Laufmeeting in Andorf: Weisshaidinger zelebrierte “Heim-Sieg”

Text und Bilder von Olaf Brockmann.

Auch zum Abschluss der Austrian Top-Meetings boten Österreichs Leichtathletik-Asse noch einmal tolle Leistungen! In Andorf, der fünften und letzten Station dieser Serie, bei der sogar der türkische 200-m-Weltmeister Ramil Guliyev die 100 m vor Dreisprung-Olympiasieger Christian Taylor (Taylor Chris/USA) in 10,31 zu 10,59 Sekunden gewann, sorgten Beate Schrott (official) im Hürdensprint (13,14), Alexandra Toth (11,63) und Ivona Dadic (11,74) über 100 m sowie Diskus-Star Lukas Weißhaidinger mit einem schönen Sieg bei seinem „Heim-Meeting“ für Superleistungen!

Beate Schott (mittig)

Weißhaidinger, im Vorjahr WM-Dritter in Doha, liebt dieses Meeting – denn nur sechs Kilometer von Andorf entfernt ist er in Taufkirchen zu Hause. Da feuerten ihn auch 750 Zuschauer (die maximal erlaubte Anzahl) auf der Tribüne an. „Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Meeting! Die Stimmung hat natürlich geholfen. Ich hab’s richtig genossen“, sagte Luki, der mit 63,71 m noch einmal eine gute Leistung bot. „Mein Tank ist noch nicht leer, ich hatte mir zwar einen 64er-Wurf erhofft, aber meine Siegerweite ist schon okay!“ Jetzt hat er heuer nur noch einen Wettkampf – in 14 Tagen bei den Staatsmeisterschaften in der Südstadt, wo er nicht nur den nächsten Titel abkassieren, sondern sich mit einer guten Leistung in den Herbst verabschieden will.

Lokalmatador Weißhaidinger

IVONA DADIC VERDAMMT SCHNELL

Und auch die Hochform von Siebenkampf-Star Ivona Dadic hielt in Andorf weiter an. Sie lief zunächst über 100 m in 11,74 Sekunden eine starke persönliche Bestzeit und ließ dann über 100 m Hürden als Zweite des B-Finals in 13,64 erneut eine Klassezeit folgen. Nur dreimal war sie in ihrer Karriere schneller. Tolle Leistungen, obwohl Ivi noch der anstrengende, großartige Stunden-Siebenkampf von Amstetten in den Knochen steckt! Ivi: „Ich bin sehr glücklich über diese Leistungen. Dass die Schnelligkeit so gut ist, freut mich sehr, das ist eine Top-Basis für die 200 m. Ich glaube, da geht heuer noch einiges.“

Im Hürdensprint nutzte auch Beate Schrott, Olympia-Siebente von 2012, die ausgezeichneten Bedingungen des Hitze-Tages von Andorf. Hinter der Slowakin Stanislava Skvarkova (13,03) kam sie in 13,14 Sekunden als Zweite bis auf eine Hundertstel an ihre Saisonbestzeit heran. In diesem Lauf wurde Verena Preiner von einer auf ihrer Nachbarbahn laufenden Athletin irritiert, sodass sie als Fünfte „nur“ 13,65 lief. „Da wäre sonst noch mehr drin gewesen!“ Die WM-Dritte im Siebenkampf war aber mit ihrem Speerwurf von 47,97 m sehr zufrieden. Schließlich war Andorf nach ihrer Knöchelverletzung auch erst ihr zweiter Start. Preiner: „Es war wieder ein Schritt nach vorn!“

Ivona Dadic (links)

WALLI UND HUEMER LIEFEN BESTZEITEN

Großartige persönliche Bestzeiten erzielten bei diesem von Meeting-Direktor Klaus Angerer und seinem Team ausgezeichnet organisierten Event zudem die Lokalmatadorinnen Susanne Walli über 400 m in 52,90 Sekunden sowie Ina Huemer über 200 m in 23,80.

400 m: Gleich zum Auftakt des Meetings verbesserte Susi Walli ihre bisherige Bestmarke um 54 Hundertstel, freute sich: „Ich bin happy, dass es nach den Verletzungsproblemen in den letzten Wochen jetzt gleich so gut geklappt hat. Vor allem in Kopf war das Unterbieten der 53 Sekunden sehr wichtig, jetzt gehe ich mit viel mehr Selbstvertrauen in die nächsten Wettkämpfe.“

200 m: Und zum Abschluss des Meetings schraubte Ina Huemer ihre Bestzeit gleich um 32 Hundertstel: „Ich bin so happy, dass es heute endlich einmal geklappt hat. Heute waren die Bedingungen perfekt und das Publikum war der Wahnsinn, so ein Lärm auf der Zielgeraden. Vom Gefühl her ist heute alles aufgegangen, schon auf den ersten Metern bin ich gut rausgekommen. Und auch hinten raus ist es sehr leicht gegangen, da hatte ich noch viel Kraft.“

CHRISTIAN TAYLOR 10,58 ÜBER 100 METER

International stand der 100-m-Lauf der Männer im Mittelpunkt. Ramil Guliyev, Weltmeister über 200 m von London 2017, gewann den Sprint in 10,31 Sekunden. Dies war in der von der Corona-Pandemie überschatteten Saison erst sein erster Start. Ein seltener Stargast war hier Christian Taylor. Der Verlobte von Beate Schrott, seines Zeichens doppelter Dreisprung-Olympiasieger und viermaliger Weltmeister, testete seine Sprintstärke und wurde Zweiter in 10,59. Im Vorlauf hatte er mit 10,58 persönliche Bestzeit markiert. Zuvor stand seine Bestzeit seit 2012 auf 10,61. Taylor bekannte: „Meine Reaktionszeit im Finale war wirklich nicht gut, da lasse ich zu viel Zeit liegen. Aber man sieht, dass ich dann aufholen kann, das zeigt mir, dass die Schnelligkeit passt – und das ist für den Dreisprung auch wichtiger. Ich wollte dem tollen Publikum eine noch bessere Zeit bieten, bin aber trotzdem zufrieden.“

Insgesamt hat Christian Taylor in seiner großen Karriere jetzt bisher fünf 100-m-Läufe bestritten. Nächster Auftritt des Weltstars in Österreich: die Staatsmeisterschaften in der Südstadt, wo er außer Konkurrenz im Dreisprung antritt.

Superstar Taylor (rechts)

Alle Ergebnisse hier.

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