Mid Summer Track Night: “Das Feedback war durchwegs positiv”

Im Rahmen der Mid Summer Track Night im Wiener Leichtathletik-Zentrum wurden am Samstag, 11.07.2020, trotz Schlechtwetter tolle Leistungen erbracht. Organisator dieses Events ist Christoph Sander. Der 31-Jährige spricht im Interview über das Event, nach dem sich ganz Leichtathletik-Österreich gesehnt hat.

Christoph Sander (rechts) Foto: ©Dorner

Helden des Laufsports: Freitag schön, Sonntag schön! Dazwischen, am Samstag, hat es allerdings stark geregnet. Ist man da am Morgen beim Aufstehen sauer?

Christoph Sander: Ich bin ein Freund davon, sich nicht mit Dingen zu beschäftigen, die man selbst nicht beeinflussen kann. Natürlich wäre vor allem der Sonntag vom Wetter her ein absoluter Traum gewesen. Aus meiner langen Erfahrung als Teil des OK-Teams beim WACHAUmarathon oder auch dem Wings for Life World Run war mir die Situation mit schlechtem – oder besser herausforderndem – Wetter nicht neu. Aber die Leichtathletik ist nun mal eine Freiluftsportart und somit muss man die Situation annehmen, wie sie ist. Mein Team und ich haben das aber glaube ich sehr gut hinbekommen und wir haben angesichts der Bedingungen großartige Leistungen gesehen.

Wie sieht deine persönliche Bilanz dieses Events aus und wie bist du mit dem Feedback zufrieden?

In Summe war die 4. Mid Summer Track Night sicherlich unser bislang bestes Event. Das bezieht sich keineswegs nur auf die fantastischen AthletInnen aus dem In- und Ausland, die wir dieses Jahr begrüßen durften. Das Feedback der Top-AthletInnen war überragend und durchwegs positiv, was mir am allerwichtigsten ist. Denn wenn die AthletInnen einen Wettkampf geboten bekommen, der von den Rahmenbedingungen Topleistungen ermöglicht, hat man vieles richtig gemacht. Auch vom Verband gab es viel Lob und Anerkennung, was für die weiteren Auflagen sicherlich gut ist. Ich denke, wir sind nun wirklich „angekommen“ und haben unseren Platz im Terminkalender. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die 5. Mid Summer Track Night 2020 – und alle noch folgenden.

Ivona Dadic. Foto: ©Newetscny

Wie viel Zeit muss ein Verein in die Organisation einer solchen Veranstaltung investieren?

Die gesamte Organisation ist zu 100% ehrenamtlich. Ab der endgültigen Fixierung des Termins, was dieses Jahr natürlich mehr als nur schwierig war, hatten wir sechs sehr intensive Wochen. Bei mir persönlich waren das unzählige Stunden abseits meines gewöhnlichen „All-In-Job“ bei Scholarbook. Meist früh morgens bzw. spät abends. Mit Ali Hofmann, der auch eine fantastischen Performance als Sprecher abliefert hat, und Florian Domenig habe ich zwei Helfer, die ebenfalls zig Stunden investiert haben; ebenfalls ehrenamtlich! In der Wettkampfwoche und am Eventwochenende selbst hilft dann „der halbe Verein“ mit, wobei sich manche wie mein pensionierter Vater dann ebenfalls fast täglich und nun auch zum vierten Mal für Abholungen etc. zur Verfügung stellen. Mit der steigenden Professionalität und immer mehr Facetten steigt natürlich auch das Arbeitspensum für alle Beteiligten. Aber das Gemeinschaftsgefühl bei uns in der DSG Wien ist ein in meinen Augen sehr großes und in der modernen Zeit wohl auch einzigartiges. Ich bin jedem einzelnen, der sich für die Mid Summer Track Nicht engagiert auf jeden Fall sehr dankbar!

Was war dein sportliches Highlight des Abends?

Auf jeden Fall die 5.000 Meter der Männer. Durch meine eigenen Kontakte konnte ich wirklich ein wahnsinnig starkes Feld aufstellen. Meiner Recherche nach war von der Leistungsdichte her der beste 5.000-Meter-Lauf des Jahrtausends. Darauf bin ich schon wahnsinnig stolz. Meine Vision vor der ersten Austragung 2017 war, der Leichtathletik in Österreich – speziell in Wien – wieder mehr Leben einzuhauchen bzw. zumindest einen Beitrag dafür zu leisten. Wenn man dann sieht, wie Zuschauer, Helfer und AthletInnen nach Stunden im Regen noch geblieben sind, um auf der gesamten Rundbahn von Bahn dreo aus richtig „Ramba-Zamba“ zu verursachen und die Läufer über die 12,5 Runden zu tragen, denke ich mir schon, dass wir meiner Vision immer mehr entsprechen.

Max Thorwirht. Foto: ©Nevsimal

Wie wichtig sind solche Events für die Leichtathletik in Zeiten von Corona?

Ich würde es nicht auf Corona reduzieren. Die Leichtathletik hat so viele Facetten, viele Bewegungsformen wie Springen oder Werfen sind Grundlage für andere Sportarten – es ist für mich nebst dem Turnen wirklich DIE Kernsportart. Daher ist es meiner Meinung nach einfach von enormer Wichtigkeit, dass es Events wie gibt. Nicht nur die Mid Summer Track Nicht, sondern auch die anderen Austrian Top Meetings oder auch die „Golden Roof Challenge“ etc. Event ist überhaupt das Stichwort: wir wollen bei der Mid Summer Track Night nicht bloß ein Leichtathletikmeeting veranstalten, sondern immer mehr ein Event etablieren, bei dem jede/r Einzelne sieht, dass diese Sportart lebt und absolut faszinierend ist. Sport lebt von Emotionen! Athleten wie Zuschauer empfinden in meinen Augen weitaus mehr davon, wenn man bspw. zwei Meter neben der Weitsprunggrube stehen kann, wo Ivona (Dadic) über sechs Meter fliegt – oder eben auf Bahn drei stehenden Andi (Vojta) mit 22 Kilometer pro Stunde an einem vorbeilaufen sieht.

Foto: ©Dorner

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