„Mit Schnelltests sollten Wettkämpfe möglich sein“

Alois Petermaier, Obmann des Laufclub Geinberg, und Josef Wimmer, Obmann der LG Innviertel, sprechen im Doppel-Interview über das aktuell nicht stattfindende Verreinsleben und auch drüber, wie Wettkämpfe in der Saison 2021 ausschauen könnten.

Alois Petermaier und Josef Wimmer.

Wie fühlt es sich als Obmann eines Vereins an, wenn seit Monaten kein aktives Verreinsleben stattfindet?
Alois Petermaier: 
Das hat Vor-und Nachteile. Da es eher wenig zu organisieren gibt, war es für mich als Obmann noch nie so ruhig wie letztes Jahr. Allerdings fehlt der Kontakt zu den meinen Vereinskollegen schon sehr. Auch das Training in der Simbacher Hügellandschaft, mit den deutschen Lauffreunden, vermisse ich persönlich sehr.

Josef Wimmer: Dies stimmt mich sehr nachdenklich. Der Grund ist ein einfacher. Als Obmann der Laufgemeinschaft Innviertel ist es mir ein großes Anliegen, dass wir ein reges Verreinsleben pflegen, in dem wir zu regelmäßigen Lauftreffs zusammenkommen, in dem wir regelmäßige Stammtische pflegen, in dem wir Wettkämpfe veranstalten und an anderen Wettkämpfen teilnehmen. Nicht nur der Kontakt zu den meinen Vereinsmitgliedern fehlt, sondern auch das Treffen andere Läufer bei den Wettkämpfen.

Glauben Sie, dass 2021 wieder Rennen stattfinden werden?
Petermaier: Ich hoffe schon, dass es zumindest ab dem Sommer wieder mehr Veranstaltungen gibt. Persönlich denke ich, werden die Schnelltest in nächster Zeit eine immer größere Rolle spielen werden. Vielleicht hilft uns das auch weiter. Als LC Geinberg werden wir aber sicher nicht auf biegen und brechen versuchen, einen Wettkampf durchzuziehen. Auch auf Rücksicht aller ehrenamtlichen Funktionäre, da wollen wir nichts riskieren.

Wimmer: Ja sicherlich! Jedenfalls sobald eine gute Impfquote gegen Corona in unserer Bevölkerung erreicht ist. Meiner Einschätzung nach könnten nach derzeitigem Stand der Dinge ab Mitte drittem Quartal 2021 wieder Wettkämpfe möglich sein. Dafür werden sogenannte Eintrittstests erforderlich sein, die dann nicht älter als 48 Stunden vor dem Wettkampftag sein dürfen und es wird diverse behördliche Auflagen in Verbindung mit Corona geben.

Alleine laufen geht ja, wie viel trainieren Sie persönlich?
Petermaier: Zu zweit laufen ist ja erlaubt, aber ich komme auch alleine ganz gut klar. Zum Beispiel suche ich mir einen Flusslauf, den ich von der Quelle bis zur Mündung folge, was wir ja sonst auch regelmäßig machen – jetzt eben Solo.

Wimmer: Naja, das alleine laufen bedarf großer Selbstdisziplin, die ich sicherlich aufbringe. Darüber hinaus ist ein gewisses Maß an Erfahrung für das Lauftraining notwendig, damit man sich dieses abwechslungsreich gestalten kann. Ich selbst trainiere wöchentlich jedenfalls zwei- bis dreimal. Derzeit vorwiegend Grundlagenausdauer.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn wieder sowas wie Normalität einkehrt?
Petermaier: Genau auf das, Normalität! Training mit Freunden und danach auf ein Getränk oder Eis. Ein Wiedersehen mit all denen, die einen schon Jahre lang bei all den Wettkämpfen, drüben und herüben, begleiten.

Wimmer: Ich freue mich schon riesig auf meinen kommenden ersten Wettkampf. Sei es beim Grenzland-Laufcup 2021 oder bei einem anderen Laufevent, wie etwa einem Marathon. Einfach wieder einmal sich mit Lauffreunden treffen, um so wieder Energie für den Alltag auftanken zu können. Ich hoffe, das ist bald wieder möglich. So lange müssen wir noch durchhalten.

Spielt es für einen Laufverein eine große Rolle, wenn durch die ausgefallenen Wettkämpfe, keinen Einnahmen gibt?

Petermaier: Sicher fehlt etwas, aber dafür haben wir auch wesentlich weniger Ausgaben. Im Gegensatz zur Gastronomie müssen wir davon auch nicht leben.

Wimmer: Natürlich spielt dies eine Rolle, da die fehlenden Einnahmen aus unseren beiden Laufevents ein Loch in unsere Kasse reißen. Allerdings ist ein solches Jahr auch “verkraftbar“.

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