Knirps hin und wieder mal einen Kinderlauf mitgedüst und war auch eine Zeit lang in Leichtathletik, aber seit ein paar Jahren ist er ein eingefleischter Handballer. Außerdem fährt er zumindest während der wärmeren Monate viel mit dem Rad um ins Freibad oder zu seinen Freunden zu kommen, (wir wohnen doch etwas abgelegen) – das können dann schon mal 20km einfach werden. Scheint aber nicht zu schaden. wink  Die zwei Kurzen machen das, was alle Kinder machen (sollten): mit dem großen Bruder werfen üben, im Trampolin springen, Radfahren… Und von Frühling bis Herbst kommen sie einmal die Woche mit meinem Mann und mir mit ins Leichtathletikstadion (dem besten Spielplatz der Welt). Dort tummeln sich mittlerweile mehrere Läufer mit ihrem Nachwuchs und es hat sich ein geniales Szenario entwickelt: Die Eltern schinden sich im Kollektiv auf der Bahn, während die Kids gemeinsam über den Rasen fetzen, Ball spielen oder in der Weitsprunggrube buddeln. Unsere Sprösslinge sind nirgends so brav wie im Stadion. ?

Hdl: Neben dem Sport und den Kindern, bleibt hier noch Zeit für ein anderes Hobby?

Kathrin: Naja, seit einigen Monaten bin ich auch wieder von Montag bis Freitag in der Arbeit, da wird’s zeitmäßig dann schon knapp. Aber (Vor-)Lesen ist ne tolle Sache und in unserem doch recht hektischen Alltag sehr wertvolle Zeit, die ich mit den Kindern genieße oder wenn Abends alle schlafen dann auch mal für mich alleine brauche.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Spaß beim Sporteln!

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