Mein (nicht nur sportliches) Sonntags-Highlight: Amanal Petros läuft deutschen Rekord

Von Mario Friedl

Was für ein ereignisreicher Marathon-Sonntag im spanischen Valencia war das eigentlich? Beim Halbmarathon der Herren blieben gleich vier (!) Athleten unter der Weltrekordmarke (58:01 Minuten). Allen voran der neue Weltrekordhalter Kibiwott Kandie aus Kenia, der nach 57:32 Minuten das Ziel erreichte. Bei den Frauen siegte Genzebe Dibaba bei ihrem Halbmarathon-Debut in 1:05:18 Stunden. Im Marathonbewerb siegte Evans Chebet (Ken) in 02:03:00 Stunden, bei den Damen war Peres Chepchirchir Ngeno, ebenfalls Kenia, in 02:17:16 Stunden die Schnellste. Für die Österreicher war es ein sehr frustrierender Sonntag, für den Deutschen Amanal Petros hingegen ein grandioser. 

Foto: ©Gladys Chai von der Laage

Positiver Cornonatest stoppt österreichisches Duo 

Ein sportliches Drama erlebten die beiden Österreicher Valentin Pfeil und Timon Theuer. Pfeil wurde in Valencia positiv getestet, Theuer als sein Zimmerkollege, durfte trotz negativen Tests ebenfalls nicht starten (hier das ausführliche Interview dazu). Das ist für zwei Sportler, die alles in ihren Sport investieren, natürlich sehr frustrierend. Beide wollen aber ihren Olympia-Traum noch nicht aufgeben und es spätestens im Frühjahr erneut versuchen. Pfeil war übrigens der einzige Athlet, der in diesem Elitefeld mit rund 200 Startern positiv getestet wurde. Ganz bitter: Das Testergebnis am nächsten Tag war negativ.

Petros läuft neuen deutschen Rekord und bangt um Familie 

Mit 02:07:18 Stunden lief der seit 2012 in Deutschland lebende Amanal Petros einen neuen deutschen Marathon-Rekord. Für mich das Highlight an diesem Sonntag! Petros lief mutig an und unterbot den alten Rekord von Arne Gabius (02:08:33 Stunden), aufgestellt im Jahr 2015, sehr deutlich. Eine sensationelle Leistung, wenn man bedenkt, dass Petros seine Gedanken nicht nur beim Laufen hat. Der 25-Jährige, der als zweijähriger mit seiner Familie aus ihrem Heimatland Eritrea nach Äthiopien geflüchtet war, wartet seit Wochen auf ein Lebenszeichen seiner Familie. Seine Mutter und seine Schwestern leben noch immer in der Region Tigray, in den zurzeit blutigen Auseinandersetzungen mit der äthiopischen Regierung herrschen. “Ich kann meine Familie seit vier Wochen nicht erreichen”, schrieb Amanal Petros am Donnerstag auf Instagram. “Mit dieser Ungewissheit, ob meine Familie und Freunde okay sind oder nicht, werde ich am Sonntag meinen zweiten Marathon in Valencia laufen. Ich werde ihn mutig angehen und an mein Volk denken, das ohne Grund gestorben ist oder fliehen musste,” schrieb Petros weiter. Beeindruckend unter diesen Umständen so eine großartige Leistung abzuliefern. Ein Erfolg, den der Langstreckenläufer sicherlich gerne tauschen würde. 

Sportliche Grüße, Mario!

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