Marco Bscheidl: “Ich kann von Glück sprechen, dass ich mit der LG Passau eine tolle Gruppe um mich habe”

Am Sonntag, 02.02.2020, fand der 27. Bad Füssing Marathon statt. Die rund 2.000 Starter/innen konnten zwischen dem ganzen Marathon, dem Halbmarathon und einem Zehn-Kilometer-Lauf wählen. Vor allem beim Halbmarathon und beim Zehn-Kilometer-Lauf waren etliche Spitzenläufer am Start. Hier mischten sich einige Olympia- sowie WM-Teilnehmer unter das Starterfeld. Fanden die Läufer 2019 noch eine Winterlandschaft vor, herrschten dieses Jahr fast perfekte Wetterbedingungen – dementsprechend viele Topzeiten gab es auch. Wir haben mit Marco Bscheidl (39) von der LG Passau über seinen zweiten Platz beim Marathon, den der Lappersdorfer in 02:35 Stunden finishen konnte, gesprochen.

Helden des Laufsports: Gratulation zum zweiten Platz! Schildere und das Rennen aus deiner Sicht.

Marco: Danke! Im Rennen war eigentlich schnell klar, dass ich viel riskieren muss, wenn ich heuer gewinnen will. Josef Diensthuber hat gleich mit Kurs unter 02:30 Stunden begonnen und ich stand vor der Wahl: mitgehen oder alleine im Wind weiterlaufen? Da ich gerne offensiv laufe, habe ich es einfach probiert. Auf den letzten zehn Kilometern bekam ich erwartungsgemäß dafür auch die Quittung. So war es zumindest noch ein gutes, mentales Training.

Hdl: Der Marathon diente für dich nur als Vorbereitung, was ist dein großes Ziel im Frühjahr?

Marco: Ich laufe am 01. März beim Vier-Stunden-Lauf in Marchtrenk einen weiteren Vorbereitungslauf. Ende März, geht es dann zu den deutschen Meisterschaften über 100 Kilometer. Die finden am Störitzsee bei Berlin statt. Dort will ich zusammen mit meinen Vereinskameraden den Deutschen Mannschaftsmeistertitel nach Passau holen. Jeder von uns vieren hat zudem das Potential sich für die 100-Kilometer-WM in Winschoten/Holland zu empfehlen. Ich hoffe, dass das einer von uns packt.

Hdl: Scheinbar fühlst du dich auf der Ultralaufstrecke sehr wohl. Welche Erfolge konntest du hier schon feiern?

Marco: Als größten sportlichen Erfolg würde ich meinen zweiten Platz bei den deutschen 50-Kilometer-Meisterschaften in Berlin, in einer Zeit von 03:00:51 Stunden, bezeichnen. Damit konnte ich mich für die 50-Kilometer-WM in Doha/Katar qualifizieren. Dort das Nationaltrikot tragen zu dürfen und im Team auch noch die Bronzemedaille zu holen, war sicher das Highlight in meinem bisherigen Sportlerleben. Bei der dortigen Wärme und Luftfeuchtigkeit, aber auch einer meiner härtesten Wettkämpfe. Ich war aber auch mit dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, erst im Marathon, und dann über 50 Kilometer sehr glücklich. Im Team zu gewinnen schweißt noch viel stärker zusammen. Beim Ultralauf habe ich gelernt wie wichtig es ist, sich gegenseitige zu unterstützen. Da kann ich schon von Glück sprechen, dass ich mit der LG Passau eine so tolle Gruppe um mich habe.

Hdl: Wie sieht eine normale Trainingswoche bei einem Ultraläufer deiner Klasse aus?

Marco: Eigentlich gar nicht so viel anders als bei meinen vorherigen Marathontrainings. Die langen Dauerläufe sind halt nicht mehr 35 oder 40 Kilometer, sondern jetzt eben 50/55/60 Kilometer. Aber ich mache immer noch genauso gerne gesteigerte Dauerläufe, Fahrtspiele und auch Intervalleinheiten. Kurze Einheiten wie 10×1′ mache ich nach wie vor, nur jetzt halt eher mit dem Ziel die müden Ausdauerbeine wieder etwas zu lockern und durchzupusten. Aufgrund von Arbeit und Familie sind die Umfänge nicht so hoch wie bei anderen Ultraläufern. 120 bis 140 Kilometer kommen da maximal zusammen.

Hdl: Du bist beim Bad Füssing Marathon schon Dauergast. Wie oft bist du dort schon am Start gewesen und welches Antreten war dein persönliches Highlight?

Marco: Oh, also das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Auf meine beiden Marathonsiege bin ich natürlich stolz, aber auch an die Siege beim Halbmarathon erinnere ich mich gerne zurück. Über zehn Kilometer bin ich hier einige meiner besten Zeiten gelaufen. Ich bin schon seit 1994 Stammgast in Bad Füssing und im Königshof, wo uns Hoteldirektor Thomas Richter stets einen tollen Rahmen für unsere Trainingslager bietet. Ich kenne hier also jeden Stein und darum freue ich mich auch immer, wenn wieder Thermenlaufzeit ist.

Info: Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Interview mit Maria Kerres (Siegerin Halbmarahon)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.