Mehr Verständnis für Läufer

Liebe Leser!

Kennt ihr dieses Gefühl, wegen der Begeisterung für den Laufsport auf Unverständnis zu stoßen? Gar nicht unbedingt im negativen Sinne. Man redet mit Nicht- und Niemals-Läufern, und sie verstehen es einfach nicht. Erstmal versucht man ja schon gar nicht mehr, das Gespräch unbedingt aufs Laufen zu lenken, bringt ja nix. Aber dann die Frage, was man am Wochenende gemacht hat, was sich grad so abseits der Arbeit tut. Hobbies und so. Haben andere ja auch, z.B. Golf oder ins-Kino-Gehen. „Und du?“ – „Hm ja… ich hab am Wochenende wieder bei so einem Lauf mitgemacht.“ – „Echt?? Und wie weit bist‘ gelaufen?“ – „Naja, das war ein Zehn-Kilometer-Lauf…“ – „Aha, aber das ist ja gar nicht so weit, oder… ich meine, laufst du auch wieder mal Marathon oder so?“ – „Öhm… ja aber es kommt eben drauf an wie schnell man läuft…“ – „Ja schon, aber zehn Kilometer ist für dich ja wenig, das schaff‘ ich auch, glaub‘ ich…“ (Oh Gott. Jetzt muss man zum x-ten Mal erklären, dass je-weiter nicht unbedingt heißt umso-größere-Leistung. Wie soll ich erklären, dass Usain Bolt und Haile Gebrselassie beide Sport auf einem astronomischen Niveau betrieben haben, obwohl die Disziplinen sich von der Distanz her so stark unterscheiden? Ich will nicht so weit aushohlen, es nervt – und checken tun sie es dann sowieso nicht. Oder dann gibt’s die vermeintlichen „Versteher“, die mitreden wollen: „Wow, super, ich kann dich voll verstehen. Ich hab einmal eine Phase gehabt, da bin ich voll oft, also mindestens zweimal die Woche, zum Yoga gegangen. Das hab‘ ich einfach gebraucht damals. Das hat mir total den Kick gegeben. Jetzt…naja jetzt hab ich leider keine Zeit mehr für Sport. Aber ich mach‘ voll viel Bewegung im Alltag, jeden Tag muss ich mindestens einmal an die frische Luft. Sport ist schon eine tolle Sache, jawoll. (Äh… ja find ich auch.)

Ich fordere: mehr Verständnis für Läufer. Ich will mich nicht ständig erklären müssen. Mehr Kontakt zu anderen Läufern kann allerdings Abhilfe schaffen.

Keep running!

Eure Liesl