New York City Marathon – 64-jähriger Österreicher mit beeindruckender Zeit

Bei tollem Laufwetter machten sich am Sonntag, 03. November 2019, rund 54.000 Athleten auf dem Weg, um 42,195 Kilometer durch New York zu laufen. Für viele Freizeit- und Hobbyathleten ist es ein großer Traum, einmal in New York beim Marathon am Start stehen zu dürfen. Auch etliche Läufer/innen aus Deutschland und Österreich waren dabei. Wir haben für euch einige Stimmen gesammelt. Etwas ausführlicher hat uns Peter Laznicka berichtet. Der 64-jährige Wiener ist, wenn man die Zeit dem Alter anpasst, nach 02:18:17 Stunden ins Ziel gekommen. Tatsächlich benötigte er 02:55:40 Stunden!

Ergebnisse Männer:

1. Geoffrey Kamworor (KEN) 2:08:13 Stunden
2. Albert Korir (KEN) 2:08:36 Stunden
3. Girma Gebre (ETH) 2:08:38 Stunden

Frauen:

1. Joyciline Jepkosgei (KEN) 2:22:38 Stunden
2. Mary Keitany (KEN) 2:23:32 Stunden
3. Ruti Aga (ETH) 2:25:51 Stunden

Das sagen die Läufer/innen:

Hermann Achmüller (Italien – 02:35 Stunden)

„Der New York-Marathon war wieder ein super Erlebnis. Auch nach 17 Teilnahmen ist dieser gleich spannend, emotional und aufregend wie beim ersten Mal. Mit meiner Zeit von 02:35 Stunden war ich super zufrieden und es war ein toller Abschluss des Laufjahres 2019.“

Hermann Achmüller

Simon Friedrich (Deutschland – 02:45:36 Stunden)

„Am vergangenen Sonntag bin ich meinen bisher härtesten Marathon gelaufen. Bis Kilometer 31 lief es richtig gut, dann hat mich eine Leistenzerrung auf einer der Brücken ausgebremst. Ich bin trotz den Schmerzen bis ins Ziel gelaufen. Die Stimmung am Streckenrand war einzigartig. Es war ein tolles Erlebnis beim New York-Marathon, dem größten Marathon der Welt, an den Start zu gehen. Durch die Brücken hat die Strecke einige Höhenmeter, weshalb eine Bestzeit fast unmöglich ist. Die Stimmung war so gut wie bei noch keinem meiner Marathonläufe. Das Wetter war sonnig, aber frisch und teilweise sehr windig. Nun genießen wir die Stadt, die niemals schläft, noch ein paar Tage, bevor es wieder nach Hause geht.“

Simon Friedrich

Andreas Klauser (Deutschland – 03:26 Stunden)

„Wir waren mit einem Reiseveranstalter dort und es war alles super organisiert. Vom Hotel aus dauerte die Fahrt mit dem Bus auf die Insel ca. eine Stunde. Dort angekommen, wurden wir dann gleich in Richtung Startblock geleitet, dort gab es noch etwas Warmes zu trinken und zu essen (Frühstück). Bis zum Startschuss mussten wir, geschützt mit alten Kleidern und Zeitungen, rund zwei Stunden in der Kälte ausharren, ehe es dann um 09.45 Uhr endlich losging. Als dann tausende Läufer auf die Strecke gelassen wurden, war das schon ein beeindruckendes Bild. Die Stimmung an der Strecke, war von Stadtteil zu Stadtteil „unterschiedlich“, aber überall toll. Man fühlte sich den ganzen Lauf über sicher und wohl. Im Ziel angekommen, haben wir erst einmal alles sacken lassen und genossen den Moment. Der Lauf war einfach genial und unvergesslich. Vom Wetter bis zur Stimmung war alles perfekt.“

Andreas Klauser

Peter Laznicka (Österreich – 02:55:40 Stunden – Platz 30 von 30.798 Männern in der Wertung Age-Graded-Time! 02:18:17 Stunden)

“2019 also wieder einmal New York, sechs Mal bin ich hier schon gelaufen. Von meinem ersten Marathon 1995 (über vier Stunden) bis zum vorerst letzten im Jahr 2007, bei dem ich die Drei-Stunden-Marke knapp verpasst habe (03:00:58). Zwölf Jahre später will ich es nochmals wissen. Nun stehe ich also wieder am Start des New York Marathon und bin etwas angespannt. Ich fühle mich nach dem Berlin-Marathon zwar sehr gut in Form, aber ein muskuläres Problem im Oberschenkel lässt mich an einem erfolgreichen Rennen zweifeln.

Ich werde also etwas defensiver beginnen als eigentlich geplant und mal schauen, ob bzw. wie sich mein Rennen entwickelt. Am Wetter wird es dieses Mal sicher nicht scheitern, es ist zwar etwas frisch, aber durchgehend sonnig. 01:28:32 Stunden für den Halbmarathon passen gut und auf der Queensboro-Bridge (bei Kilometer 25) entscheide ich mich für ein etwas schnelleres Tempo. Über die lange 1st Avenue geht es in die Bronx, jener Streckenteil, auf dem ich in der Vergangenheit immer die ersten Probleme bekam, nicht so dieses Mal. Für diese knapp 15 Kilometer konnte ich mein Tempo von 04:07min/km gut halten und die enthusiastischen Anfeuerungen der Zuschauer/innen motivieren mich „unheimlich“, den Oberschenkel auch. Die letzten 2,2 Kilometer fühlen sich dann extrem gut an (Ø 04:01) und ich komme mit 02:55:40 Stunden ins Ziel. Dieses Mal passen Leistung und Ergebnis (2. Platz in der M60), mein Traum ist in Erfüllung gegangen.

Aber noch ein paar Wörter zum New York Marathon, der in vielerlei Hinsicht eine echte Herausforderung darstellt.

Das Wetter ist Anfang November immer ein kritischer Faktor, „frisch“ ist es eigentlich immer. Man muss nicht nur sehr zeitig aufstehen, sondern auch eine längere Busfahrt zum Startgelände in Kauf nehmen. Dort wartet man dann ziemlich lange auf den Startschuss, hoffentlich bei akzeptablen Wetterbedingungen. Der Straßenbelag ist nicht mit dem der Hauptallee vergleichbar und insgesamt müssen fünf Brücken bewältigt werden. Und zum Schluss wartet auch noch der nicht gerade flache Central Park.

Und trotzdem, es gibt keinen Marathon der mich mehr inspiriert. Die Stimmung unter den Teilnehmer/innen ist schon außergewöhnlich positiv und das Publikum am der Strecke sorgt für echte Euphorie.

Der New York Marathon ist ein Abenteuer, aber eines das sich lohnt!”

Peter Laznicka

Elisabeth Niedereder (Österreich – 03:03:13 Stunden)

„Als Marathon-Neuling (seit November 2018 trainiere ich erst für diese Distanz) war New York von Anfang an ein Highlight und eine große Motivation für mich, überhaupt einmal bei einem Marathon an den Start zu gehen. Da ich als ehemalige Mittelstreckenläuferin ein komplett anderes Training gewöhnt war, bedeutete das doch eine Umstellung für mich. Nichtsdestotrotz war mir bewusst, dass diese Strecke sicher nicht zu den einfachsten und schnellsten gehört. Da ich nur fünf Wochen zuvor beim Berlin-Marathon am Start war und hier mit einer Zeit von 02:57:12 Stunden meine persönliche Bestzeit aufstellen konnte, ging ich dementsprechend zuversichtlich an den Start und liebäugelte mit einer weiteren SUB3-Zeit. Beim Rennen selbst war es jedoch sehr schwierig einen Rhythmus und ein passendes Tempo zu finden, da vor allem zu Beginn eher das sichere Überholen und Zurechtfinden in der Menge das Ziel war. Eine sehr herausfordernde Strecke mit dauernden Auf- und Ab-Passagen und Brücken die überquert werden mussten, stellten eine große Herausforderung dar. So blieb am Ende eine Zeit von 03:03:13 Stunden und die Gewissheit, dass New York einiges an Erfahrung im Marathonlauf erfordert, sofern man dort für sich persönlich eine sehr gute Zeit erreichen möchte :-)“

Elisabeth Niedereder

Herbert Kopp (Österreich – 02:46:52 Stunden)

“Ich hatte letzte Woche die große Ehre beim NYC Marathon laufen zu dürfen – einerseits weil es „DER“ Marathon schlechthin ist und vor allem weil ich seit drei Monaten verletzungsbedingt so gut wie nicht gelaufen bin (der Marathon selbst war dann aber dafür zum Glück schmerzfrei). Die Atmosphäre am Start – mit der live vorgetragenen Amerikanischen Nationalhymne und den tieffliegenden Helikoptern vom NYPD – gepaart mit dem tollen Wetter, ließen einem das Adrenalin in ungeahnte Höhen steigen. Ich startete in der ersten Welle gleich hinter den Eliteläufern, musste mich aber trotzdem noch bis Mitte der Verrazzano-Narrows Bridge am Großteil der vor mir laufenden „vorbeischlängeln“. Mein Ziel für den Marathon war es diesen gleichmäßig und schmerzfrei zu bewältigen, somit schaute ich auch gar nicht so auf meine Zwischenzeiten sondern legte einfach mal los. Das funktionierte ganz gut und so lief ich gefühlsmäßig irgendwas zwischen 03:50min/km und 04:10min/km. Meine persönlich schwerste Phase im Marathon ist immer zwischen Kilometer 15 und 25 Kilometer, auch diesmal sollte es so sein. In New York war es die Ungewissheit keine langen Läufe gemacht zu haben und die hohe muskuläre Belastung von 42 Kilometer auf dem Asphalt. Meine Füße wurden etwas schwerer, ab nun griff ich regelmäßig alle zwei Meilen zu Gel und Wasser. Mein Fokus lag nun auf der Halbmarathonmarke! Durchgangszeit etwas unter 01:24 Stunden, perfekt! Kurz nach der Halbmarathonmarkte ging es dann fünf Kilometer sehr wellig gerade aus. Auf dieser langen Gerade nutzte ich die Gunst der Stunde – in meinem Leistungsbereich war das Läuferfeld noch etwas überschaubarer – und lief auf dieser langen Gerade am rechten Streckenrand. Das komplette Läuferfeld war links unterwegs. Hier hat man dann schon kurz das Gefühl die Leute applaudieren nur dir zu. Drei wellige Kilometer vor dem Ziel, mit dem Wissen, den bekanntesten Marathon der Welt in einem Kilometerschnitt unter 04:00 Minuten zu beenden, gab ich noch einmal alles und war am Ende überglücklich, dass es dann sogar noch eine 02:46er Zeit wurde (Negativ Split von 17 Sekunden). Der ewig lange Fußmarsch nach der Ziellinie zum Kleidertransport unterstreicht nochmals die Abwicklung der überwältigenden Masse von 53.518 Finshern.”

Herbert Kopp

Markus Sostaric (Österreich – 02:38:30 Stunden)

„Schon lange war die Teilnahme am New York-Marathon ein Wunsch von mir. Diesen konnte ich im Jahr 2019 endlich verwirklichen. Und so ging es am 30. Oktober 2019 mit dem Flugzeug von Wien Richtung New York. Die Zielsetzung für den Marathon war, den Lauf und die Atmosphäre zu genießen, weshalb ich mich auch nicht speziell vorbereitete. Am 03. November ging es dann um 05:15 Uhr mit dem Bus vom Sammelpunkt Richtung Start. Dort bin ich um etwa 06:00 Uhr angekommen und es begann, aufgrund der späten Startzeit um 09.40 Uhr, das lange warten. Leider gab es dort kein Zelt zum Aufwärmen oder gar eine Sitzmöglichkeit. Ich machte es mir dann auf der Wiese so gut es ging gemütlich. Einziges Problem war, dass ich zu leicht gekleidet war und mir sehr rasch kalt wurde (Empfehlung: Genug Kleidung zum Start mitnehmen sonst wird es kalt). Dann ging es endlich mit los! Ich entschloss mich 02:40 Stunden anzulaufen. Das gelang mir auch locker und ohne allzu große Probleme. Am Ende wurde es eine Zeit von 02:38:30 Stunden. Fazit: Die zweite Hälfte der Strecke ist schwieriger zu laufen als die Erste, aber im Großen und Ganzen war die Teilnahme am New York-Marathon eine Reise wert. Die Stadt selbst zu sehen ist ein unglaubliches Erlebnis, diese sollte man einmal im Leben gesehen haben.“

Markus Sostaric