Kleine Freuden im Läufer-Alltag (die nur Läufer verstehen)

Liebe Leser!

Kürzlich habe ich darüber nachgedacht, welche Situationen es eigentlich gibt, die man nur als Läufer kennt und nachvollziehen kann. Inspiration haben mir übrigens auch einige humorvolle Artikel zum Thema “Things, only people who workout / go to the gym / are obsessed with exercise,… understand”, auf welche ich im Internet gestoßen bin. Einfach bei Langeweile mal googlen!

Sportart-spezifisch für das Laufen sind mir also folgende Umstände eingefallen, die ihr wahrscheinlich zum Großteil schon selbst erlebt habt und eventuell nachvollziehen könnt:

1. Wenn man einen Morgenlauf im Finsteren startet und nach zwanzig Minuten plötzlich im strahlenden Sonnenschein unterwegs ist. Idealerweise hat man sich sogar ein bisschen zu wenig angezogen und bibbert auf den ersten Kilometern, sodass man sich, sobald die Sonne aufgegangen ist, fühlt als wäre man gerade in ein lauwarmes Bad gestiegen. Herrlich!

2. Wenn man nach ein paar Kilometern in einem kalten Tal nach einem Anstieg von circa 200 Höhenmetern plötzlich einen deutlichen Temperaturunterschied bemerkt. He, so kalt ist es doch gar nicht! Ich persönlich bleibe dann “zum Aufwärmen” gern für ein paar Kilometer auf der Anhöhe, wenn es die Laufstrecke erlaubt. Umgekehrt, wenn mir beim Laufen auf einer Anhöhe viel zu heiß geworden ist, kann ich einfach runter ins Tal rennen und die Temperatur passt wieder. Sehr praktisch.

3. Leider hat sich ein kleiner Kieselstein in der Schuhsohle verfangen, und das klack-klack-klack bei jedem Schritt nervt tierisch. Wenn man dann stehen bleibt und den Kieselstein aus der Sohle des Schuhs entfernt, ist das Weiterlaufen ein äußerst angenehmes Erlebnis. (Übrigens, ich habe nur zwei Paar Schuhe, wo sich definitiv keine Steine in der Sohle verfangen können. Der eine ist ein gewisser Trail-Schuh der Marke Salming, und der andere ein ur-alter New Balance, den ich schon so abgelaufen habe, dass er kein Profil mehr hat. Kein Scherz! Dieses Modell besitze ich schon seit fast zehn Jahren.)

4. Man ist gerade gefühlt mehrere Kilometer relativ steil bergauf gelaufen. Ich fühle mich dann beinahe wie eine Schnecke, die kaum vom Fleck kommt, und schnaufe wie eine alte Dampflokomotive. Dann endlich geht es wieder geradeaus weiter, und später leicht bergab. Man fliegt förmlich dahin, ein richtig gutes Gefühl.

5. Ein Morgenlauf ist geplant, und als ich in der Nacht einmal zwischendurch wach werde, höre ich schon den strömenden Regen an die Fensterscheibe prasseln. Um 6 Uhr als ich das Haus verlasse, ist vom Regen jedoch keine Spur mehr zu bemerken (außer, dass die Luft so gut riecht!). Die kleinen Freuden des Lebens! 😉

6. Es ist schon fast Zauberei, aber alle Läufer mit denen ich bisher gesprochen habe, kennen das: obwohl sich der Lauf zu Beginn total anstrengend angefühlt hat und man das Training schon als “richtig zach” abgestempelt hat, geht es nach zehn Kilometern auf einmal viel leichter. Grund dafür: unklar. Aber es fühlt sich gut an, und das ist die Hauptsache.

7. Nach einem Lauf im Winter bei Minusgraden, wo man das mit dem “warm einpacken” leider nicht so ganz hinbekommen hat, wieder nach Hause ins Warme zu kommen. Zwar kann es mit den klammen, gefühlslosen Fingern etwas länger dauern bis man das mit dem Aufsperren der Haustüre hinbekommen hat, aber wenn man erstmal drin ist, kann man die Wärme der Zivilisation so richtig wertschätzen.

8. Wenn der Hund, der einen beim Vorbeirennen an einem bestimmten Einfamilienhaus immer so dermaßen anbellt, heute einmal nicht draußen steht.

9. Wenn man von 7:30 bis 8:30 Uhr im Frühverkehr unterwegs ist, und der dann relativ rasch und unvermutet einer leeren Fahrbahn weicht weil endlich alle in der Arbeit sind.

10. Bei einem Marathon über die Ziellinie zu laufen. Eines der besten Erlebnisse die ich kenne, und äußerst empfehlenswert! Obwohl ich noch nicht ganz verstehe, warum man sich ein paar Meter nach dem Überqueren der Ziellinie so dermaßen gut und auf Wolke sieben fühlt, obwohl man vor ein paar Minuten noch “tausend Tode gestorben” ist.  

Na, findet ihr euch in diesen Situationen wieder?

Eure Liesl

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