Otto Rosenauer läuft in Graz unter drei Stunden: “Pure Freude im Ziel”

Oktober 2021: Otto Rosenauer (Hoadläufer Frauenkirchen) hat beim Graz Marathon sein großes Ziel, die 42,195 Kilometer unter drei Stunden zu laufen, erreicht. 2:58:38 Stunden benötigte der Burgenländer, der als Sky-Kommentator tätig ist, für den Marathon. In der Altersklasse AK 35 belegte Rosenauer Platz vier.

Foto: ©Otto Rosenauer

Helden des Laufsports: Beim Graz Marathon bist du nach 2:58:38 Stunden im Ziel angekommen. Wie verlief der Lauf aus deiner Sicht?

Otto Rosenauer: Der Start war um zehn Uhr und es hatte rund sieben Grad bei Nieselregen. Ich hatte schon Respekt vor diesen Verhältnissen, wusste aber, dass ich bereits beim WfL-Run 2019 bei ähnlichen Bedingungen ein super Rennen gelaufen bin. Mein Plan war von Beginn an durchgängig und konstant 4:15 Minuten pro zu laufen. Der Pacemaker ist aber mit einer Gruppe von rund 16 Läufern gleich einmal ordentlich davongezogen. Mir war deren Tempo viel zu schnell und somit bin ich praktisch den gesamten Marathon komplett alleine gelaufen.

Ich wollte auf die ersten 21 Kilometer kein unnötiges Risiko eingehen. Der erste Halbmarathon war in Ordnung, aber vom Gefühl her nicht so wirklich rund wie ich mir das erhofft hatte. Ich war von der Zeit her bis zu diesem Abschnitt immer an der Kante, es unter drei Stunden zu schaffen und wusste, dass ich mir später keinen Leistungsabfall erlauben darf. Trotzdem wollte ich mich nicht verrückt machen bzw. hektisch werden. Nach dem Halbmarathon fühlte sich das Laufen aber plötzlich viel lockerer und leichter an, fast so als hätte sich etwas gelöst. Ich wusste, dass ich noch jede Menge Kraftreserven habe. Ich wollte aber nicht zu früh attackieren und blieb meiner Linie treu, in etwa 4:15 oder leicht schneller zu laufen. Ich blieb also geduldig. Von der Eigenverpflegung her, war ich bei den Stationen mit meinen drei Getränken super versorgt, dazu hatte ich noch wie gewohnt Gels bei mir.

Vor Kilometer 34 und 35 hatte ich wirklich große Angst. Jede/r, die/der schon einmal einen Marathon gelaufen ist, weiß, dass es da beginnt richtig weh zu tun. Das war bei mir auch noch bei jedem Marathon bisher der Fall. Ich wartete und wartete, aber es passierte genau das Gegenteil. Ich konnte noch ordentlich an Tempo zulegen und entschied mich ab Kilometer 38 voll zu attackieren. Einen halben Kilometer vor dem Ziel war auf einmal der Pacemaker mit zwei verbliebenen Läufern vor mir. Ich lief zu diesem Zeitpunkt einen 4:08-Split und überholte die verbliebene Gruppe sogar. Der Zieleinlauf war dann einfach nur noch großartig, ein unbeschreibliches Gefühl. Mir ist von der Renntaktik bis zur Verpflegung und Vorbereitung dieses Mal einfach alles perfekt aufgegangen. Die Wetterverhältnissen dürften mir wirklich liegen. Als ich die Uhr im Ziel abgedrückt habe, war nur noch pure Freude vorhanden.

“Bei Kilometer 34 wartete ich auf den Einbruch, doch der blieb glücklicherweise aus”

Otto Rosenauer über die Ängste eines Läufers.

Was bedeutet diese Zeit in Graz für dich?

Diese Zeit bedeutet mir unglaublich viel. Es war seit Jahren mein ganz großes Ziel, die Drei-Stunden-Schalmauer einmal zu unterbieten und das habe ich jetzt tatsächlich geschafft. Ich habe unglaublich viel dafür die vergangenen Jahre investiert und musste auch einige Niederlagen einstecken. Das gehört aber auch dazu, ich bin davor ein paar Mal an diesem Versuch gescheitert. Beharrlichkeit, Geduld und Fleiß haben sich am Ende für diesen Lauf bezahlt gemacht.

Wie intensiv hast du dich auf diesen Lauf vorbereitet?

Ich schreibe seit ungefähr zwei Jahren meine Trainingspläne selbst. Die Vorbereitung war mit fünf bis sechs Läufen pro Woche recht intensiv. Ich bin allgemein in diesem Jahr sehr viel gelaufen, weil es mir unglaublich Spaß bereitet und ich dabei auch abschalten kann. Ich habe dabei auf die klassischen Einheiten wie Intervalltraining, langen Dauerlauf, Wechseltempotraining und Tempodauerlauf gesetzt. Als Vorbereitung war ich beim VCM-Halbmarathon dabei. Vier Wochen vor dem Marathon konnte ich mit meiner Zeit bei recht warmen Bedingungen in Wien (1:23:15 Stunden) ganz gut einschätzen, in welche Richtung es in Graz laufen könnte.

“Ich habe davor sehr viele Niederlagen einstecken müssen, das gehört aber dazu”

Otte Rosenauer über die letzten Jahre.

Ist deine Saison jetzt vorbei?

An und für sich ja. Ich habe keinen großen Bewerb mehr geplant. Bei mir im Burgenland gibt es in Gols immer einen Silvesterlauf, der eine Stunde lang dauert. Da möchte ich auf jeden Fall wieder dabei sein und so viele Kilometer wie möglich erlaufen. Jetzt ist aber einmal zwei Wochen Ruhe angesagt.

Was glaubst du, ist im Marathon für dich noch möglich?

Das ist eine sehr gute Frage. Nach dem Marathon meinte der Pacemaker zu mir, dass ich jetzt die sub2:50 in Angriff nehmen kann. Das werde ich aber nicht machen, da kann ich mich schon richtig einschätzen. Ich würde gerne nächstes Jahr in Berlin starten und dort erneut unter drei Stunden laufen. Die Strecke dort soll ja ziemlich schnell sein. Mein Vorsatz war, sobald ich einen Marathon unter drei Stunden laufe, in den Triathlon einzusteigen. Das werde ich jetzt langsam angehen, aber Schritt für Schritt. Das Laufen ist und bleibt meine große Leidenschaft. Solange es mir Spaß macht, möchte ich weiterhin Bewerbe laufen. Ich denke, da kommt noch einiges. Beim VCM im Frühling möchte ich beim Halbmarathon auf jeden Fall meine offizielle Bestzeit (1:23:15 Stunden) verbessern.

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