Teil 117 (KW 40/2020): Matthias Holl

Foto: ©Matthias Holl

Matthias Holl ist 29 Jahre jung und kommt aus Wiesing in Tirol. Der Fenstermonteur hat große Ziele und träumt davon, einmal Weltmeister zu werden. Im Helden-Interview #117 spricht er über seine Hobbys und seinen Trainingsalltag.

Helden des Laufsports: Wann hast du mit dem Laufen begonnen? Gab es einen besonderen Auslöser?

Matthias Holl: Ich habe im Alter von 16 Jahren hobbymäßig mit dem Laufen begonnen. Auslöser für meine intensive Laufkarriere war die schmerzhafte Trennung von meiner damaligen Freundin. Um mich vom Kummer abzulenken, habe ich mit dem Laufen angefangen. In meiner ersten Laufsaison lief ich sechs Halbmarathons und einen Marathon.

Du spezialisierst dich auf die sogenannten „Spartan Race“-Bewerbe. Erklär uns diese Sportart etwas genauer.

Beim Spartan Race ist neben dem Laufen noch Griffkraft, Kraft Stabilität, mentale Stärke und eine unglaubliche Ausdauer gefragt. Es geht darum einen gesteckten Kurs durch Matsch, Unterholz bergauf und bergab mit Hindernissen gespickt möglichst schnell und ohne Hilfe zu absolvieren. Es gibt die OPEN-Klasse und die Elite beziehungsweise Altersklassenwertung. In der Open-Klasse geht es um Teambuilding und der Spaß steht im Vordergrund. In der Elite kämpfen die besten Athleten um Podiumsplätze und Preisgeld.

Was fasziniert dich daran?

Man muss extrem vielseitig trainieren. Es geht nicht nur um das Laufen. Taktik und ein fehlerfreier Lauf sind oft viel wichtiger, um all die Strapazen in einer guten Zeit zu absolvieren. Außerdem waren mir die die Straßenläufe irgendwann zu monoton. Ich liebe die Abwechslung der eingebauten Hindernisse, außerdem finden die Läufe abseits von Straßen statt und ich liebe es im Gelände zu laufen. Spartan Race findet Weltweit statt, sodass man immer andere Umgebungen und Kulturen kennenlernt. Es herrscht ein wahnsinnig guter Zusammenhalt zwischen den Athleten, man freut sich füreinander und fightet gemeinsam. Viele Freundschaften sind durch die Plattform Spartan Race entstanden.

Welche sportlichen Highlights hast du hier schon erlebt?

Mein persönliches Highlight war der dritte Platz im Jahr 2018 in der Trifecta-Wertung in Oberndorf – mein Lieblingsheimrennen. Zur Erklärung: Trifecta-Wertung heißt, dass man die der drei Hauptdistanzen beim Spartan Race an einem Wochenende (Beast, Super, Sprint) absolviert.

Läufst du auch normale Straßenläufe?

Ja, gelegentlich als Training. Aber mein Fokus liegt ganz auf den Hindernislauf und dem Geländelauf. Das ist meine wahre Leidenschaft.

Wie sieht eine normale Trainingswoche bei dir aus?

Vier bis fünfmal pro Woche laufe ich, zwei bis dreimal Kraft und Kraftausdauer kommt dann noch dazu. Koordination und Stabilitätstraining vernachlässige ich natürlich auch nicht. Beim Lauftraining setze ich auf eine Kombination aus kurzen schnellen Einheiten und langen Läufen im Niederpulsbereich, vorzugsweise mit vielen Höhenmetern. Meinen Trainingsplan adaptiere ich je nach Familiensituation und Arbeitszeit relativ oft nach. Aber unter der Woche stehe ich um 04:00 Uhr auf und erledige mein Training noch vor der Arbeit, um am Abend Zeit für die Familie zu haben.

Hast du manchmal vor einem Training Motivationsprobleme?

Ja, manchmal ist es hart, vor allem unter der Woche so frühmorgens Aufzustehen. Aber, wenn man erstmal loslegt ist es ein gutes Gefühl und danach fühlt man sich so richtig munter. Dieses Gefühl behalte ich mir im Kopf, wenn es mal richtig schwierig ist mit der Motivation.

Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?

Mein Ziel ist es, wirklich konstant bei den Hindernisläufen unter die ersten Zehn zu laufen. Wenn mein Training weiterhin so gut verläuft, wäre es natürlich mal ein Traum, Weltmeister zu werden!

Welch Hobbys, außer dem Sport, hast du noch?

Bergsteigen, bin gerne mit dem Mountainbike unterwegs und bin auch mal am Klettern. Kurz gesagt: Einfach die Natur genießen und bewundern. Das ist mein Ausgleich zu dem oft stressigen Alltag.

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