“HDL”-Kolumnistin Elisabeth Smolle verabschiedet sich in die Babypause

Elisabeth Smolle, Kolumnistin von “Helden des Laufsports”, verabschiedet sich in die Babypause. Die Marathon Vize-Staatsmeisterin von 2018 spricht im Interview über das Laufen während der Schwangerschaft.

Elisabeth in Aktion (Archivfoto).

Helden des Laufsports: Elisabeth, du bist jetzt in der 20. Woche schwanger, also praktisch bei der “Halbzeit”. Bist du während der Schwangerschaft weiterhin gelaufen, und wenn ja, wie ging es dir dabei?

Elisabeth Smolle: Ja, ich habe mit dem Laufen weiter gemacht, aber war sehr vorsichtig dabei, habe keine Intervalle mehr gemacht und keine langen Läufe, und generell darauf geachtet, in einem niedrigen Pulsbereich zu bleiben. In den ersten Wochen bin ich noch bis zu 14 Kilometer gelaufen, aber da ich bald gemerkt habe, dass mir das nicht mehr guttut, habe ich sukzessive reduziert. Jetzt laufe ich maximal 8 Kilometer pro Tag. Schon zu Beginn merkte ich, dass das Laufen anstrengender ist. Obwohl ich in den ersten Wochen noch nicht zugenommen habe, kam ich plötzlich viel schneller außer Atem, oder mein Puls war ungewöhnlich hoch für ein verhältnismäßig gemütliches Tempo.

“Die Tatsache, dass jetzt schon fünf Kilometer anstrengend sein können, war zu Beginn schwer zu akzeptieren”

Elisabeth Smolle.

Ist es schwierig, nicht mehr wie gewohnt trainieren zu können?

Ja, das finde ich schon. Die Hauptsache war für mich immer, den Ehrgeiz zurück zu stecken, damit es dem Baby gut geht. Irgendwie kann ich mich immer noch nicht daran gewöhnen, dass für mich derzeit schon 5 Kilometer so anstrengend sind, wie früher 10 Kilometer und mehr. Es geht einfach nicht mehr so mühelos, bzw. ich muss ganz schön langsam laufen, damit sich dieses Gefühl der Lockerheit und Mühelosigkeit einstellt.

Bitte sag’ uns etwas über Sport in der Schwangerschaft allgemein!

Viele Menschen glauben, dass man in der Schwangerschaft nicht laufen, oder generell keinen Sport treiben darf. Das stimmt aber definitiv nicht! Wenn man schon vorher viel gelaufen ist, spricht nichts dagegen, das Training in reduzierter Form fortzusetzen. Es wird allerdings nicht empfohlen, in der Schwangerschaft mit dem Laufen zu beginnen, wenn man davor kaum Bewegung gemacht hat! Sogar in dem Aufklärungsbogen, wie man sich in der Schwangerschaft verhalten soll, den ich von meiner Frauenärztin bekommen habe, steht drin, dass Sport explizit empfohlen wird. Laufen und Schwimmen sind sogar dezidiert genannt. Allerdings soll man keine gefährlichen Sportarten treiben, wie z.B. Skifahren oder Rennradfahren (wegen der Sturzgefahr), und auch Kontaktsportarten sind natürlich verboten. Beim Schwimmen sollte man außerdem aufpassen, dass man sich keinen Harnwegsinfekt zuzieht, da Blasenentzündungen in der Schwangerschaft oft zu spät erkannt werden, und eine Nierenbeckenentzündung beispielsweise für das ungeborene Kind gefährlich werden kann. Also nicht zu lange im kalten Wasser bleiben, und danach schnell trockene Sachen anziehen!

Wie lange möchtest du in der Schwangerschaft noch weiter laufen?

Das plane ich nicht, sondern das sagt mir mein Körper. Wenn es zu anstrengend wird, dann lasse ich es bleiben. Ich mache jetzt schon zusätzlich zum Laufen Yoga und ein bisschen Krafttraining, und ich kann mir gut vorstellen, in ein paar Wochen nur noch Krafttraining zu machen. Und ich freue mich schon sehr darauf, dass die Fitnessstudios und Hallenbäder wieder aufsperren! Dann habe ich viel mehr Möglichkeiten, alternativ zu trainieren. Auf den Crosstrainer freue ich mich ganz besonders.

Danke für deine Antworten und alles Gute weiterhin!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.