Nicole Egger: Limit verpasst – Bronzemedaille gesichert

Nicole Egger holte sich am Freitag bei den Schweizer Staatsmeisterschaften in Uster die Bronzemedaille. Die 34-Jährige benötigte für die 10.000 Meter 33:21 Minuten. Ob die Athletin vom LV Langenthal damit zufrieden war, erfahren wir im Interview.

Foto: ©Ulf Schiller

Helden des Laufsports: Wie lautet deine persönliche Bilanz? Bist du mit der Zeit und der Platzierung zufrieden?

Nicole Egger: Ich ging mit zwei Zielen an den Start: Das erste und zugleich wichtigere Ziel war, eine Zeit unter 33:20 Minuten zu laufen, da dies das Limit für die Aufnahme in den Nationalkader ist. Das zweite Ziel war ein Podestplatz. Als ich mit einer Zeit von 33:21 ins Ziel lief, war ich zuerst sehr enttäuscht, obwohl es für mich eine neue persönliche Bestzeit ist und ich zugleich Bronze gewann. Diese Sekunde ärgerte mich wahnsinnig. Eine neue Chance bei solch guten Bedingungen (Teilnehmerfeld und Wetter) wird es so schnell nicht wiedergeben. Je mehr Zeit jedoch vergeht und je mehr ich mir bewusstwerde, dass die letzten Monate von Krankheiten und Verletzungen geprägt waren, umso positiver wird meine Bilanz. 2020 war bisher nicht so mein Jahr, es kann es aber noch werden.

Wie sah deine Vorbereitung aus?

Bei solch wichtigen und konkurrenzreichen Wettkämpfen sieht meine Vorbereitung immer ähnlich aus. Die letzten zehn Tage vor dem Wettkampftag absolviere ich weder Krafttrainings noch sehr intensive Trainingseinheiten. Zudem absolviere ich möglichst wenige Alternativtrainings, um nicht von den laufspezifischen Bewegungen abzuweichen. Ich bin sonst jemand, der sehr oft alternativ trainiert. Genau vier Tage vor dem Wettkampftag findet die letzte Belastung statt, diese ist aber nicht mehr so intensiv. Diesmal waren es 10 x 400 Meter im Wald – mit längeren Pausen als gewohnt. Von solchen Trainingseinheiten erhoffe ich mir noch etwas Spritzigkeit. Der zweitletzte Tag vor dem Wettkampf ist ein kompletter Ruhetag und am Tag vor dem Wettkampf mache ich einen kurzen, lockeren Lauf mit Lauftechnikübungen und Steigerungen. Diese Vorbereitung hat sich bisher bewährt. Ich achte darauf, dass ich in den letzten Tag möglichst gut zur Ruhe komme. Das einzige, was ich nicht ganz beeinflussen kann, ist die berufliche Belastung. Dank toleranten Arbeitskolleginnen und -kollegen kann ich aber meistens am Wettkampftag frei nehmen bzw. das Pensum vor- oder nachholen.

Wie groß ist deine Erleichterung, dass endlich wieder Wettkämpfe stattfinden in der Schweiz?

Diese ist bei uns allen groß. Es ist schön, wieder Kolleginnen und Kollegen zu treffen, die man lange nicht mehr gesehen hat. Es hagelt persönliche Bestleistungen. Alle sind scharf auf Wettkämpfe, daher sind Bahnwettkämpfe im Moment beliebt und gut besucht, da kaum konkurrierende Straßenwettkämpfe stattfinden. So ergab sich auch bei den 10.000 Meter-Meisterschaften eine Teilnehmerzahl, die wir in den letzten Jahren nicht mal zur Hälfte erreichten. Letztes Jahr beispielsweise fand über die 10.000 Meter nicht einmal ein Frauenrennen statt, da sich nur drei Frauen angemeldet hatten.

Was ist als nächstes geplant?

Wettkampfmässig sind meine Pläne bescheiden. Die Schweizer Leichtathletikmeisterschaften Mitte September werden sicher noch ein Höhepunkt werden. Von Mitte Juli bis Mitte August bin ich wieder in St. Moritz, um in der Höhe zu trainieren. Danach möchte ich noch ein gutes Rennen laufen können, geplant habe ich allerdings noch nichts. Im Training werde ich versuchen, den Ball flach zu halten und es auch mal etwas ruhiger anzugehen, da ich nicht wirklich wichtige Anlässe in Aussicht habe.

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