Robert Baumann: „Zuerst mal Schwerpunktklausur und dann zwei, drei Bier“

Robert Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen) lief in Dresden beim Itelligence Citylauf Invitational auf Platz 21 und mit 30:01 Minuten auch eine persönliche Bestzeit über zehn Kilometer. Der 22-jährige Student, der in München lebt, spricht im Interview über das Rennen und sein Studium.

Foto: @nwilhelmi

Helden des Laufsports: Gratulation zur Bestzeit! Wie sehr schmerzt diese eine Sekunde?

Robert Baumann: Was soll man machen? Ehrlich gesagt schmerzt es kaum. Ich bin Gast auf der Straße und in der Vorbereitung auf die Bahn. Der Lauf hat verdammt viel Spaß gemacht, da kann ich diese eine Sekunde verkraften. 

Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht?

Es war aufgrund der Bedingungen ein sehr unruhiges Rennen. Die Jungs sind alle sehr ambitioniert angelaufen, was für mich bedeutet hat, die erste Hälfte des Rennens nur Lücken zu schließen, um nicht alleine im Wind zu stehen. Schön, dass ich hierfür Felix Wammetsberger als Partner hatte. Dann hat es meiner Gruppe den Stecker gezogen und es wollte oder konnte niemand mehr was machen. So haben wir zwischen Kilometer fünf und sieben wichtige Zeit verloren. Hier ging ich nach vor! Bringt ja alles nix, aber eigentlich mit gutem Wissen, dass ich die drei Kilometer nicht durchkommen werde. Das hat dann sogar besser geklappt als geplant und hat Bock gemacht – also eine Win-win-Situation.

“Der Lauf hat verdammt viel Spaß gemacht, da kann ich diese eine Sekunde verkraften.”

Robert Baumann (22) über seine Zeit von 30:01 Minuten.

Wie sah dein Training in den letzten Wochen aus?

Ich bin wieder sehr intensiv in der Grundlagenarbeit, also verhältnismäßig viele Laufkilometer – ich glaube viele Langstreckler würden mich auslachen – und lange extensive Programme. Es geht um Ökonomie und ums Rollen, das ist alles was ich gerade mache. 

Du kommst aus einer Läuferfamilie, dein Vater ist kein geringer als Olympiasieger Dieter Baumann. Wie dominant ist im Hause Baumann der Laufsport? Gibt es auch andere Themen? 😉

Haha, das ist eine klassische Frage, find ich immer wieder witzig. Machen wir uns nichts vor, selbstverständlich prägt das Laufen meine Familie. Es ist natürlich oft Thema daheim. Aber ich glaube, wer meinen “Vadder” oder mich kennt, der kann sich vorstellen, dass bei uns zuhause über Gott und die Welt geschwätzt wird. Oftmals viel Quatsch dabei, aber Quatsch gehört zum Spaß dazu.

“Wir reden über Gott und die Welt, natürlich ist auch viel Quatsch dabei!”

Robert Baumann über die Themen in der Läuferfamilie Baumann. Vater Dieter wurde 1992 Olympiasieger über 5000 Meter.

Wie sehen deine Pläne für die nächsten Wochen aus?

Auch wenn es schwer zu planen ist und ich deswegen noch nicht genau weiß wo, werde ich nochmal ordentlich in die Grundlage investieren. Ich schreibe diese Woche eine Schwerpunktklausur in meinem Studium, danach müssen erstmal zwei oder drei Bier zu viel getrunken werden. Dann erstmal Kopf aus und geil trainieren, wo auch immer. Vielleicht mal raus aus „Minga“. 

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