Teil 13 (KW 39/2018): Peter Herzog

Peter Herzog ist 31 Jahre alt und Profiläufer. Dies ist er allerdings erst seit kurzem. 2014 noch 02:39h als Bestzeit im Marathon stehen, konnte er diese bis 2018 auf 02:15h verbessern. Peter erzählt uns im Interview von seinem eher ungewöhnlichen Weg zum Spitzenläufer.

Helden des Laufsports: Den klassischen Weg eines Läufers bis du ja nicht gegangen. Du hast ja bevor du dich dem Laufsport gewidmet hast Trial-Sport und Triathlon ausgeübt. Was war der ausschlaggebende Punkt der dich zum Läufer gemacht hat?

Peter: Ich habe immer schon gerne und viel Sport betrieben und das meistens mit vollem Einsatz. Neben der Arbeit ist Zielstrebigkeit auf hohem Niveau vom Zeitmanagement nicht so einfach, sprich als ich Triathlon gemacht habe. Darum habe ich zum Laufsport gewechselt. Laufen kannst du immer und überall und verschlingt auch nicht so viel Zeit. In 60-90 Minuten hast du beim laufen super viel gemacht.

Hdl: Es war wohl die richtige Entscheidung. 2014 bist du 02:39h, im Frühjahr 2016 02:30h und im Herbst 02:21h über die 42,195 Kilometer-Distanz gelaufen ehe du 2017 in Wien deine Bestzeit auf 02:17h raufschrauben konntest. Das Ganze als Amateur! Wie hast du diese sensationelle Entwicklung erlebt?

Peter: Eigentlich wollte ich die Marathon-Schuhe an den Nagel hängen wenn ich mal 02:30 Stunden schaffe. Ich habe immer kleine Schritte nach vorne gemacht, im Training hart und gut gearbeitet, habe aber nie versucht mich mit der Brechstange zu verbessern – das geht meistens schief. So habe ich Schritt für Schritt meine Zeiten verbessern können.

Hdl: Dieses Jahr, also 2018, ging es weiter bergauf für dich. In Berlin bist du 02:15:29h gelaufen und bei den Europameisterschaften in Berlin konntest du, völlig überraschend, mit dem Team die Bronzemedaille holen. In der Einzelwertung reichte es für den tollen 10. Platz. Wie waren die Eindrücke bei deiner ersten Europameisterschaft?

Peter: Ich habe momentan so viele neue Eindrücke, Berlin war überwältigend. Ich habe im vornherein nicht genau gewusst was ich mit einem Meisterschafts Marathon (EM) anfangen soll. Wieder eine neue Situation, sprich taktisch ganz was anderes wie ein normaler Volksmarathon. Der 10. Platz im Einzel und die Team-Medaille sind natürlich unglaublich, es tut uns allen so gut und ich denke auch dass es dem Laufsport in Österreich extrem gut tut. Dieser Teamerfolg soll viele Hobbysportler motivieren.

Hdl: „Helden des Laufsports“ hat sich zum Ziel genommen eben diese Hobbysportler besser zu präsentieren. Du bist hier das Paradebeispiel was trotz Job alles möglich ist. Erst seit kurzem bist du Profiläufer. Was hast du bisher beruflich gemacht?

Peter: Ich habe eine Lehre als Installateur gemacht und als ich mit Triathlon begonnen habe, habe ich als Hausmeister gearbeitet hier konnte ich mir meine Arbeitsstunden ein wenig einteilen. Von 2012 bis August 2018 habe ich als Biathlontrainer im Schigymnasium Saalfelden gearbeitet.

Hdl: Mit 31 Jahren bist du quasi ein Späteinsteiger. Welche Ziele hast du noch im Spitzensport?

Peter: Mein Ziel ist es weiterhin nicht mit der Brechstange zu arbeiten. Ich muss fokussiert bleiben, dann kann ich mich bestimmt noch weiterentwickeln. Das große Ziel lautet natürlich Olympia 2020

Hdl: Trainierst du dich selber oder hast du einen Trainier?

Peter: Ich habe Peter Bründl als Trainer, der hat mir gezeigt was alles möglich ist. Wir arbeiten wirklich sehr gut zusammen.

Hdl: Wie sah bei dir als Berufstätiger eine normale Trainingswoche aus und wie sieht diese heute als Profi aus? Wie viele Stunden bzw. Kilometer trainierst du in einer Woche?

Peter: Da ich als Trainer in einer Schule gearbeitet habe, habe ich zu den Zeiten trainieren können wo die Kids in der Schule gesessen sind. Mein Training hat sich nach dem Stundenplan der Kids gerichtet. Meine Trainingszeiten waren also sehr unterschiedlich. Es hat aber schon mal sein können das ich schnell in der Mittagspause 30 Kilometer gelaufen bin. In einer Trainingsphase bewege ich mich zwischen 150-200 Kilometer pro Woche und ca. 6000 Kilometer im Jahr. Als Profi werden sich meine Kilometer von der Summe nicht wirklich ändern. Die Kilometer sollten jetzt als Profi aber mehr Qualität bekommen.

Hdl: Gehen wir nochmal kurz zurück in deine sportliche Vergangenheit. Welche waren deine größten sportlichen Erfolge im Trial-Sport und im Triathlon?

Peter: Beim Bike Trial: 2 x österreichischer Meister, Jugend WM 3. Platz, Junioren WM 2 x Platz 6. Platz. Triathlon: Ich war beim Radfahren und Laufen wirklich gut (da konnte ich mit den schnellsten mithalten), beim Schwimmen aber so schlecht dass es bei größeren Bewerben dann nicht für das Podium gereicht hat. Meistens hatte ich nach dem Schwimmen schon ca. 10 Minuten Rückstand.

Hdl: Du kommst ja aus dem Pinzgau. Hast du dort eine Lieblingstrainingsstrecke und absolvierst du deine Trainingseinheiten alleine? Bei deinem Tempo kommen ja nicht mehr so viele hinterher.

Peter: Lieblingsstrecke direkt nicht, man hat aber schon Strecken die man bevorzugt. Mein Training absolviere ich zu 98% alleine. Mein Vater wird mich in Zukunft aber vermehrt mit dem Rad begleiten und unterstützen.

Hdl: Was macht ein Peter Herzog wenn er nicht gerade läuft? Welche Hobbys hast du?

Peter: Müde sein vom Laufen. wink Mit Dominik Landertinger mal a geile Radausfahrt machen. Ich gehe auch gerne oft mit meiner Freundin und mit meinen Freunden sehr gut essen.

Hdl: Zum Abschluss noch eine Frage über eine sehr knifflige Entscheidung. Was sagst du einen Athleten der überlegt alles auf die Karte Profiläufer zu setzten?

Peter: Puhhh, ich habe wirklich viele Leute gefragt ob ich den Schritt zum Profiläufer gehen soll oder nicht. Jeder hat mir gesagt du musst den Schritt machen egal ob es am Ende mit Erfolg oder Misserfolg endet. Diese Erfahrung können nur wenige machen und kann dir auch keiner mehr nehmen. Ich würde dem Athleten, bei vorhandenem Potential, ähnliches sagen.

Hdl: Danke für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg als Profi!

Peter: Vielen DANK

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