Podersdorf: Weiss und Kallina holen Langdistanz-Titel

Im Rahmen des 33. Austria Triathlon in Podersdorf (Burgenland) wurden am Sonntag, 06.09.2020, die österreichischen Staatsmeister auf der Langdistanz gesucht. Bei den Damen holte sich Jaqueline Kallina ihren ersten Titel, bei den Herren hingegen war es der bereits zweite Titel für Michael Weiss.

Damen: Jaqueline Kallina holt Gold

Jaqueline Kallina (Team Ausdauercoach) überquerte nach 09:08:29 Stunden die Ziellinie. Gabriele Obmann (Athletik Club Donau Chemie St. Veit an der Glan) holte sich mit 09:15:11 Stunden die Silbermedaille. Über Bronze durfte sich Constance Mochar freuen. Die Athletin vom „Schwimmaktiv Klagenfurt“ beendete nach 09:17:04 Stunden das Rennen.

Foto: ©ÖTRV

Herren: Michael Weiss überragend

Bei den Herren wurde Michael Weiss (Tri Runners Baden), der das Rennen in einer unglaublichen Zeit von 7:36:56 Stunden beendete, Staatsmeister. Auf Platz zwei folgte Maximilian Hammerle (Triathlonclub Dornbirn). Hammerle war nach 07:55:11 Stunden im Ziel. Bronze ging an Georg Enzenberger (FH OÖ Sports Team, OÖ), der für sein Rennen 07:59:02 Stunden benötigte.

Stimmen zu den Staatsmeisterschaften:

Jacqueline Kallina (Staatsmeisterin, 29 Jahre, Stockerau) – „Meine Erwartungen wurden übertroffen“

„Da es heuer nicht viele Rennen gab, war die Vorfreude schon sehr groß und fast mein gesamtes Team war vor Ort. Mein Vorhaben: Spaß haben, mein Bestes geben und sehen was rauskommt. Das Schwimmen war für „Podersdorfverhältnisse“ recht ruhig und ich konnte schnell meinen Rhythmus finden, am Rad konnte ich gut drücken und fuhr die ersten Runden sogar etwas schneller als geplant, ab Kilometer 120 kam dann aber der Wind und wurde immer stärker. Ich nahm, im Hinblick auf den bevorstehenden Marathon, etwas Tempo raus, da ich meine verletzungsbedingte Laufpause aus der Vorbereitung noch im Hinterkopf hatte. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits erste Österreicherin! Vom Rad runter, in die Laufschuhe und die Beine fühlten sich ganz gut an. Dank meiner Liebsten am Streckenrand, mein Coach Mario Mostböck vor Ort verging die erste Runde wie im Flug. Die abgeänderte Laufstrecke war eine große Herausforderung. Viel Sonne, Hitze, Wind und Schotter machten sich bereits auf der zweiten Runde bemerkbar. Mein Zwerchfell begann sich auf einmal zu verkrampfen, jeder Atemzug schmerzte und ich dachte nur die zweite Hälfte wird ein Überlebenskampf. Mein Coach rief mir gut zu, beruhigte mich und siehe da, es löste sich zum Glück wieder. Kilometer 30: Noch immer führende Österreicherin und der Vorsprung wurde sogar größer. Erst jetzt begriff ich, wenn ich das Tempo halbwegs halten kann und meine Beine nicht ganz zu machen, dann habe ich den Staatsmeistertitel in der Tasche. Ich versuchte ruhig zu bleiben und mich weiterhin auf mich zu konzentrieren. Die letzte Runde tat schon richtig weh und am liebsten hätte ich mich an den Streckenrand in den Schatten gelegt und wäre nicht mehr aufgestanden. Aber Worte wie: “Du kannst das” und: “Du willst diesen Titel”, gingen mir die ganze Zeit durch den Kopf. Der letzte Kilometer war Emotion pur. Die Zurufe meiner Lieben, der Zuschauer und ich hatte Gewissheit! Ich habe es geschafft! Ich bin österreichische Staatsmeisterin auf der Langdistanz 2020! Meine Erwartungen wurden übertroffen.“

Foto: ©ÖTRV

Georg Enzenberger (Bronze, 25 Jahre, Eferding) – “Es war ein fast perfekter Tag”

“Beim Schwimmen habe ich bereits im Vorfeld gewusst, dass ich eigentlich einer der schnellsten bin. So konnte ich auch mit der drittschnellsten Schwimmzeit aus dem Wasser steigen. Auf meine Konkurrenten konnte ich hier bereits fünf Minuten rausholen. Beim Radfahren bin ich die ersten zwei Runden etwas zu schnell angefahren, das hat natürlich sehr viel Energie gekostet. Paul Rutmann ist Ende der zweiten Runde gestützt und hat hier, weil er sich auch noch mit einer Reifenpanne ärgern musste, sehr viel Zeit verloren. Nach dem Radfahren musste er das Rennen dann auch endgültig beenden. Nach ca. Kilometer 70 bis 75 Kilometer wurde ich von Michael Weiss überholt. Die letzten zwei Runden habe ich bewusst etwas rausgenommen, aber 04:18 Stunden für 180 Kilometer ist schon in Ordnung. Beim Laufen ist mir es nicht ganz so gut gegangen. Warum, kann ich bis heute nicht so genau sagen, es war eben nicht der perfekte Tag. Teilweise wollte ich meine Laufschuhe einfach in den Wald werfen und aufhören. Bei einer Labstation teilte mir mein Bruder mit, dass Sub8 möglich sei. Das gab mir nochmal etwas Motivation und so wurde es am Ende eine doch solide Leistung. Aber, wie gesagt, eben nicht ganz perfekt! Sub8 ist mir im Ziel noch sehr surreal vorgekommen. Auch wenn die Laufstrecke um zwei Kilometer zu kurz war, sehe ich die Zeit, nach dem der Bewerb offiziell so ausgeschrieben war, schon als persönliche Bestleistung. In Summe bin ich doch sehr zufrieden, da an diesem Tag auch nicht die optimalen Wetterbedingungen vorhanden waren. Durch die besonderen Corona-Startbedingungen, war es auch sehr schwer einzuschätzen, wo man aktuell platziert war.”

Foto: ©Matthias Hohlrieder (Archivbild)

Reinhard Marl (Gesamt 50. und AK 10. 35 Jahre aus Attnang) – „Ein Jahr Vorbereitung hat sich gelohnt“

„Veranstaltung war Top organisiert, trotz der aktuellen schwierigen Situation. Es herrschten schwierige Windbedingungen und auf der Laufstrecke war es extrem heiß (ca. 33 Grad). Meine Rennen ging, mit einem für mich sehr guten Schwimmsplit, richtig gut los. Am Bike habe ich leicht überpaced und war im Schnitt ein paar Schläge über meinem HRT-Soll was zur Folge hatte, dass ich beim Lauf hinten raus etwas eingebrochen bin. Eigentlich hätte ich mir da für „meine“ Disziplin ein bisschen mehr erwartet, aber wie man im Triathlon so schön sagt: die Langdistanz ist eine eigene Sportart verglichen mit den anderen Distanzen. Aber in Summe bin ich mit meinem Ironman-Distanz-Debüt super zufrieden. Sub 10 war das Ziel und am Ende benötigte ich 09:30:50 Stunden. Eigentlich war ich ja für Klagenfurt gemeldet, aufgrund der Absage und einem leichten psychischen Tief habe ich mich dann auf die Warteliste in „Podo“ setzen lassen. Nach Tagen des Zitterns und hoffen, habe ich zum Glück noch einen Platz ergattert. Somit hat sich die Vorbereitung und das Training, das neben Job und Privatleben in den Built Wochen bis zu 18 Stunden in Anspruch nahm, gelohnt und ich konnte 2020 doch noch „die Lorbeeren dafür ernten“. Ein Dank dafür gilt meinem Trainer Gerald Will! Gemeinsam haben wir uns ein Jahr darauf vorbereitet.“

Foto: ©Reinhard Marl

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