Laufschuhkauf ist auch Techniksache

23.11.2018: Autor: Josef Hartl aus Pfaffstätt/Braunau

Worauf sollte ich achten bei der Auswahl eines neuen Laufschuhes? Laufuntergrund, Körpergewicht, Kilometerleistung, usw. Das sind alles Parameter die jeder von uns kennt und die auch logisch erscheinen.

Aber wie sieht es mit der Lauftechnik aus? Sollte der Schuh nicht auch darauf abgestimmt sein?

Es macht einen riesigen Unterschied bei der Auswahl aus, ob der Läufer z.B. ein Fersen- oder Vorfußläufer ist.

Bei einem Fersenläufer muss der Schuh die Dämpfungs- und Stützarbeit übernehmen. Durch den zu langen Schritt vor dem Körperschwerpunkt werden beim Fersenläufer die körpereigenen Stütz und Dämpfungselemente beim Aufsatz komplett ausgeschaltet. Hier muss der Schuh eine Mehrarbeit leisten. Mehr Dämpfungsschaum im Fersenbereich, bei Fehlstellungen eventuell Stützelemente.

Bei einem Mittelfußläufer kommt der Läufer mit weniger Dämpfungsmaterial aus, da durch den Aufsatz knapp vor dem Köperschwerpunkt die köpereigenen Dämpfungs- und Stützsysteme optimal arbeiten. Das Fußgewölbe und der Oberschenkel (im Vergleich zum Auto unser Stoßdämpfer) arbeiten als natürliches Dämpfungssystem, bei einem flachen Fußaufsatz kurz vor dem Körperschwerpunkt sind Wade, Oberschenkel und Gesäßmuskulatur auf Zug und stabilisieren so meine Beinachse.

Der Vorfußläufer hat den Aufsatz rein am Ballen, die Ferse wird auch in der Stützphase nie abgesetzt. Diesen Laufstil findet man vor allem bei wettkampforientierten Kurzstrecklern. Sehr fordernd ist dieser Laufstil für Langstreckenläufer, da vor allem die Wadenmuskulatur auf Dauerbelastung ist. Vorfußläufer neigen auch sehr oft zu einer Supination (auswärtsdrehen des Fußes). Die Schuhe sollten für diesen Läufertyp sehr flexibel und bodennah sein.

Als erstes sollte ich also einmal wissen wie es um meine Lauftechnik steht. Oft liegen die Probleme der Läufer auch nicht nur an den Schuhen, sonder an mangelnder Technik, Koordination und Kraft!

Eine Lauftechnikanalyse kann hier schon einmal erste Aufschlüsse geben.

Zum Laufschuhkauf:

  1. Nehmen Sie sich Zeit, und lassen sie sich von einem Verkäufer ihres Vertrauens beraten.
  2. Bringen Sie die alten Laufschuhe mit, ein erfahrener Verkäufer wird sich darüber freuen dass er viele Anhaltspunkte dadurch bekommt.
  3. Ein Paar Schuhe reicht nicht! Wechseln Sie lieber öfter die Schuhe bei Ihren Läufen, optimal von zwei verschiedenen Herstellern. Durch den wechselnden Reiz wird die Belastung etwas anders verteilt und Sie sind nicht so anfällig für Verletzungen.
  4. Einlagenträger sollten unbedingt diese mitnehmen! Schuh und Einlage sollen eine Einheit bilden. Eine orthopädische Einlage verändert auch die Anforderungen an den Schuh.

 

Ich wünsche Euch noch einen schönen Laufherbst bzw. Winter!

Sepp Hartl – besserlaufen.at