Peter Laznicka wird 65: „Ich fühle mich fitter denn je“

Peter Laznicka wird im September 65 Jahre und ist fitter denn je. Im dritten Lauf des Wiener Sommercups, läuft der Athlet von der LG Wien die fünf Kilometer in 18:46 Minuten. Wie man es schafft, in diesem Alter noch so fit zu sein, erzählt er uns im Interview.

Foto: ©Peter Laznicka

Helden des Laufsports: Beim diesjährigen Sommercup in Wien, hast du im dritten Lauf der Serie die Fünf-Kilometer-Distanz in 18:46 absolviert. Wie war das Rennen bei rund 30 Grad für dich?

Peter Laznicka: Es klingt zwar komisch, aber nahezu alle meiner „schnellsten“ Zeiten bin ich bei Hitze gelaufen. Hohe Temperaturen machen mir offensichtlich nichts aus, warum auch immer. Ich habe wieder etwas zu schnell begonnen und daher versucht, das Tempo auf den nächsten Kilometern etwas zu dosieren. Den letzten Kilometer bin ich dann wieder in 03:40 Minuten gelaufen und es war einfach ein gelungenes Rennen.

Solche Zeiten in diesem Alter, das ist einfach beeindruckend! Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Kurz gesagt: Konsequenz! Ich habe erst mit 40 zu laufen begonnen und war mit Sicherheit kein großes Talent. Die ersten zehn Jahre waren läuferisch okay, aber noch wenig ambitioniert. Ich hatte schon das Gefühl mehr leisten zu können, wusste aber nicht genau wie. Es folgten fünf Jahre „try and error“ und vielen Erkenntnissen, nicht alle hätte ich gebraucht. Und seit nun zehn Jahren weiß ich was ich tun muss, um mein Leistungsvermögen abzurufen. Ich werde in knapp einem Monat 65 und fühle mich so fit und stark wie schon lange nicht. Ich habe dafür einiges getan, vor allem in den Bereichen Stabilisation und Athletik. Und ich bin schon sehr konsequent was die Umsetzung meiner Trainingspläne betrifft. Im Schnitt trainiere ich ca. 100 Kilometer die Woche, davon entfallen zehn bis max. 25 Kilometer auf Intervalle und Tempodauerläufe. Gefühlt habe ich von den Tempoläufen (zehn bis 14 Kilometer) am meisten profitiert.

Viele Veranstalter haben ja große Probleme mit einer sicheren Durchführung eines solchen Lauf-Events. Wie war es in Wien?

Das war nun schon das dritte Rennen im Rahmen des Sommerlaufcups und die Veranstaltung ist wirklich toll organisiert. Maximal 100 Teilnehmer*innen (Nachnennungen waren nicht möglich) auf einem Rundkurs und zehn Sekunden Startintervall. Da die schnellsten Läufer*innen am Beginn starten, kommt es kaum zu Überholmanövern, außerdem wäre in der Prater Hauptallee auch so Platz genug.

Wie intensiv hast du in der Corona Pause trainiert und hattest du auch mal Motivationsprobleme während der wettkampffreien Zeit?

Ich habe mein Trainingsprogramm voll durchgezogen, da ich ja ursprünglich im April bei der Age-Group-Weltmeisterschaft im Rahmen des London-Marathons teilnehmen sollte. Nach der Verschiebung des Marathons auf Oktober, habe ich für den virtuellen „Wings for Life World Run“ weitergemacht und mit knapp über 40 Kilometer auch ein ordentliches Ergebnis erreicht.

Ich habe, wie alle Läufer*innen, gute und weniger gute Tage, aber hinsichtlich meiner beiden primären Ziele noch nie ein Motivationsproblem.

  1. So fit und mobil wie möglich „alt“ zu werden.
  2. Meine Leistungspotenziale auszuschöpfen.

Ich liebe die Wettkämpfe, weil sie mich motivieren, dass jeweils „bestmögliche“ zu geben. Zuerst kommt die Leistung und nur, wenn die stimmt, kommt manchmal auch ein schönes Ergebnis zustande, so soll es sein!

Was hast du als nächstes geplant?

Als nächstes Rennen steht der Wörthersee Halbmarathon am Programm. Da letzte Woche nun auch der London-Marathon – als Massenveranstaltung – endgültig auf 2021 verschoben wurde, werde ich wohl am 13.12. bei den Marathon-Staatsmeisterschaften an den Start gehen, sofern das Rennen stattfinden kann.

Foto: ©Peter Laznicka

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