Rekorde beim 24-Stunden-Lauf in Bad Blumau

Im Rahmen der Österreichischen Meisterschaften im 24-Stundenlauf in Bad Blumau, lieferten die Athleten wieder beeindruckende Leistungen ab. Den Titel bei den Herren holte sich Wolfgang Michl, bei den Damen siegte Karin Augustin. Im Rahmenbewerb, dem 12-Stunden-Lauf, stellte der Niederösterreich Rainer Predl einen neuen österreichischen Rekord auf.

Foto: ©Wolfgang Michl (sitzend)

24-Stunden-Lauf

Bei den Frauen holte sich Karin Augustin (RunninGraz) den Titel. Nach 218,81 Kilometer (neue österreichische Bestleistung) durfte sich Augustin über Titel Nummer sechs freuen. Silbermedaillen-Gewinnerin Carola Bendl-Tschiedel (LG Wien) feierte ein mehr als gelungenes 24-Stunden-Lauf-Debüt. Die Wienerin schaffte es, 203,66 Kilometer zu laufen. Bronze ging mit 183,11 Kilometer an Katarzyna Orzechowska (Wiener LAV).

Bei den Herren war es Wolfgang Michl (Im Wald läuft´s) der sich mit einem Start-Ziel-Sieg und 225,74 Kilometer den Meistertitel sicherte. Ein bärenstarkes Debüt von Michl! Christian Magadits von den Freunden des Laufsports lief mit 218,18 Kilometer zu Silber. Titelverteidiger Klemens Huemer (Team RuN Sport) blieb im Coronajahr mit 214,85 gelaufenen Kilometern „nur“ Platz drei.

12-Stunden-Lauf

Beim 12-Stunden-Lauf lieferten sich Rainer Predl und der spanische Weltklasse-Ultraläufer Ivan Penalba Lopez ein Duell auf Augenhöhe. Am Ende hatte der Spanier 152,72 Kilometer und Predl 151,23 Kilometer am Konto. Rainer Predl kann das allerdings egal sein, denn seine gelaufenen Kilometer bedeuten neuen österreichischen Rekord! „Ich habe mich spontan entschieden in Bad Blumau teilzunehmen. Ich bin allerdings nicht mit dem Gedanken ins Rennen gegangen, Rekord zu laufen, aber mit Ivan Penalba Lopez hatte ich den perfekten Mitläufer. Trotz heißem Wetter tagsüber, konnte ich den alten Rekord von Klemens Huemer knacken“, freut sich Predl.

Foto: ©Rainer Predl

Alle Ergebnisse: https://my.raceresult.com/140959/?lang=en

Stimmen zum Lauf:

Wolfgang Michl (Österreichischer Meister im 24-Stunden-Lauf)

„Es war mein erster Wettkampf, der über die 100 Kilometer hinausging. Mein Ziel war es, mindestens 200 Kilometer zu laufen. Der dritte Gesamtrang und der erneute Meistertitel sind eine absolute Überraschung, über die ich mich riesig freue. Trotz einiger Fehler und zu hohem Tempo zu Beginn, konnte ich bis zum Ende in Bewegung bleiben und die letzten 90 Minuten sogar etwas „genießen“, da mir der Sieg fast nicht mehr zu nehmen war.“

Karin Augustin (Österreichische Meisterin im 24-Stunden-Lauf)

„Mein Ziel war es, nach einer trainingsintensiven mehrwöchigen Vorbereitungsphase mit rund 200 Kilometern in der Woche, in meinem dritten 24-Stunden-Lauf die 200-Kilometer-Marke zu knacken. Ich bin leider wegen der sehr starken Konkurrenz mal wieder zu schnell gestartet, habe dann aber nach ein paar Stunden meinen Rhythmus gefunden und konnte so meine Kilometer relativ konstant abspulen. Auch die Nacht verlief für mich optimal. 22 Stunden konnte ich durchlaufen, dann wurde es schwer und es war nur noch flott gehen möglich. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass ich den österreichischen Rekord – bisher 215,3 Kilometer aus dem Jahr 2013 – verbessern würde, wenn ich einfach weitergehe. Nach 23:20 Stunden war es dann offiziell: ich bin die neue und sehr stolze Rekordhalterin im 24-Stundenlauf. Nach 218,81 Kilometer war mein sechster Titel perfekt. Die Freude über den Rekord ist aber fast noch größer.“

Foto: ©Karin Augustin

Gerald Kasbauer (103 Kilometer beim 12- Stunden-Lauf)

„Bei meinem Debüt habe ich mir vorgenommen über 100 Kilometer zu laufen, das ist mir dann auch gelungen. Die Temperaturen waren in der Nacht optimal. Am Tag war es aber brutal heiß und ich hatte schon Bedenken, dass ich mein gestecktes Ziel nicht erreichen würde. Es war echt ein toller Wettkampf, welcher sehr gut organisiert wurde. Ich kann diese Veranstaltung nur empfehlen.“

Foto: ©Gerald Kasbauer

Carola M. Bendl-Tschiedel (Silber im 24-Stunden-Lauf)

„Für mich war es ein recht spontaner Entschluss, bei diesem 24-Stunden-Lauf zu starten. Ich war schon oft als Betreuerin dabei, so richtig angefreundet hatte ich mich mit den 24-Stunden aber nicht. In diesem verrückten Jahr, in dem sich nichts planen lässt, dachte ich, warum nicht mal probieren? Ohne Training, ohne Plan und ohne Erwartungen. Es wurde nie so richtig hart, ich hatte keinen Einbruch, und so ging es eben Runde um Runde dahin, bis ich, nach einem Endspurt – einfach für den Spaß – 203,66 Kilometer auf dem Konto hatte.“

Christian Vollenhofer (161,89 Kilometer beim 24-Stunden-Lauf)

„Nächstes Jahr machen wir einen 24er“ – das war schnell mal gesagt. Was das genau bedeutet, durfte ich dann am letzten Wochenende erfahren. Ohne viel Vorbereitung und mit der geringen Erfahrung einer Handvoll Sechs- und Zwölf-Stunden-Läufe ging es nach Bad Blumau. Mein Ziel: Minimum 160,9 Kilometer (100 Meilen), idealerweise 175 – oder so. Für mich war es dann von Beginn an zu heiß, daher ging es nur noch um das Minimal-Ziel. Ich hatte Respekt vor dieser Herausforderung und erwartete viele Stolpersteinchen auf dem Weg zum erhofften Finish. Die größten Hindernisse waren: Ein paar Probleme mit Übelkeit durch falsche Ernährung und ein kurzes Formtief nachts um 02.30 Uhr. Dank der tollen Hilfe der Ultralaufgemeinde, kam ich allerdings schnell wieder aus diesem Tief raus. Als Belohnung fürs Durchhalten gab es Platz drei im Teamwettbewerb der Österreichischen Staatsmeisterschaften. Lust auf mehr? Definitiv – aber dann mit gezielter Vorbereitung!“

Foto: ©Christian Vollenhofer

Susanne Linecker (70 Kilometer):

„Am letzten Wochenende durften wir “Linecker Sisters” unser erstes Ultra-Abenteuer erleben. Um 22.00 Uhr starteten wir beim 12-Stunden-Lauf in Bad Blumau, erst laufend, später gehend. Ohne Vorbereitung, ohne Plan und ohne große Erwartungen liefen wir 61,7 Kilometer (Pazi) und 70 Kilometer (Susi) – laut unseren Garmin – Aufzeichnungen. Es war ein spannender Ausflug in eine ganz eigene Welt aber definitiv eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten. Wir können jedem empfehlen, sich einmal eine Nacht laufend um die Ohren zu schlagen. Jetzt brauchen die Beine aber erstmal eine ordentliche Portion Regeneration!“

Foto: ©Susanne Linecker (rechts)

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