Live the Moment

Liebe Leser!

Der Lebensstil heutzutage ist im Allgemeinen ziemlich stressig. Ganz egal welchen Beruf man ausübt, oder ob man noch zur Schule geht oder studiert. Ständig muss man erreichbar sein. Ständig schwirren einem Gedanken durch den Kopf: ‘Was muss ich als nächstes machen? – Hab’ ich etwas vergessen? – Da war doch noch irgendwas Wichtiges, aber es will mir gerade partout nicht einfallen…’ Mir persönlich fällt es daher manchmal schwer, mit dem Kopf voll und ganz bei einer Sache zu bleiben, egal was ich gerade mache. Es klingelt das Telefon, es kommen Nachrichten per sms oder Whatsapp herein. Ich sollte die Nachrichten ignorieren, sollte in der Freizeit auch mal nicht erreichbar sein, meine Batterien neu aufladen, denke ich. Der Ausspruch “Live the Moment” kommt mir in solchen Situationen oft in den Sinn. Lebe den Moment, heißt es. Lebe für den Augenblick. Konzentriere dich auf das was du gerade machst. Genieße die Situation an sich, und wünsche dir nicht, gerade ganz woanders zu sein oder gerade etwas völlig anderes zu tun. Das ist leichter gesagt als getan, find’ ich.

Beim Email Schreiben im Büro kann man das ja mal üben: Einfach nur das Mail schreiben, bis man fertig ist. Und sich danach erst der nächsten Angelegenheit widmen.

Jetzt denkt ihr sicher: und was, bitteschön, hat das mit Laufen zu tun?

Ganz einfach: beim Laufen kann man das “im Moment leben / den Moment genießen” super üben. Natürlich auch bei jeder anderen Sportart, aber ich finde, bei Ausdauersportarten wie eben Laufen, Schwimmen, Radfahren,… geht es am besten, wegen der Monotonie. Yoga zum Beispiel wurde ursprünglich sogar hauptsächlich zum Zwecke der Meditation erfunden. Der Begriff “Yoga” kommt aus dem Sanskrit und bedeutet etwa “anjochen, zusammenbinden, zusammenführen”. Gemeint ist dabei das Vereinen, das Einswerden von Körper und Seele, zur Sammlung von Konzentration und zur Schärfung des Bewusstseins. Am Beispiel Yoga sieht man, warum einem Sport helfen kann, sich besser zu konzentrieren und seine Gedanken wieder zu sammeln: Bewegung heißt, mehrere Sinnesreize zugleich intensiv wahrzunehmen: zuallererst würde ich sagen, das Spüren des Körpers, das Gefühl der Belastung. Man nimmt die Atmung mehr wahr als sonst, die Muskeln, einzelne Körperregionen die beansprucht werden.

Dann kommt das Sehen hinzu: die Landschaft (den Park, Spazierweg, Wald?), oder die Umgebung im Fitnessstudio. Oder man hört während der Aktivität Musik oder ein Hörbuch. Es ist oft richtig anstrengend, sich auf ein Hörbuch (oder auf einen Film im Fitnessstudio oder daheim auf dem Ergometer) zu konzentrieren, während man sich körperlich ordentlich anstrengt. Wenn man es richtig macht, dann erlebt man seine Sporteinheit so intensiv, dass der Eindruck entsteht, die Zeit vergeht wie im Flug und man hat so viele Erfahrungen mitgenommen und sich besser auf den Moment konzentriert, als davor in den 8 Stunden im Büro. Das fühlt sich irgendwie an, wie einen Reset-Button zu drücken, finde ich. Für mich ist der Sport auch manchmal wie eine Meditations- und Konzentrationseinheit. Wo mich keiner stört und ich ganz bei der Sache sein darf. Wenn ich laufe, dann nehme ich meine Umgebung aber auch meinen Körper besser wahr, und freue mich einfach an der Bewegung und dass ich gerade Zeit habe, eine Runde zu drehen. Auch wenn es oft anstrengend ist – man sollte meiner Ansicht nach doch vermeiden, sich das Ende eines Trainings allzu sehr herbei zu wünschen. Denn es gibt doch einen Grund, warum wir das harte Training absolvieren, oder? Wir machen es ja völlig freiwillig. Und wer es schafft, selbst bei schnellen und anstrengenden Intervallen den Fokus und die Konzentration nicht zu verlieren, und eben nicht an das Ende der Trainingseinheit zu denken – der wird feststellen, dass die Zeit dann sogar schneller vergeht.

In diesem Sinne: lebe die Sekunde!

Eure Liesl

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