Michael Lang zieht positive EM-Bilanz

Michael Lang ist ein erfolgreicher deutscher Masters-Athlet. Vor Kurzem durfte der Oberpfälzer in Madeira (Portugal) über eine EM-Medaille jubeln. Im Interview spricht der 39-Jährige nicht nur darüber, sondern auch über sein Training und seine Ziele.  

Foto: ©Michael Lang

Helden des Laufsports: Wie fällt deine persönliche EM-Bilanz aus?

Michael Lang: Durchaus positiv! Gut, über die zehn Kilometer und dem Halbmarathon hätte es gerne auch eine Position weiter vorne sein dürfen. Aber ich denke, wer sich über einen vierten Platz bei einer EM beschwert, der jammert definitiv auf hohem Niveau. Und letztlich durfte ich ja mit einer Silbermedaille in der Cross-Staffel zurückreisen.

Eine Woche später hast du in Dresden gleich wieder einen 10-km-Straßenlauf absolviert. Wie lief dieses Rennen aus deiner Sicht?

Für mich überraschend gut. Nachdem die drei Wettkämpfe auf Madeira ja an drei hintereinander folgenden Tagen stattgefunden haben, hatte ich die Woche über doch noch sehr schwere Beine. Dass davon bei dem Lauf in Dresden aber davon kaum noch etwas zu spüren war, und eine für mich ganz gute Zeit herausgesprungen ist, bildet natürlich einen sehr schönen Abschluss dieser Saison.

Wie sah dein Training in den letzten Wochen und Monaten aus?

Wie bei allen anderen Athleten auch, hat Corona natürlich auch meine Jahresplanung gehörig durcheinander geworfen. Eigentlich war diese auf die Masters-Weltmeisterschaft im Juli in Toronto ausgelegt. Zuvor wollte ich noch bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m an den Start gehen. Doch dann kam Corona… Und wie alle anderen Athleten, wusste natürlich auch ich nicht, wie es weitergehen würde. Während der ersten Zeit habe ich das Training deswegen auf ein solides Grundlagentraining ausgerichtet, um dann auch relativ kurzfristig wieder bei einem Re-Start der Läufe in Schwung zu kommen. Das hat dann auch ganz gut geklappt. Das Corona-Jahr hat zwar meine komplette Wettkampfplanung 2020 über den Haufen geworfen, aber „kein Schaden ohne Nutzen“ wie es so schön heißt. Bei den ersten Bahnwettkämpfen konnte ich meine Bestzeiten über 5.000 m und über 10.000 m verbessern und Anfang Oktober beim Kärnten Marathon an den Start gehen. All diese Wettkämpfe hätte ich ohne Corona wohl gar nicht „auf dem Plan gehabt“. Die Wochen nach Kärnten waren dann trainingstechnisch komplett auf die Masters-EM in Madeira ausgerichtet. Die Vorbereitung auf so ein Event fiel dieses Jahr zwar etwas kürzer aus als sonst, war aber dennoch gut.

Wenn du auf deine Laufkarriere zurückblickst, welche waren deine größten Erfolge?

Da gibt es mittlerweile sicherlich einige. Eines meiner schönsten Erlebnisse war wohl der Sieg beim Halbmarathon auf Mallorca 2013. Die größten Erfolge sind aber sicherlich die Medaillen bei den Masters-Events in den letzten Jahren. So konnte ich 2017 mit dem Team EM-Bronze im Halbmarathon holen, 2018 bei der WM in Malaga Bronze in der Einzel- und Silber in der Teamwertung beim Halbmarathon. Bei der letztjährigen EM in Venedig Silber in der Einzel- und Teamwertung beim Crosslauf sowie Bronze in der Teamwertung beim Halbmarathon. Insgesamt muss ich sagen, hat mir der Laufsport aber nicht nur den ein oder anderen Erfolg, sondern allen voran viele schöne Erlebnisse auf und neben der Laufstrecke beschert. So sind viele private Freundschaften erst durch das Laufen entstanden und natürlich nimmt man auch viele Eindrücke von den Reisen zu den Läufen mit.

Was sind deine sportlichen Pläne für die Zukunft?

Kurzfristig heißt es erst einmal „Saisonpause“. Mittel- und langfristig möchte ich dann natürlich gerne bei der Masters-WM – so sie denn stattfindet – im nächsten Jahr in Tampere mitlaufen und natürlich auch bei der ein oder andere nationalen Meisterschaft. Das Wichtigste ist für mich aber weiterhin fit zu bleiben und ich hoffe, dass ich noch ein paar weitere Jahre auf diesem Niveau laufen kann und so vielleicht noch das ein oder andere schöne Lauferlebnis an meine Vita anhängen darf. Vor allem aber wünsche ich mir, dass ich noch viele Jahre gemeinsam mit meiner Heim-Trainingsgruppe, den „Kettenbach Runners“ trainieren kann – die mussten jetzt einfach auch mal noch erwähnt werden.

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