Nicole Egger: „Mein bisher schönster Meistertitel“

Mit 16:23:56 Minuten wurde Nicole Egger am Freitag, 25. Juni 2021, Schweizer Meisterin über 5000 m. Da das Rennen in Langenthal, Kanton Bern, stattfand war es ein Heimrennen und somit der bisher emotionalste Titel für die 35-jährige Athletin, die nur ein Kilometer von dieser Laufbahn entfernt lebt.

Nicole Egger (vorne) läuft zum Titel. Foto: ©Kurt Ruedisueli

Schweizer Meisterin über 5000 m! Welchen Stellenwert hat dieser Titel für dich?

Nicole Egger: Einen riesigen Stellenwert. Schon seit mehr als einem Jahr wusste ich, dass die SM 2021 in Langenthal stattfinden werden, ein Heimrennen also. Anfang des Jahres wusste ich verletzungs- und krankheitsbedingt nicht, ob es für mich zeitlich reicht, bis im Juni wieder in Form zu kommen. Nachdem ich mit den Trainings wieder beginnen konnte, stimmte es im Kopf nicht mehr. In den letzten Monaten gab es viele Trainingsabbrüche. In den Rennen stimmte das Laufgefühl nicht mehr. Zeitenweise dachte ich, ich hätte das Laufen „verlernt“. Erst in den letzten Wochen lief es – dank super Unterstützung – langsam wieder besser und ich konnte zuversichtlich am Start der Schweizermeisterschaften stehen. Es ist für mich das GRÖSSTE, dass ich vor dem Heimpublikum gewinnen konnte. Jeder meiner fünf Titel war speziell und jedes Mal dachte ich: “Dieser war der Speziellste” …aber dieser war es wirklich. 😊

“Jeder meiner fünf Titel war speziell, aber dieser bedeutet mir wirklich alles”

Nicole Egger über ihren Triumph vom Wochenende.

Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Meine Strategie war es, das Feld am Anfang mal etwas aufzuspalten. Deshalb habe ich die ersten 3000 m mit einer schnellen aber nicht sehr schnellen Pace angeführt. So waren wir nur noch zu zweit an der Spitze. Camille übernahm dann die Führung. Wir wurden schon beim dritten Kilometer etwas langsamer und hinten wurde Alina – mit ihrem U20-EM-Limit im Kopf – schneller. Ich merkte, dass sie uns bald einholen wird. Allerdings fühlte ich mich nicht an der Grenze, so dass ich wusste, dass ich im Endspurt noch Energie haben würde. So war es dann auch und ich konnte meine beiden Konkurrenten in einem Langsprint distanzieren.

Wie sah dein Training in den letzten Wochen aus?

Nachdem ich viele Bahntrainings abbrechen musste und es mir nicht mehr lief, habe ich ein paar Pausentage eingelegt und die Bahn gemieden. Ich habe viel Alternativtraining gemacht und die harten Laufeinheiten auf die Straße, teilweise aufs Laufband verlegt. Erst am Montag vor der SM bin ich auf die Bahn zurückgekehrt. Wir machten 6 x 400 m/300m im Wechsel, allerdings bis auf die letzte Wiederholung nicht an der Grenze. Dies war für mich mental gut. Auch ein Volksrennen eine Woche vor den Schweizermeisterschaften, an dem das Laufgefühl gut war, gab mir diese Zuversicht für den Saisonhöhepunkt.

“Ich fühlte mich richtig gut, so hatte ich noch viel Kraft für den Endspurt”

Nicole Egger über die Renneinteilung.

Was hast du als nächstes geplant?

Ich bin den ganzen Juli in St. Moritz und trainiere dort mit meinen Trainingskolleginnen. Danach konzentriere ich mich auf die Halbmarathon Schweizermeisterschaften Anfang September. Im Herbst steht dann ein zweiter Block Höhentraining am Programm – danach ist die Zukunft noch unklar.

Top-3 Damen des 5000-m-Rennens:

1. Nicole Egger, 16:23 Minuten

2. Alina Sönning, 16:29 Minuten

3. Camille Eugenie Chenaux, 16:31 Minuten

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